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Bewertung

Führungsschwach und schlechtes Klima! Soviel potential das nicht genutzt wird. Dringender Handlungsbedarf!

1,4
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Konrad-Lerch-Wohnheim gGmbH in Offenbach an der Queich gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Besonders kritisch empfand ich, dass ich einzelne Situationen erlebt habe, in denen ich mir im pflegerischen und organisatorischen Bereich deutlich mehr fachliche Sicherheit und Verantwortungsbewusstsein gewünscht hätte. Gleichzeitig wirkte die Führung auf mich häufig wenig durchsetzungsstark, wodurch einzelne Mitarbeitende oder externe Kräfte großen Einfluss auf Abläufe und Entscheidungen gewinnen

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Mein Eindruck war, dass die WBL zum Zeitpunkt meiner Tätigkeit nicht über die notwendige Erfahrung und den Hintergrundwissen verfügt.

Verbesserungsvorschläge

Mehrfach habe ich Situationen erlebt, in denen aus meiner Sicht berechtigte fachliche oder organisatorische Kritik an bestehenden Abläufen geäußert wurde. Dabei handelte es sich nach meiner Wahrnehmung nicht um persönliche Angriffe, sondern um Hinweise auf konkrete Struktur-, Organisations- oder Kommunikationsproblrme

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre habe ich insgesamt als sehr angespannt und konfliktbelastet erlebt. Innerhalb des Teams bestanden aus meiner Sicht deutliche Lagerbildungen, insbesondere zwischen Stammmitarbeitenden, neuen Mitarbeitenden und Leasingkräften. Teilweise entstand der Eindruck, dass eher übereinander gesprochen wurde, anstatt Konflikte professionell und offen anzusprechen.Für neue Mitarbeitende war es dadurch schwierig, neutral und unvoreingenommen in das Team integriert
Zu werden.

Kommunikation

Die Kommunikation innerhalb des Teams habe ich teilweise als unprofessionell erlebt. Interne Informationen sowie persönliche Einschätzungen über Mitarbeitende wurden nach meiner Wahrnehmung häufig offen diskutiert. Dadurch entstand zusätzlich Unsicherheit und Misstrauen innerhalb des Teams.
Statt einer sachlichen Konfliktbearbeitung hatte ich häufiger den Eindruck von Gerüchten, persönlichen Bewertungen und emotionalen Dynamiken.

Kollegenzusammenhalt

Ein Aspekt, der mich besonders irritiert hat, war der Umgangston einzelner Mitarbeitender innerhalb des Teams.
Ich habe wiederholt erlebt, dass über Kolleginnen und Kollegen in einer Art gesprochen wurde, die ich als respektlos, abwertend und für ein professionelles Arbeitsumfeld unangemessen empfunden habe. Dabei fielen nach meiner Wahrnehmung auch Äußerungen wie „die Schimpfwort vom Spätdienst“, „ich hasse Mitarbeiter XY“ oder sinngemäß Aussagen, dass bestimmte Mitarbeitende „schon noch weggekriegt werden“, damit bestehende Strukturen erhalten bleiben.
Ob solche Aussagen ernst gemeint waren oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Für mich haben sie jedoch zu einer Atmosphäre beigetragen, die von Misstrauen, Lagerbildung und persönlichen Konflikten geprägt wurden.

Work-Life-Balance

In diesem Zusammenhang blieb mir insbesondere eine Situation im Gedächtnis, bei der im Rahmen einer nächtlichen Blutzuckerkontrolle einer Bewohnerin zusätzlich Insulin durch die Wohnbereichsleitung verabreicht wurde, obwohl ursprünglich lediglich eine Kontrollmessung vorgesehen war. Erst nach zusätzlicher Rücksprache wurde ärztlicher Kontakt aufgenommen. Die Situation wurde letztlich korrekt weiter begleitet und es entstand kein gesundheitlicher Schaden, dennoch hat mich der Umgang mit der Situation fachlich nachdenklich gemacht.
Für mich stellte sich dabei weniger die Frage nach individueller Schuld, sondern vielmehr nach den bestehenden Strukturen: Wie werden Fehler reflektiert? Wie werden neue Mitarbeitende geschult? Wie wird fachliche Sicherheit gewährleistet? Genau in diesen Bereichen hatte ich persönlich nicht den Eindruck, dass ausreichend Standards, Schulungen oder klare Einarbeitungsprozesse vorhanden waren.

Vorgesetztenverhalten

Die Führung wirkte auf mich in mehreren Situationen wenig souverän und teilweise fachlich überfordert. Gleichzeitig entstand der Eindruck, dass einzelne Mitarbeitende oder externe Kräfte erheblichen Einfluss auf Entscheidungen und die Teamdynamik hatten. Konflikte wurden aus meiner Sicht nicht ausreichend moderiert oder klar angesprochen. Zusätzlich fiel auf, dass Personen aus dem privaten oder bekannten Umfeld der Leitung ins Team geholt wurden, was die Wahrnehmung von Neutralität erschwert.

Interessante Aufgaben

In mehreren Situationen hatte ich den Eindruck, dass Selbstbestimmung, Eigenständigkeit und Teilhabe im Alltag nicht immer ausreichend gefördert wurden. Teilweise wurden bei Bewohnern bei alltäglichen Aufgaben stark versorgt oder Tätigkeiten vollständig übernommen, obwohl aus meiner Sicht mehr Unterstützung zur Selbstständigkeit möglich gewesen wäre.

