Zwischen Planlosigkeit und täglicher Überraschung
Verbesserungsvorschläge
Die GESAMTE Führungsetage gehört ausgetauscht. Solange da die falschen Leute sitzen, bringt es nichts, Prozesse aufzubauen, an die sich dann eh keiner halten will. Aber ehrlich gesagt, glaube ich, dass das alles so gewollt ist. Ich verstehe nämlich nicht, warum dem Inhaber das alles nicht auffällt. So blauäugig kann doch niemand sein.
Arbeitsatmosphäre
Lob? Gibt's nicht. Wer nicht gerade zur Lieblingsgruppe gehört oder dem Chef nach dem Mund redet, bekommt höchstens Kritik. Gerne auch öffentlich.
Vertrauen? Schwierig. Der Vorgesetzte lästert offen von einem Mitarbeiter zum nächsten, spinnt Intrigen und denkt, keiner merkt es.
Image
Auf social Media wird fleißig gepostet, wie modern und mitarbeiterfreundlich alles ist - Hunde im Büro, Frauenpower in Führungspositionen, hier ein Event, da ein Workshop. In den Stellenanzeigen liest man ständig von "gesundem Wachstum". Klingt gut, aber intern sieht das ganz anders aus. Die Mitarbeiter laufen in Scharen weg. Prozesse laufen chaotisch und hinter den Kulissen brennt es lichterloh. Aber Hauptsache, dass Image stimmt. Wer schön postet, braucht sich ja um die wirklichen Probleme nicht zu kümmern.
Work-Life-Balance
Theoretisch gibt's Homeoffice, in Absprache mit dem Vorgesetzten und da geht's dann auch schon los. Vorher muss man erklären, was man im Homeoffice machen möchte. War das nicht plausibel, wurde Homeoffice abgelehnt. Keine vertrauensvolle Basis. Stattdessen wurde überprüft, wie lange man am Rechner aktiv war.
Gleitzeit gibt's auch. Aber trotzdem musste oft "jemand" bis zur letzten Stunde bleiben. Warum? Weiß keiner. Kam immer auf die Tagesform der Führung an.
Karriere/Weiterbildung
Wer hier Karriere machen will, braucht vor allem eins: Linientreue. Fachliche Qualifikation ist da nebensächlich. Weiterbildung machen wir dann irgendwann mal. Die Leute bekommen den Titel aber übernehmen nur das, was der Chef ihnen sagt.
Gehalt/Benefits
Theoretisch gibt's einen Tarifvertrag, praktisch hält man sich nicht dran. Öffentlich einsehbar ist dieser auch nicht. Man darf ihn in der Personalabteilung im Beisein der Leitungen einsehen, aber bitte ohne Handy. Die letzte tarifliche Erhöhung kam bei vielen gar nicht an. Die Gehälter sind völlig flexibel vereinbart, die Mitarbeiter teils günstig "geschossen", wie so ein Sonderangebot. Auch innerhalb einer Abteilung bei gleicher Arbeit gibt's unterschiedliche Gehälter. Statt klarer Tabellen lässt man lieber eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben. Das sagt ja alles.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Gesetze und Vorgaben sind theoretisch bekannt, spielen im Alltag oft aber nur eine Nebenrolle. Hauptsache, der Betrieb läuft, auch, wenn dabei mal ein "Auge zugedrückt" werden muss.
Vorgaben und gesetzliche Standards spielen nur dann eine Rolle, wenn es von außen gefordert wird.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Abteilung war der Zusammenhalt super. Ansonsten sollte man mit anderen Abteilungen nicht gut zusammenarbeiten, weil die einzelnen Verantwortlichen sich untereinander auch nicht grün waren.
Vorgesetztenverhalten
Wenn's Ärger gibt, wird das meist ignoriert oder der Chef macht's schlimmer, indem er hinter dem Rücken Stimmung macht.
Ziele ändern sich ständig. Heute heißt es so, morgen wieder anders. Je nachdem, was gerade Stress macht. Keine klaren Ansagen. Entscheidungen werden spontan getroffen und was gestern galt, interessiert heute keinen mehr.
Arbeitsbedingungen
Großraumbüros mit Dauerbeschallung. Konzentrieres Arbeiten schwierig. Ausstattung ist alles andere als modern. Tische werden von den Hausmeister zusammengezimmert. Ergonomie wird überbewertet.
Kommunikation
Meetings gibt's genug, bringen tun sie allerdings nichts. Meist wird nur rumgelabert, über andere gelästert oder vom Thema abgeschweift. Ständig platzen Leute ins Meeting oder das Telefon klingelt. Dann wird erstmal ewig über unwichtige andere Dinge geredet und man sitzt blöd daneben. Struktur Fehlanzeige. Ergebnisse gibt's selten. Am Ende hat man nur seine Zeit verschwendet, die hinten dran gehangen werden muss.
In der ganzen Zeit, die ich da war, habe ich nicht eine Betriebsversammlung vom Betriebsrat erlebt oder sonst irgendwie eine betriebliche Versammlung, wo über Ziele und Visionen gesprochen wird.
Gleichberechtigung
In einigen Abteilungen fliegen die Firmenwagen nur so rum, wo die Mitarbeiter nicht einen einzigen Kilometer beruflich fahren und in anderen Ecken gibt's nicht mal die tarifliche Erhöhung oder mehr Kohle, wenn die Aufgaben wachsen.
Interessante Aufgaben
Eine Stellenbeschreibung gibt's nicht. Du machst das, was gerade anfällt und was du gut kannst. Je mehr du kannst, desto mehr Arbeit bekommst du. Aber mehr Geld? Auf gar keinen Fall! Das entscheidet nämlich die Personalabteilung und nicht der Chef, der dir den ganzen Kram aufbrummt.
Und wenn du dem Chef nicht passt, hast du Pech. Dann bekommst du kaum noch Aufgaben und das Wenige, was du hast, wird ständig kritisiert und hinter deinem Rücken mit anderen Kollegen besprochen.