Führung durch Kontrolle statt Vertrauen – hohe Fluktuation, kaum Perspektiven, schwache Kommunikation.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der einzige Lichtblick war aus meiner Sicht der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen. In einem Umfeld aus Kontrolle und Druck war Verlässlichkeit im Team besonders wichtig – und oft auch die einzige Form von Rückhalt. Sozialleistungen wie vermögenswirksame Leistungen oder betriebliche Altersvorsorge waren vorhanden, aber Standard.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich hatte den Eindruck, dass leguano in vielen Bereichen stehen geblieben ist – nicht nur in Bezug auf Innovation, sondern vor allem beim Umgang mit Menschen. Die Unternehmenskultur war geprägt von Kontrolle, Misstrauen und Druck. Führung wurde nicht als Verantwortung verstanden, sondern als Machtdemonstration. Fehler wurden nicht toleriert, sondern sanktioniert, selbst kleinste Missverständnisse konnten zu Personalgesprächen führen. Viele Vorgesetzte wirkten eingeschüchtert, Entscheidungen wurden nach oben abgesichert, statt Verantwortung zu übernehmen.
Die Geschäftsleitung vermittelte aus meiner Sicht ein völlig verzerrtes Selbstbild – kritikresistent, selbstbezogen, überzeugt davon, immer recht zu haben. Wer sich nicht anpasste, wurde ohne Rücksicht auf Verluste von heute auf morgen aussortiert oder ignoriert. Echte Wertschätzung gab es nicht, weder durch Kommunikation noch durch Bezahlung. Gehaltserhöhungen waren kein Thema, Gehaltsgespräche wurden als Undank interpretiert und konnten durchaus Folgen nach sich ziehen. Gleichzeitig wurde offen die Haltung vertreten, dass es den Mitarbeitenden ohnehin zu gut gehe – was in Kombination mit Mindestlohn, unbezahlten Überstunden und permanenter Erreichbarkeit mehr als zynisch wirkte.
Karriere war nur möglich, wenn man zur „inneren Runde“ gehörte. Leistung oder Einsatz spielten kaum eine Rolle. Weiterbildung? Gab es nicht. Die internen Strukturen wirkten verkrustet und unprofessionell. Kommunikation funktionierte weder top-down noch innerhalb der Teams. Oft wusste man über grundlegende Dinge wie neue Produkte nur durch Zufall oder über Kunden. Die Arbeitsbedingungen – veraltete Technik, keine Klimatisierung, fehlende Struktur – rundeten das Gesamtbild ab. Ich empfand das gesamte System als abschreckend, nicht als förderlich. Wer Eigenverantwortung, Vertrauen und Entwicklung sucht, ist hier meiner Meinung nach falsch.
Verbesserungsvorschläge
Die Unternehmenskultur muss sich grundlegend ändern: weniger Kontrolle, mehr Vertrauen. Führung muss auf Augenhöhe stattfinden, nicht durch Einschüchterung. Außerdem wäre es an der Zeit, Kommunikation ernst zu nehmen, Weiterbildung anzubieten und Führungskräfte nach Kompetenz und nicht nach Nähe zur Geschäftsleitung auszuwählen.
Arbeitsatmosphäre
Ich empfand die Arbeitsatmosphäre als stark von Angst und Kontrolle geprägt. Fehler – selbst kleinste – wurden nicht als normaler Teil des Arbeitsalltags betrachtet, sondern sofort sanktioniert. Es reichte schon eine unglückliche Formulierung in einer E-Mail, um zu einem Personalgespräch zitiert zu werden. Viele liefen wie auf rohen Eiern, weil ständig die Sorge mitschwang, „aufzufallen“. Vertrauen seitens der Führungsebene war kaum spürbar. Stattdessen: Misstrauen, Kontrolle und eine Null-Fehler-Kultur, die keinen Raum für Entwicklung ließ. Wer nicht ständig Leistung zeigte oder Kritik übte, wurde schnell als illoyal abgestempelt. Die Stimmung war häufig gedrückt, viele Mitarbeitende wirkten innerlich gekündigt.