Gleichberechtigung

Besonders kritisch empfand ich, dass entsprechende Verhaltensweisen nach meinem Eindruck weder konsequent angesprochen noch ausreichend korrigiert wurden. Vielmehr entstand für mich der Eindruck, dass einzelne Mitarbeitende einen erheblichen Einfluss auf die Wahrnehmung der WBL

Umgang mit älteren Kollegen

Zusätzlich hatte ich den Eindruck, dass die Führungskraft die Auswirkungen dieser Dynamiken teilweise unterschätzt hat. Dadurch konnten sich aus meiner Sicht problematische Verhaltensweisen über längere Zeit etablieren und verfestigen.Vor diesem Hintergrund hat es mich überrascht, dass ausgerechnet Personen, die nach meiner Wahrnehmung maßgeblich zu Spannungen innerhalb des Teams beigetragen haben, gleichzeitig als langfristige Verstärkung der Einrichtung in Betracht gezogen wurden.

Arbeitsbedingungen

Es fehlte aus meiner Sicht an klaren Strukturen und verbindlichen Abläufen. Ein nachvollziehbares Einarbeitungskonzept war für mich nicht erkennbar. Viele organisatorische Themen wurden eher informell vermittelt oder wirkten insgesamt wenig strukturiert.
Auch die Dienstplanung erschien mir teilweise schwer nachvollziehbar. Darüber hinaus hatte ich den Eindruck, dass organisatorisch relevante Themen nicht immer mit der notwendig Sorgfalt

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Teilweise entstand der Eindruck, dass persönliche Beziehungen innerhalb des Teams eine große Rolle spielten
Entscheidungen wirkten dadurch nicht immer objektiv

Gehalt/Benefits

Tvöd

Image

Die Außendarstellung und die tatsächlichen internen Abläufe passten aus meiner Sicht nicht zusammen

Karriere/Weiterbildung

Kein erkennbares Einarbeitungskonzept
Wenig strukturierte Unterstützung neuer Mitarbeitender

HilfreichHilfreich?ZustimmenZustimmen?MeldenTeilen

Arbeitgeber-Kommentar

Lebenshilfe Südliche WeinstraßePersonalabteilung

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Erfahrungen und Eindrücke ausführlich zu schildern. Wir respektieren, dass Mitarbeitende Situationen unterschiedlich wahrnehmen, und sehen Rückmeldungen – auch kritische – als Chance, unsere Arbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Aus Ihrer Bewertung lassen sich insbesondere die Themen Einarbeitung und Arbeitsabläufe, Teamdynamik und Führung sowie fachliche Unterstützung und Sicherheit im Arbeitsalltag ableiten, daher möchten wir an dieser Stelle gerne auf Einzelnes näher eingehen.

Im Bereich der Einarbeitung verfügen wir bereits über ein strukturiertes Einarbeitungskonzept, das in unserem Qualitätsmanagementsystem hinterlegt ist und eine zeitliche sowie inhaltliche Orientierung bietet. Gleichzeitig nehmen wir die Rückmeldung zum Anlass, diesen Prozess zu optimieren. Künftig soll bereits bei der Einstellungsmitteilung eine feste Mentorin bzw. ein fester Mentor benannt werden. Darüber hinaus wird die vollständige Umsetzung des Einarbeitungsplans abschließend durch die Personalabteilung überprüft.

Auch die Themen Teamkultur, Kommunikation und Führung nehmen wir ernst. Als Teil einer bereits geplanten Qualitätsoffensive werden im Jahresverlauf an allen Standorten regelmäßige Supervisionen durch externe Supervisorinnen und Supervisoren eingeführt. Die erste Einrichtung ist bereits aktiv. So stellen wir sicher, dass die professionelle Zusammenarbeit gestärkt, Konflikte frühzeitig bearbeitet und Führungskräfte sowie Teams in ihrer Entwicklung mit einem Blick von außen unterstützt werden.

Die Förderung von Fachkompetenz ist für uns ein weiterer zentraler Baustein. Wir legen großen Wert darauf, fachliche Expertise mit der täglichen Praxis zu verknüpfen. Daher wird ab 2027 eine zusätzliche Fachkraft standortübergreifend tätig sein und Mitarbeitende sowie Wohnbereichsleitungen direkt im Arbeitsalltag begleiten. Durch dieses „Training on the Job" sollen fachliche Fragestellungen praxisnah aufgegriffen, Mitarbeitende beraten und Schulungsangebote zentral gestaltet werden. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf dem medizinisch-pflegerischen Bereich; eine vergleichbare Unterstützung für den sozialarbeiterischen Bereich ist bereits in Planung.

Hinsichtlich der angesprochenen Organisationsstrukturen möchten wir darauf hinweisen, dass diese in den vergangenen knapp zwei Jahren schrittweise weiterentwickelt wurden. Führungskräfte wurden entsprechend qualifiziert und in ihren Rollen gestärkt, bzw. Stellen wurden mit erfahrenen externen Führungskräften besetzt. Aktuell arbeiten wir nun daran, die bestehenden Strukturen weiter zu professionalisieren, ihre Wirksamkeit zu überprüfen und die Zusammenarbeit innerhalb der Teams nachhaltig zu stärken.

Zusammenfassend möchten wir sagen, dass die Weiterentwicklung unserer Strukturen und Prozesse ein fortlaufender Prozess ist und uns bewusst ist, dass Veränderungen Zeit benötigen und nicht von allen Beteiligten gleichermaßen wahrgenommen werden. Ihre Rückmeldung nehmen wir zum Anlass, die Umsetzung unserer Standards im Arbeitsalltag weiterhin kritisch zu prüfen und dort nachzusteuern, wo sich Anspruch und gelebte Praxis nicht vollständig decken. Wir danken Ihnen daher für Ihre offenen Worte und wünschen für Ihren weiteren beruflichen Weg alles Gute.

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