Metamorphose vom Start-up nicht geglückt – corporate greed hat alles zerfressen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Benefits, Ausstattung & Kollegium
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Workload, keinerlei Wertschätzung, mieses Gehalt, teils starke Inkompetenz des Managements, aufgesetztes Image
Verbesserungsvorschläge
Viel weniger corporate greed & stattdessen mehr Wertschätzung für die eigenen Mitarbeitenden.
Arbeitsatmosphäre
Die meisten Kolleg:innen waren individuell betrachtet wirklich tolle Menschen, aber aufgrund von utopisch hohem und teils unfairem Workload waren viele auch einfach ausgebrannt und abgenervt – das zieht die allgemeine Stimmung entsprechend nach unten.
Image
Ich empfand das Image immer als sehr aufgesetzt. Es wird versucht sich am Markt als Premium-Anbieter zu positionieren, obwohl das Produkt, in meinen Augen, inzwischen von der Konkurrenz ein gutes Stück überholt wurde.
Work-Life-Balance
Bestand für manche quasi gar nicht. Der Workload ist in manchen Positonen überhaupt nicht vertretbar gewesen, sodass teils bis in die Abend- oder gar Nachtstunden gearbeitet wurde, um die Arbeit irgendwie fertig zu bekommen. Zeit zum Abfeiern von angesammelten Überstunden gab es auch quasi nicht, weil es nahezu keine Ruhephasen gab.
Karriere/Weiterbildung
Man hat während meiner Anstellungszeit leider keine Initiative gezeigt, um Zeit oder Kosten für Weiterbildungen aufzubringen. Konkrete Nachfragen zu Messebesuchen oder Lehrmaterial sind im Sande verlaufen.
Gefühlt wurde meine Position immer nur als Mittel zum Zweck betrachtet und hat entsprechend auch keinerlei Wertschätzung oder Entwicklungsmöglichkeiten erfahren. Sogar Einigungen zu Titel und Personalverantwortung wurden nachträglich revidiert und anders umgesetzt.
Gehalt/Benefits
Die Benefits waren gut und wurden auch gern genutzt: Home-Office, Salfy, Corporate Benefits & zusätzlicher Urlaub für soziales Engagement zum Beispiel. Das Gehalt war im Gegensatz dazu leider eher dürftig in Anbetracht dessen, was abverlangt wurde – es fühlte sich irgendwann eher wie Schmerzensgeld an. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld gab es in der regel nicht. Das interne Bewertungssystem (Leapsome 360°), welches teils auch als Grundlage für mögliche Beförderungen genutzt wird, ist ein absoluter Witz, weil es teils biased missbraucht werden kann.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen agiert in puncto Umweltbewusstsein relativ modern. Es wurde auf korrekte Mülltrennung geachtet, wenn möglich wurde Papier eingespart, der Geschirrspüler wurde erst eingeschaltet, wenn er auch wirklich voll war, usw.
In puncto Sozialbewusstsein empfand ich das Verhalten eher mittelmäßig. Es wird versucht über Social-Days das Gefühl und Image etwas aufzubessern, aber das wirkt etwas aufgesetzt. Auch die intern definierten Werte wirken sehr künstlich und werden nicht wirklich gelebt.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Teams wurde größtenteils gut zusammengehalten und das nicht nur in guten Zeiten. Schwierige Projekte konnten durch Teamwork & Support gewuppt werden. Ein paar schwarze Schafe gab es dennoch, aber die hat man schnell erkannt.
Umgang mit älteren Kollegen
War für mein Empfinden vollkommen in Ordnung. Mir sind keine Fälle von Diskriminerung o.ä. bekannt.
Vorgesetztenverhalten
Während meiner Zeit habe ich 7 oder 8 Vorgesetzte vor die Nase gesetzt bekommen (Fluktuationsrate lässt grüßen). Da war von gut und fair bis schlecht und inkompetent alles dabei. Ein riesiges Problem in meiner Position war ganz klar, dass die Vorgesetzten überhaupt nichts von meiner Tätigkeit verstanden haben – weder fachlich, noch technisch. Entsprechend gab es kein Grundverständnis von Umfang, Komplexität und Bearbeitungsdauer der jeweiligen Aufgaben. Es wurde zu oft immer neuer Kram eingebrieft und erwartet, dass alles ruckzuck umgesetzt wird. Auch das Aufbringen von Problemen wurde in den wöchentlichen Einzelgesprächen zu gern abgetan und nicht aktiv verbessert.
Arbeitsbedingungen
Technisch betrachtet gab es hier keinen Anlass zum Meckern – eher im Gegenteil. Hardware wurde nach Wunsch und passend zum Budget bereitgestellt, Vollzeit Home-Office ist möglich und auch das Büro war super. Es gab z.B. einfache Möglichkeiten, um Räume für Meetings oder Workshops zu buchen. Der Kaffee war okay, aber hätte besser sein können :D
Kommunikation
Es herrschte sehr schlechter Informationsfluss. Das Mangement traf oft dickköpfige Entscheidungen und reichte die Infos/Konsequenzen unzureichend an die Betroffenen weiter. Manchmal waren von heute auf morgen Kolleg:innen plötzlich weg und gewisse Dinge, wie Produktbezeichnungen oder Deadlines wurden immer wieder neu ausgewürfelt. Abteilungsübergreifend war die Kommunikation ebenso suboptimal und es wurde manchmal aneinander vorbei gearbeitet. Es gab generell zu viele künstlich aufgeblasene Meetings, die kostbare Arbeitszeit gekostet haben.
Gleichberechtigung
Die Management-Etage war, trotz zu letzt weiblichem CEO, schon eher von der Herrenwelt geprägt. Manche Mitarbeitende wurden meiner Meinung nach vom Management bewusst etwas kleiner gehalten. Davon abgesehen hatte ich dennoch das Gefühl, dass Faktoren wie Herkunft, Religion, Sexualität, Behinderung, Alter, u. ä. absolut keine Rolle spielen und dass das Unternehmen relativ weltoffen und modern agiert.
Interessante Aufgaben
Während meiner Zeit habe ich eine sehr bunte Mischung an Aufgaben übernommen – teils auch Dinge, die ich vorher noch nicht gemacht hatte, trotz jahrelanger Erfahrung im entsprechenden Bereich. Mit der Zeit wurde es aber dennoch etwas monoton, weil viele Aufgaben sehr ählich sind.