Kommunikation
Ich hatte den Eindruck, dass leguano eine Unternehmenskultur pflegt, die von Kontrolle und Einschüchterung geprägt ist. Vertrauen, Entwicklung oder echte Zusammenarbeit spielten kaum eine Rolle. Fehler wurden nicht als normal akzeptiert, sondern als persönliches Versagen gewertet. Wer Erwartungen nicht genau erfüllte oder im Ton „danebenlag“, wurde zu Gesprächen gebeten, in denen Haltung und Loyalität infrage gestellt wurden.
Besonders belastend war der Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, die plötzlich, von heute auf morgen, verschwanden – teils auch langjährige Mitarbeitende oder Führungskräfte. Es wurde nie offen kommuniziert, stattdessen wurde einfach geschwiegen. Diese Praxis sorgte für ein Klima ständiger Unsicherheit, Angst und Gerüchten.
Auch die Kommunikation im Alltag war aus meiner Sicht desolat. Wichtige Informationen kamen entweder verspätet oder gar nicht an. Es passierte regelmäßig, dass Kunden über Produktneuheiten besser informiert waren als das Verkaufsteam. Entscheidungen von oben wurden selten erklärt und nie hinterfragt – nachvollziehbare Strukturen oder transparente Abläufe habe ich nicht erlebt.
Kollegenzusammenhalt
Der hohe Druck hat zumindest dafür gesorgt, dass man sich untereinander stützt. Viele Kolleginnen und Kollegen waren loyal zueinander – weil man wusste, dass man von oben keine Unterstützung erwarten kann. Nur Druck und Erwartungshaltung - eine Einbahnstraße.
Work-Life-Balance
Ich hatte den Eindruck, dass bei leguano ein gesundes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben nicht nur keine Rolle spielte, sondern unerwünscht war. Es wurde stillschweigend erwartet, dass man jederzeit erreichbar und verfügbar ist – auch an freien Tagen, im Urlaub oder bei familiären Anlässen. Geburtstage, Arzttermine oder andere persönliche Verpflichtungen wurden als Störung des Betriebs wahrgenommen. Wer versucht hat, Grenzen zu setzen oder auf private Bedürfnisse hinzuweisen, galt schnell als „nicht motiviert“ oder wurde zu einem Gespräch gebeten, in dem die eigene Loyalität zur Firma in Frage gestellt wurde. Die ständige Erreichbarkeit wurde nie ausdrücklich gefordert, aber durch die Konsequenzen, wenn man sich dem entzogen hat, unausgesprochen erzwungen. Ich empfand das als massiven Eingriff in die persönliche Freiheit und dauerhaft belastend - für mich und meine Familie. Selbst ein Stern ist hier zu viel.
Vorgesetztenverhalten
Ich hatte den Eindruck, dass das Verhalten vieler Vorgesetzter stark von Unsicherheit, Überforderung und Kontrolle geprägt war. Das lag nicht zuletzt daran, dass die Geschäftsleitung und obere Führungsebene selbst durch ein autoritäres und misstrauisches Führungsverständnis vorgab, wie zu agieren sei. Wer führen wollte, musste nicht motivieren oder Orientierung geben, sondern kontrollieren, gängeln und absichern – sonst geriet man selbst ins Visier.
Insbesondere die Geschäftsleitung schien sich für unantastbar zu halten. Kritik wurde grundsätzlich nicht zugelassen, Andersdenkende wurden ignoriert oder auf subtile Weise aussortiert. Mitarbeitende sollten in erster Linie funktionieren, nicht hinterfragen. Entscheidungen wurden häufig über die Köpfe hinweg getroffen, teils willkürlich, und dann nicht begründet oder erklärt. Die Meinung einzelner zählte nichts, es sei denn, man gehörte zum engsten Kreis.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben im Tagesgeschäft waren oft eintönig. Eigeninitiative war nicht erwünscht, Veränderung wurde blockiert. Wer über den Tellerrand hinausdenken wollte, wurde ausgebremst.
