Komme jeden Tag gerne zur Arbeit
Gut am Arbeitgeber finde ich
Siehe schon oben. Die Arbeit ist sinnstiftend und die Beschäftigten haben es, jedenfalls in dem Amt in dem ich arbeite, gut. Ich komme auch nach vielen Jahren jeden Tag gerne zur Arbeit und sitze hier nicht nur meine Zeit ab.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Auch dazu siehe schon oben. Überdies funktionieren Wissenstransfer und Onboarding nicht immer optimal. Es gibt eine kleine Gruppe von „Selbstoptimierern“ in der Mitarbeiterschaft, die gerne nehmen aber ungerne geben.
Verbesserungsvorschläge
Derzeit ist leider festzustellen, dass die tarifrechtlichen Möglichkeiten zur besseren Personalgewinnung nicht voll ausgeschöpft werden. Mögliche Zulagen (etwa für IT-Fachkräfte) werden kategorisch abgelehnt, um keinen Präzedenzfall zu schaffen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass schon lange nicht mehr die Besten den Weg zu uns finden. Hier müssen wir aufpassen, keine „Resterampe“ für Personen zu werden, die es woanders nicht schaffen können oder wollen.
Arbeitsatmosphäre
Vorgesetzte und Kollegen sind jederzeit ansprechbar. Selbstverständlich "menschelt" es hier und da und manchmal wundert man sich über die ein oder andere persönliche Befindlichkeit. Das ist aber überall so. Generell muss mann wissen, dass die Landeshauptstadt Wiesbaden kein in jeder Hinsicht homogenes "Unternehmen" ist, sondern eine Ansammlung verschiedener Behörden und Organisationseinheiten unter einem Dach. Daher kann man vermutlich in manchen Ämtern besser arbeiten als in anderen.
Kommunikation
Hier gibt es im konkreten Fall Verbesserungsbedarf. Dieses Thema steht und fällt aber mit der jeweiligen Führungskraft.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist im Wesentlichen gut. Einzelne Personen die ausreißen gibt es hier wie überall.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance funktioniert. Auch hier gilt aber, dass es Unterschiede zwischen den Organisationseinheiten gibt. In meiner Organisationseinheit heißt Feierabend in aller Regel Feierabend. Erreichbarkeit bis in den späten Abend oder am Wochenende wird nicht erwartet.
Vorgesetztenverhalten
Hier kann man Glück oder Pech haben. Ich persönlich kann mich nicht beklagen, aber es werden immer wieder ungeeignete Vorgesetzte hervorgebracht. Der Aspekt der Befähigung zum Führen von Menschen wird teilweise möglicherweise zu wenig berücksichtigt und es scheint nicht leicht zu sein, problematische Vorgesetzte von Führungsaufgaben zu entbinden. Es gibt durchaus Versuche hier besser zu werden (Führungsgrundsätze, Vorgesetzenbeurteilung, Führungskräfteentwicklungsprogramm). Allerdings gelingt das nicht immer.
Interessante Aufgaben
Die Vielfalt der Aufgaben macht die besondere Attraktivität des Arbeitens bei der Landeshauptstadt Wiesbaden aus. Hier arbeiten Ingenieure, Juristinnen, It-ler, Erzieherinnen, Förster, Schulsekretärinnen, Hausmeister, Feuerwehrleute, Verwaltungskräfte, Ärzte, Handwerker und viele andere.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wird meinem Eindruck nach gelebt. Richtig ist, dass der Anteil der Frauen in Führungspositionen ausbaufähig ist, obwohl hier mehr Frauen als Männer arbeiten. Das liegt meiner persönlichen Wahrnehmung allerdings nicht am Arbeitgeber, sondern eher daran, dass (leider) ein geringeres Interesse von Frauen an solchen Funktionen feststellbar ist.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen sind mit ihrer Erfahrung oft Wissensträger und werden meiner Wahrnehmung nach entsprechend geschätzt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind gut. In "meinem" Amt mit klassischer Verwaltungstätigkeit besteht eine hohe Flexibilität durch die Arbeitseitregelung. Bei schönem Wetter bereits am frühen Nachmittag gehen ist möglich. In Absprache mit den Kolleginnen und Kollegen sind auch kurzfristig geplante Urlaube machbar. Wenn ein Kind krank ist, muss man sich dafür nicht rechtfertigen. Homeoffice ist möglich (bis 50%) und auch hier wird Flexibilität gelebt. So ist es beispielsweise möglich, am Abend zu entscheiden, dass man am nächsten Morgen im Homeoffice bleibt. Auch hier ist aber klarzustellen, dass das nicht in allen Organisationseinheiten so gelebt werden kann.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beides spielt eine herausragende Rolle und nicht wenige entscheiden sich für den öffentlichen Dienst, weil sie eine Tätigkeit für das Gemeinwohl als sinnstiftend ansehen.
Gehalt/Benefits
Es gilt der TVÖD bzw. das Beamtenrecht. Eine allzu große Flexibilität beim Entgelt besteht daher nicht und die freie Wirtschaft hat den öffentlichen Dienst in den letzten Jahren ein Stück weit abgehängt. Demgegenüber sind die Jobs hier sicherer, was gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise wieder relevanter wird. Sozialleistungen werden geboten (etwa Zusatzversorgungskasse, freiwillige Untersuchungen beim Betriebsarzt, Vergünstigungen in Fitnessstudios, Corporate Benefits, kostenloses Jobticket u.a.)
Image
Hier gibt es sicher Verbesserungsbedarf, denn der öffentliche Dienst hat ein verstaubtes Image und es existieren Vorurteile über faule Beamte.
Karriere/Weiterbildung
Dazu werden Angebote gemacht, etwa in Form eines umfangreichen Fortbildungsprogramms. Richtig ist natürlich, dass es laufbahnrechtliche Grenzen gibt und die Aufstiegsmöglichkeiten auch im höheren Dienst endlich sind.