Stein für Stein zum Scherbenhaufen: Mein persönlicher Eindruck der Kultur seit 2023
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kultur der Fassade: Ich finde es bezeichnend, dass auf ehrliche und kritische Erfahrungsberichte offenbar mit systematischen Meldungen wegen angeblicher „Unwahrheit“ reagiert wird, um diese offline nehmen zu lassen. Dass gleichzeitig nach meinem Wissen Mitarbeiter dazu angehalten werden, positive Berichte zu verfassen, während kritische Stimmen durch den Prüfprozess der Plattform gehen müssen, spricht für eine Kultur der Selbstdarstellung statt einer echten Aufarbeitung der Missstände.
Verbesserungsvorschläge
Neustart in der Führung: Ich halte einen personellen Neuanfang im seit 2023 amtierenden Leadership Team für unumgänglich, um die ursprünglichen Werte wieder glaubhaft zu verankern.
Ehrlichkeit statt Manipulation: Statt kritische Berichte auf Portalen wie kununu als „unwahr“ melden zu lassen oder positive Bewertungen zu forcieren, sollten die Ursachen für die massive Fluktuation und den BR-Rücktritt ehrlich aufgearbeitet werden.
Respekt gegenüber der Belegschaft: Die Führung muss lernen, die operative Ebene, die das Wachstum erwirtschaftet, mit echtem Respekt zu behandeln, anstatt Mitarbeiter bei Kürzungen herablassend zu behandeln.
Effizienz statt Selbstdarstellung: Weniger Fokus auf LinkedIn-Likes, mehr Investition in zeitgemäße IT-Tools, um demotivierendes „Excel-Kopieren“ zu beenden.
Integrität und Professionalität: Strategien sollten fundiert und professionell erarbeitet werden, statt durch interne Schilderungen über unprofessionelles Verhalten auf Offsites das Vertrauen der Belegschaft zu untergraben.
Stopp der Ausgrenzung: Die gezielte Verdrängung langjähriger Experten („alte Garde“) und die Reduzierung von Kolleginnen auf ihr Äußeres muss sofort beendet werden.
Arbeitsatmosphäre
Klima der Angst: Ich empfinde die Atmosphäre seit dem Führungswechsel 2023 als vergiftet. Nach meiner Wahrnehmung trauen sich Junioren nicht mehr zu fragen, während Senioren bei kritischen Rückfragen hart gemaßregelt werden.
Massive Fluktuation: Ich habe das Gefühl, dass eine beispiellose Kündigungswelle (gefühlt über 100 Personen bzw. ein Drittel der Belegschaft) das Unternehmen seit 2023 erschüttert hat.
Eskalation: Dass sogar die Vorsitzende des Betriebsrats letztes Jahr gekündigt hat, unterstreicht für mich, dass ein konstruktives Miteinander unter der aktuellen Führung nicht mehr möglich scheint.
Toxische Rollenbilder: Ich finde es erschreckend, wie sehr Kolleginnen nach meinem Eindruck auf ihr Äußeres reduziert werden (z. B. Musterung im Aufzug), was bei Betroffenen zu Angstzuständen führt.
Work-Life-Balance
Gefühlte Dauerüberlastung: Ich empfinde die Arbeitsbelastung seit 2023 als kaum noch tragbar. Durch die enorme Fluktuation müssen die verbliebenen Mitarbeiter nach meiner Wahrnehmung regelmäßig Aufgaben für zwei oder drei Personen gleichzeitig übernehmen ("Double- oder Triple-Jobbing").
Mangelnde Anerkennung von Mehrarbeit: Ich finde es demotivierend, wenn man monatelang Vakanzen überbrückt oder höhere Positionen vollumfänglich ausfüllt ohne dass dies in der Work-Life-Balance oder durch Beförderungen honoriert wird.
Willkür bei Flexibilität: Meinem Eindruck nach hängt die Einhaltung von Hybrid-Arbeitsmodellen stark vom Gutdünken einzelner Führungskräfte ab und wird teils ohne nachvollziehbaren Grund ignoriert.
Psychische Belastung: Die von mir wahrgenommene Angstkultur und der Druck im Büro führen dazu, dass man auch nach Feierabend kaum abschalten kann.
