2 Bewertungen von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
2 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 2,3 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Ihr Unternehmen?
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2 Bewerber haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 2,3 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Ich habe mich ehrenamtlich bei der Lebenshilfe Nürnberg e.V. beworben. Die offizielle Website beschreibt ausschließlich Freizeitbegleitung: Spaziergänge, Gruppenaktivitäten, Kurse, Sport-Assistenz und so weiter.
Aber der Reihe nach:
Das Vorstellungsgespräch wirkte auf mich für ein Ehrenamt (gegen eine einfache Aufwandsentschädigung) ungewöhnlich bürokratisch und langwierig: Das Vorstellungsgespräch dauerte beachtliche 1 Stunde und 45 Minuten – und war damit eines der längsten, welches ich in meinem ganzen Leben geführt habe.
Ein unverhältnismäßig großer Teil dieser Zeit entfiel zudem auf die formale Präsentation von Vereinsstrukturen, Mitarbeitern und Organigrammen – anstatt pragmatisch über die konkrete Arbeit zu sprechen. Dies stand für mich in deutlichem Kontrast zur sehr niedrigschwelligen Bewerbung (kurze E-Mail plus Lebenslauf).
Warum das so ablief, sollte mir bald klar werden …
Im weiteren Verlauf wurde nämlich thematisiert, dass »pflegerische Tätigkeiten« nicht nur bei »Unfällen« und gelegentlich anfallen könnten, sondern ein zentraler, laufender Bestandteil sind. Hierbei ging es nicht etwa nur um begleitende Handreichungen (wie das Warten vor einer WC-Tür oder die Hilfe beim Umsetzen), sondern ganz konkret um aktive körperliche Intimpflege.
Nach meiner klaren und sachlichen Mitteilung, dass ich als völlig fachfremder Ehrenamtler keine intimste Pflege übernehmen kann, wurde festgehalten, dass sich die Einsatzmöglichkeiten für mich dann »sehr in Grenzen« halten würden.
Ich habe großen Respekt vor der wichtigen Arbeit der Lebenshilfe und den engagierten Mitarbeitern. Dennoch halte ich es für problematisch, dass potenzielle Ehrenamtliche erst nach einem unverhältnismäßig langen Prozess mit den tatsächlichen Erwartungen konfrontiert werden – und dies selbst im persönlichen Gespräch nicht klar und unmissverständlich. Diese Ausweichhaltung, auch während des Meetings, ließ mir letztlich keine andere Möglichkeit, als sehr explizit nachzufragen und meine Grenzen klar zu benennen.
Wenn man von seinen Ehrenamtlern erhebliche Intimpflege erwartet, sollte dies – wenn schon nicht in der Ausschreibung – zumindest so früh wie möglich kommuniziert werden. Eine Andeutung – zum Beispiel in der Einladungs-E-Mail – hätte mir ermöglicht, mich vorab zu informieren, um gegebenenfalls eine nuancierte Haltung zu formulieren. So würde eine transparente Darstellung der tatsächlichen Anforderungen falsche Erwartungen auf beiden Seiten vermeiden und allen Beteiligten unnötig lange Gespräche ersparen.
Dem Bewerber zumindest eine Absage erteilen, wenn er sich gegen ihn entschieden hat. Nach einem Gespräch (in dem ich eine vorher gestellte Aufgabe präsentiert hatte) trotz Nachfrage einfach keine Rückmeldung mehr zu erhalten, ist enttäuschend.