Gleichberechtigung
Ich hatte den Eindruck, dass Leistung keine Rolle spielt. Wer der Geschäftsleitung nahesteht, bekommt Chancen – andere nicht. Nur Vitamin B zählt. Das hat zu einem Gefühl von Ungerechtigkeit und Frustration geführt.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Altersdurchschnitt war hoch, was ich grundsätzlich positiv fand. Allerdings wurden ältere Mitarbeitende genauso stark unter Druck gesetzt wie jüngere – teils sogar mehr. Rücksichtnahme habe ich nicht erlebt.
Arbeitsbedingungen
Die technischen Voraussetzungen waren veraltet, viele Filialen hatten keine Klimaanlage – im Sommer war das Arbeiten teils kaum zumutbar. Hinzu kam eine erhebliche Menge an Überstunden, die oft einfach als selbstverständlich hingenommen wurde. Ich hatte den Eindruck, dass Mehrarbeit stillschweigend erwartet wurde – ohne Ausgleich und ohne Anerkennung. Wer pünktlich ging, wurde schräg angeschaut.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ich hatte den Eindruck, dass Themen wie Nachhaltigkeit oder soziales Verantwortungsbewusstsein keine Rolle spielen. Es fällt viel Müll an, alte oder defekte Ware wird einfach entsorgt. Die Schuhe bestehen überwiegend aus Kunststoff, was in starkem Widerspruch zur Außenkommunikation steht.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt im Verkauf lag meist auf Mindestlohnniveau. Zwar wurde eine Provision angeboten, diese war jedoch stark vom Kundenaufkommen abhängig – und das war wiederum Glückssache, da das Unternehmen kaum in Werbung investiert. Insgesamt fiel die Provision daher oft gering aus. Ich hatte den Eindruck, dass Gehaltsverhandlungen unerwünscht waren. Wer mehr Gehalt forderte, musste mit Konsequenzen oder einem Gespräch über seine „Einstellung“ rechnen. Erhöhungen gab es grundsätzlich nicht. Es wurde offen die Haltung vertreten, dass es den Mitarbeitenden ohnehin zu gut gehe. Das wirkte abwertend und demotivierend.
Image
Außen hui, innen problematisch. Nach außen wird ein modernes und innovatives Bild vermittelt, das mit der internen Realität wenig zu tun hat. Tatsächlich bewegt sich das Unternehmen meiner Einschätzung nach kaum weiter und verliert gegenüber der Konkurrenz an Relevanz.
Karriere/Weiterbildung
Ich hatte den Eindruck, dass es bei leguano weder ein echtes Interesse an der Weiterentwicklung der Mitarbeitenden gab, noch ein funktionierendes System zur Förderung. Weiterbildungen wurden nicht angeboten, es gab keine Schulungspläne, keine Entwicklungsgespräche, keine Perspektiven. Wer sich weiterentwickeln wollte, musste das privat organisieren – und durfte nicht damit rechnen, dass das anerkannt wird.
Karrierechancen schienen fast ausschließlich davon abzuhängen, wie nah man der Geschäftsleitung stand. Leistung, Erfahrung oder Engagement spielten aus meiner Sicht eine untergeordnete Rolle. Entscheidungen wirkten oft willkürlich, Beförderungen basierten nicht auf nachvollziehbaren Kriterien. Es herrschte das Prinzip „Vitamin B“ – wer gut vernetzt war oder zur inneren Führungsrunde gehörte, wurde bevorzugt. Der Rest konnte sich bemühen, wie er wollte – ohne Chance. Das war frustrierend und hat viele gute Leute demotiviert oder vertrieben.