Karriere/Weiterbildung
Klüngelwirtschaft: Beförderungen wirken auf mich wie Begünstigungen innerhalb eines „inneren Zirkels“ ohne Rücksicht auf Qualifikation.
Mangelnde Anerkennung: Ich empfinde es als demotivierend, wenn enorme Mehrarbeit (Double-Jobbing) ignoriert wird und man trotz Ausfüllen höherer Positionen über Monate hinweg als „nicht gut genug“ abgestempelt wird.
Gehalt/Benefits
Mangelnde Wertschätzung: Trotz des geschäftlichen Erfolgs der Region wird die Mehrbelastung durch das „Double-Jobbing“ (aufgrund der hohen Fluktuation) nach meinem Empfinden in keiner Weise finanziell oder durch Sozialleistungen ausgeglichen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeit nur als Fassade: Meinem Eindruck nach dient das Thema Nachhaltigkeit vor allem der externen Selbstdarstellung (z. B. auf LinkedIn), während der interne Umgang mit den Mitarbeitern (Druck, Fluktuation, Angstkultur) für mich in keiner Weise zu einem verantwortungsvollen, sozialen Unternehmen passt.
Kollegenzusammenhalt
Vergiftetes Miteinander: Ich habe das Gefühl, dass ein „innerer Zirkel“ bevorzugt wird, was das Team spaltet. Ein ehrlicher Austausch wird nach meinem Empfinden durch die herrschende Angstkultur im Keim erstickt.
Ellenbogengesellschaft: Auf mich wirkt es so, als würden Menschen, die eine eigene Meinung vertreten, isoliert. Der Zusammenhalt leidet massiv darunter, dass Loyalität zur Führungsebene offenbar höher bewertet wird als kollegiale Integrität oder fachliche Leistung.
Umgang mit älteren Kollegen
Systematische Verdrängung: Auf mich wirkt es so, als würden erfahrene Kollegen (insbesondere männliche der „alten Garde“ von vor 2023) gezielt aussortiert („Brauchen wir den wirklich?“).
Vorgesetztenverhalten
Respektlosigkeit: Ich finde es bezeichnend, dass die Geschäftsführung (GM) Mitarbeiter oft nicht grüßt. Den Umgang mit dem Sales-Team empfand ich als herabwürdigend, besonders das offene Auslachen beim Entzug der Firmenwagen („Champagnerkorken“).
Mangelnde Professionalität: Wenn Aussagen über einen hohen Alkoholkonsum bei Offsites getätigt werden („…erst jede Menge Wein getrunken, dann Strategie gemacht“), verliere ich jedes Vertrauen. Auch das Gefühl, dass Inkompetenz in Calls durch „Schatten-Zuarbeiter“ kaschiert wird, empfinde ich als höchst unprofessionell.
Öffentliche Bloßstellung: Ich finde es unerträglich, wie Mitarbeiter in Townhalls vor versammelter Mannschaft bloßgestellt oder vertrauliche Informationen von Vorgesetzten weitergegeben werden.
Arbeitsbedingungen
Zwei-Klassen-Gesellschaft: Ich finde den Kontrast unerträglich: Während bei der Belegschaft Weihnachtsgeschenke gestrichen werden, residiert das Leadership Team zweimal jährlich in 5-Sterne-Wellnesshotels.
Wegfall von Benefits: Die Streichung der Firmenwagen bei gleichzeitigem fast zweistelligem Wachstum empfinde ich als Hohn.
Kommunikation
Inszenierung statt Führung: Ich habe den Eindruck, dass LinkedIn-Likes der Führung wichtiger sind als die operative Arbeit.
Gleichberechtigung
Doppelmoral: Ich habe das Gefühl, dass das Verhalten der GM nur akzeptiert wird, weil sie eine Frau ist - bei einem Mann wäre dies längst sanktioniert worden.
Interessante Aufgaben
Administrative Steinzeit: Ich finde die Arbeit aufgrund katastrophaler Tools extrem mühsam. Ein Großteil der Zeit wird mit dem händischen Kopieren von Daten zwischen Excel-Listen verschwendet.


