Glänzende Fassade von außen - Systemversagen von innen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich hatte immer wieder nette Kollegen und Kolleginnen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlechte Bezahlung, keine Tarifbindung, keine Benefits, Willkür bei Verhandlungen, Ignoranz und fachliche Inkompetenz der Führungskräfte, nicht kritikfähig, mehr Schein als Sein
Verbesserungsvorschläge
Hören Sie auf, hohe Budgets in das Recruiting oder in Ihre Vermarktung und Selbstdarstellung zu stecken. Investieren sie in eine faire Tarifbezahlung und in gut qualifizierte Führungskräfte. Schützen sie die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden. Seien sie kritikfähig und nehmen Sie Warnungen und Beschwerden ernst.
Arbeitsatmosphäre
Ich habe hier eine Kultur erlebt, in der es weniger auf fachliche Kompetenz ankommt, als vielmehr auf Selbstdarstellung und Sympathien.
Gehalt/Benefits
Keine Tarifbindung. Gehaltserhöhungen wirken wie reine Basar-Mentalität: wer laut verhandelt bekommt mehr, loyale kompetente Fachkräfte werden abgehängt. Fachliche Leistung zählt weniger als Verhandlungsgeschick. Während Unsummen in Prestige-Recruiting fließen, wird bei der Belegschaft an kleinsten Basics gespart.
Vorgesetztenverhalten
"Ignoranz" würde es meiner Erfahrung nach am besten beschreiben. Hier scheint das Peter-Prinzip in Reinform zu regieren: Führungskräfte wirken oft bis zur Stufe ihrer eigenen Unfähigkeit befördert. Es mangelt an echter Managementkompetenz und emotionaler Intelligenz. In kritischen Momenten, in denen Kinder oder Mitarbeitende Hilfe benötigen, herrscht absolute Überforderung oder schlichtes Schweigen. Entscheidungen werden nicht nach pädagogischer Relevanz getroffen, sondern wirken oft wie hilflose Versuche, den Verwaltungsapparat am Laufen zu halten. Erst wenn das Jugendamt mit Konsequenzen droht, regt sich überhaupt erst etwas. Man hat das Gefühl, dass diejenigen, die führen sollten, fachlich und menschlich mit der Komplexität ihrer Position komplett überfordert sind.
Arbeitsbedingungen
Die Belastung durch die Umgangsweise der Führungskräfte ist gesundheitsgefährdend. Warnsignale werden ignoriert, bis die Leute reihenweise ausfallen. Es gibt eine enorm hohe Mitarbeiterfluktuation. Man fühlt sich permanent als austauschbare Ressource, die nur funktionieren muss, um die Sätze bei den Ämtern abzurechnen. Wertschätzung oder Mitarbeiterzufriedenheit? Fehlanzeige. Empathie fehlt an den entscheidenden Stellen.
Kommunikation
Die Kommunikation ist eine einzige Katastrophe. Führungskräfte ignorieren Mails und Anfragen konsequent, völlig egal, wie wichtig oder dringend das Anliegen ist. Man schreibt sich die Finger wund, bekommt aber oft wochenlang gar keine Rückmeldung, selbst wenn es um akute Krisen geht. Diese Kultur des Schweigens empfand ich zermürbend und respektlos gegenüber meiner Arbeit. Zusätzlich erschreckend fand ich die enorme Intransparenz in der Abteilung.
Gleichberechtigung
Als Person, die selbst eine Behinderung hat, ist die Lebenshilfe Köln ironischerweise der letzte Ort, an dem ich noch arbeiten wollen würde.
Interessante Aufgaben
Eigentlich eine wertvolle pädagogische Arbeit, die aber durch die Ignoranz der Fachbereichsleitungen zur psychischen Qual wird. Es ist frustrierend zu sehen, wie Bedürfnisse von Kindern und Mitarbeitenden untergehen, weil ökonomische Faktoren wichtiger sind.