Ein paar Kleinigkeiten
Gut am Arbeitgeber finde ich
Was ich am Arbeitgeber gut finde
Ein echtes Highlight unter den Benefits: kostenloses Parken. Ja, richtig gelesen Parkplätze. Nicht Aktienoptionen, nicht eine nennenswerte Gehaltsentwicklung, sondern ein Stück Asphalt, auf dem man sein Auto während der Arbeitszeit abstellen darf. Und das sogar kostenlos. Man muss die kleinen Dinge im Leben zu schätzen wissen.
Außerdem gibt es einmal pro Woche kostenloses Essen. Das ist gleichzeitig die perfekte Gelegenheit, seine Sprintfähigkeiten zu trainieren. Wer nach der Anlieferung nicht rechtzeitig vor Ort ist, darf sich sportlich immerhin mit dem Gedanken trösten, dass andere Kollegen schneller waren. Nicht vergessen dabei sein Ist alles
Nach ungefähr 30 Minuten ist in der Regel ohnehin alles leer.
Unterm Strich also ein attraktives Gesamtpaket: Parkplatz inklusive und einmal pro Woche die Chance auf eine kostenlose Mahlzeit, die Betonung liegt hierbei auf Chance.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ist denke ich schon ziemlich deutlich geworden
Arbeitsatmosphäre
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist aus meiner Sicht ausgesprochen schlecht. Viele Mitarbeiter wirken chronisch unzufrieden, haben sich mit den Zuständen arrangiert oder lassen ihren Frust gerne an Kollegen aus.
Besonders interessant sind ältere, geradezu paradiesische Bewertungen. Da fragt man sich unweigerlich, ob dort tatsächlich derselbe Arbeitgeber gemeint ist – oder ob ich einfach in der falschen Realität gelandet bin.
Kollegenzusammenhalt
Stark abteilungsabhängig. Es gibt Abteilungen mit völlig normalen Kollegen – und andere, die eher an eine Schlangengrube erinnern. Dort überlegt man besser dreimal, was man sagt, zu wem man es sagt und ob man es überhaupt sagen sollte.
Vertrauen ist jedenfalls nicht überall die stärkste Währung.
Vorgesetztenverhalten
Hier wird es besonders kreativ.
Wenn ich für jede Zusage oder Absprache, die später nicht eingehalten wurde oder an die sich plötzlich niemand mehr erinnern konnte, einen Euro bekommen hätte, wäre mein Gehalt vermutlich deutlich besser.
Verbindliche Absprachen sind offenbar eher als unverbindliche Vorschläge zu verstehen. Man lernt dadurch immerhin schnell, wichtige Dinge schriftlich festzuhalten.
Arbeitsbedingungen
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance? Nun ja. Am Ende des Tages darf man nach Hause gehen, sofern die Arbeit erledigt ist. Und länger als zehn Stunden sollte man ohnehin nicht bleiben – schließlich gibt es noch Arbeitszeitgesetze.
Solange der Gesetzgeber zufrieden ist, kann die Work-Life-Balance ja nicht so schlecht sein.
Interessante Aufgaben
Hauptsächlich routinemäßige und entsprechend repetitive Laborarbeit. Überraschungen halten sich in Grenzen.
Fairerweise gehört das zum Geschäftsmodell. Wer morgens auf die große wissenschaftliche Herausforderung wartet, könnte allerdings feststellen, dass der eigentliche Fortschritt darin besteht, denselben Ablauf noch einmal durchzuführen.
Für Routinefreunde ideal – wer Abwechslung und Eigenverantwortung sucht, sollte seine Erwartungen entsprechend anpassen.
Gehalt/Benefits
Gehalt und Benefits sind wirklich bemerkenswert allerdings eher im negativen Sinne.
Das Einstiegsgehalt lag 2026 nach dreieinhalb Jahren Ausbildung bei 2.700 € brutto. Das entspricht ungefähr 15,60 € pro Stunde. Für eine dreieinhalbjährige Ausbildung kann man das durchaus als sportlich ambitioniert bezeichnen.
Zum Vergleich: Bei Amazon sind mindestens 16,22 € drin. Bei Aldi verdient man als Verkäufer etwa 16,90–22 € und selbst im Callcenter mit 100 % Homeoffice sind 16 € möglich. (Stand 2026)
Man braucht also teilweise weder dreieinhalb Jahre Ausbildung noch Laborerfahrung, um mehr oder ähnlich viel zu verdienen. Weitere Beispiele erspare ich mir an dieser Stelle – die Zahlen erledigen die Argumentation bereits ganz gut.
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten für das normale Laborpersonal? Eher theoretischer Natur.
Wer hier langfristig Karriere machen möchte, braucht vermutlich vor allem eines: Geduld. Sehr viel Geduld.
Daher finde ich es verwundernswert, wenn manche Bewertungen hier die Weiterbildungsmöglichkeiten mit vier oder fünf Sternen bewertet werden. Da fragt man sich schon: Haben wir wirklich im selben Betrieb gearbeitet oder hat man sich da nur verklickt?