Starke Verschlechterung nach Führungswechsel
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre verschlechterte sich insbesondere nach dem Wechsel in der Unternehmensführung deutlich!! Viele Mitarbeiter hatten Angst davor, Fehler zu machen, da diese häufig nicht als normaler Bestandteil der Arbeit betrachtet wurden. Statt einer sachlichen Ursachenanalyse entstand oft der Eindruck, dass schnell nach Schuldigen gesucht wurde. Das führte zu einer spürbaren Verunsicherung und einem Arbeitsumfeld, das von massiver Kontrolle statt von Vertrauen geprägt war.
Kommunikation
Wichtige Informationen wurden teilweise verspätet oder gar nicht weitergegeben. Entscheidungen waren oft nicht nachvollziehbar und wurden den betroffenen Mitarbeitern nicht ausreichend erklärt. Dadurch entstanden unnötige Unsicherheiten, Missverständnisse und Mehrarbeit.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt innerhalb meiner Abteilung war einer der einzigen Gründe, warum die Arbeit trotz der schlimmen Rahmenbedingungen noch funktioniert hat. Einige Kollegen haben sich gegenseitig unterstützt und offen ausgetauscht. Gleichzeitig war die Atmosphäre zunehmend von Unsicherheit bzw. Angst geprägt. Es entstand häufig der Eindruck, dass Fehler nicht als Lernchance betrachtet wurden, sondern schnell nach Verantwortlichen gesucht wurde. Dadurch entwickelte sich eine Kultur, in der Mitarbeiter eher ängstlich agierten und teilweise versuchten, sich gegen mögliche Vorwürfe abzusichern. Der Zusammenhalt war daher vor allem innerhalb unserer Abteilung vorhanden und nicht unbedingt im restlichen Unternehmen zu beobachten. Leider haben im Laufe der Zeit viele geschätzte Kollegen die Abteilung bzw. das Unternehmen verlassen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war grundsätzlich akzeptabel. Mit zunehmender Fluktuation und mehreren Kündigungen stieg die Arbeitsbelastung jedoch spürbar an. Offene Stellen wurden teilweise über längere Zeit nicht nachbesetzt, sodass zusätzliche Aufgaben auf die verbleibenden Mitarbeiter verteilt wurden.
Vorgesetztenverhalten
Nach dem Wechsel in der Unternehmensführung hat sich das Arbeitsklima stark verschlechtert. Entscheidungen wirkten wenig nachvollziehbar und wurden häufig ohne ausreichende Kommunikation getroffen. Der Umgangston war zeitweise absolut unangemessen und emotional belastend. In Besprechungen kam es vereinzelt zu lautstarken Auseinandersetzungen. Ich habe zudem Situationen erlebt, in denen Mitarbeiter aufgrund des ausgeübten Drucks emotional stark belastet waren. Auf solche Situationen wurde nicht mit der nötigen Empathie reagiert. Dies hat das Vertrauen vieler Mitarbeiter in die Führungsebene nachhaltig beeinträchtigt.
Die Personalabteilung wurde von vielen Mitarbeitern nicht mehr als unabhängiger und vertrauensvoller Ansprechpartner wahrgenommen. Während Mitarbeiteranliegen früher offener aufgenommen wurden, entstand später zunehmend der Eindruck, dass die Interessen der Geschäftsführung konsequent über die Interessen der Belegschaft gestellt wurden.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen werden soweit gut behandelt. Das Unternehmen wirkt aber generell eher traditionell bzw. altbacken geprägt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind deutlich verbesserungswürdig. Das Firmengebäude ist stark in die Jahre gekommen und Investitionen in Modernisierung waren während meiner Beschäftigungszeit nicht erkennbar. Teilweise entsteht der Eindruck, dass notwendige Maßnahmen immer wieder aufgeschoben werden. Auch die technische Ausstattung und die allgemeine Infrastruktur könnten moderner sein.
Gehalt/Benefits
Das Gehaltsniveau empfand ich als durchschnittlich bis eher unterdurchschnittlich. Regelmäßige Gehaltsentwicklungen oder spürbare Gehaltserhöhungen waren nach meiner Erfahrung eher die Ausnahme. Wer großen Wert auf finanzielle Entwicklung legt, wird hier vermutlich nur begrenzt zufrieden sein.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten waren aus meiner Sicht kaum vorhanden. Weiterbildungsangebote wurden nur sehr eingeschränkt angeboten und klare Entwicklungspfade waren nicht erkennbar. Wer sich fachlich oder persönlich weiterentwickeln möchte, sollte dies bei der Arbeitgeberwahl berücksichtigen.