Eine Krise zeigt, was von Kultur wirklich übrig bleibt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Menschen im Unternehmen. Viele Kollegen sind unglaublich engagiert, kompetent und hilfsbereit. Die ursprüngliche Kultur hatte viel Energie und einen echten Zusammenhalt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die mangelnde Transparenz, Kommunikation und Wertschätzung in den vergangenen Monaten haben viel Vertrauen zerstört.
Die Layoff-Wellen und die lange Unsicherheit haben die Stimmung stark verändert. Besonders schwierig war, dass viele Mitarbeitende über längere Zeit nicht wussten, wie es weitergeht und ob sie betroffen sein werden.
Besonders schade ist, dass ein Unternehmen mit so vielen guten Menschen und viel Potenzial aus meiner Sicht gerade viel von dem verspielt, was es einmal besonders gemacht hat.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Transparenz, ehrlichere Kommunikation und mehr Nähe zu den Mitarbeitenden wären aus meiner Sicht die wichtigsten Schritte.
Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich gute Führung: Mitarbeitende brauchen Orientierung, Vertrauen und das Gefühl, dass Entscheidungen nachvollziehbar erklärt werden. Gleichzeitig sollte Ownership nicht nur als Prinzip kommuniziert werden, sondern durch Vertrauen, Förderung und echten Handlungsspielraum ermöglicht werden.
Arbeitsatmosphäre
Lanes & Planes hatte lange eine sehr besondere Kultur mit vielen engagierten, klugen und motivierten Menschen. Nach der B-Finanzierungsrunde entstand eine große Dynamik und viele Mitarbeitende hatten das Gefühl, gemeinsam etwas aufzubauen.
In den vergangenen Monaten hat sich diese Stimmung jedoch stark verändert. Durch strategische Unsicherheit, fehlende Transparenz und mehrere Layoff-Wellen ist viel Vertrauen verloren gegangen. Besonders belastend war die Phase der Unsicherheit, in der Mitarbeitende über Wochen nicht wussten, ob sie betroffen sein würden. Diese Situation hat die Stimmung nachhaltig verändert.
Ein Unternehmen mit einer ursprünglich starken Kultur, das aus meiner Sicht gerade viel von dem verspielt, was es einmal besonders gemacht hat.
Image
Das externe Bild des Unternehmens wirkt aus meiner Sicht aktuell positiver als die interne Realität.
Nach außen besteht weiterhin das Bild eines innovativen Wachstumsunternehmens. Intern sind jedoch viele Mitarbeitende durch die aktuelle Situation verunsichert und enttäuscht.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist grundsätzlich gut. Es gibt viel Flexibilität und Vertrauensarbeitszeit. Mitarbeitende haben grundsätzlich viel Eigenverantwortung.
Aus Gesprächen mit anderen Teams entsteht allerdings der Eindruck, dass die Arbeitsbelastung teilweise sehr unterschiedlich verteilt ist und nicht überall ausreichend adressiert wird.
Karriere/Weiterbildung
Die Entwicklungsmöglichkeiten sind aus meiner Sicht begrenzt.
Es gibt hohe Erwartungen an Mitarbeitende, gleichzeitig fehlt teilweise die notwendige Förderung, Begleitung und das Vertrauen, um Menschen wirklich wachsen zu lassen.
Gehalt/Benefits
Die Benefits waren grundsätzlich solide.
Allerdings gab es über längere Zeit kaum Gehaltsentwicklung, da immer wieder auf die erwartete C-Finanzierungsrunde verwiesen wurde. Dadurch entstand bei vielen Mitarbeitenden das Gefühl, dass Entwicklungsmöglichkeiten auf unbestimmte Zeit verschoben werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt Ansätze und ein Bewusstsein für soziale Themen, allerdings fehlt aus meiner Sicht teilweise die konsequente Umsetzung im Umgang mit Mitarbeitenden.
Gerade bei schwierigen Entscheidungen zeigt sich Unternehmenskultur besonders deutlich.
Kollegenzusammenhalt
Die Kollegen sind aus meiner Sicht einer der größten Pluspunkte des Unternehmens. Viele Menschen sind fachlich stark, engagiert und unterstützen sich gegenseitig.
Gerade in schwierigen Zeiten war ein großer Zusammenhalt spürbar. Gleichzeitig ist es natürlich kein gutes Zeichen, wenn ein großer Teil der Energie darauf verwendet wird, Unsicherheit gemeinsam aufzufangen.
Umgang mit älteren Kollegen
Keine besonderen Auffälligkeiten aus meiner Sicht.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten ist aus meiner Sicht ein großer Entwicklungsbereich.
Es wird viel über Ownership, Vertrauen und Eigenverantwortung gesprochen, im Alltag erleben Mitarbeitende jedoch teilweise eher Kontrolle, Mikromanagement und wenig Entscheidungsspielraum.
Was besonders fehlt, ist aus meiner Sicht echte Wertschätzung und Nähe zu den Mitarbeitenden, gerade in schwierigen Phasen. Bei großen Veränderungen wie den Layoffs hätte es mehr Orientierung, Empathie und das Gefühl gebraucht, dass die Menschen hinter den Entscheidungen gesehen und mitgenommen werden.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich gut, insbesondere durch Flexibilität und moderne Arbeitsweisen.
Die größte Belastung entsteht aktuell weniger durch die Rahmenbedingungen, sondern durch Unsicherheit und fehlende Planbarkeit.
Kommunikation
Die Kommunikation war aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte.
Besonders schwierig war der Umgang mit der ausbleibenden C-Finanzierungsrunde. Nachdem in einem All-Hands noch kommuniziert wurde, dass die Chancen sehr gut stehen, folgte kurze Zeit später die Nachricht, dass die Finanzierung nicht wie erwartet kommt und Restrukturierungen notwendig werden.
Die anschließenden Layoff-Wellen und die lange Phase der Unsicherheit haben bei vielen Mitarbeitenden zu einem starken Vertrauensverlust geführt. Kommunikation fand häufig sehr top-down statt und ließ wenig Raum für echte Transparenz oder Austausch.
Gleichberechtigung
Das Unternehmen wirkt grundsätzlich offen und international.
Gleichzeitig zeigt sich gerade in Veränderungsphasen, wie wichtig konsequente und transparente Prozesse sind, damit sich alle Mitarbeitenden fair behandelt fühlen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben und das Umfeld sind grundsätzlich spannend. Es gibt viele Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen und an einem Produkt mit echtem Kundennutzen zu arbeiten.
Allerdings fehlt aktuell aus meiner Sicht die notwendige strategische Klarheit und Investition in die Weiterentwicklung des Produkts.
