Der Job mit PTSD-Garantie
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gab viele interessante Aufgaben, man durfte auch viel ausprobieren und mit neuen Ideen kommen. Man musste allerdings eine absolute Bereitschaft zu viel Arbeit und bedingungslose Gefolgstreue mitbringen. Eigentlich nur etwas für Workaholics.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Keine Benefits, ein Aussaugen der Arbeitskraft der Mitarbeitenden, übergriffige Geschäftsführung ohne Korrektiv, unendlich viele Überstunden bei jedem. Wer das Unternehmen verlässt wird von der Führungsriege als Verräter bezeichnet und sozial isoliert.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen ist seit meinem Austritt zweimal verkauft worden. Ich kann nicht beurteilen, wie das Unternehmen jetzt geführt wird.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war mit den meisten Mitarbeitern gut, mit wenigen Chefs gut, mit allen anderen nicht.
Image
Dieser Arbeitgeber war schon immer als sehr schlechter Arbeitgeber in der Branche verschrien. Auf Stellenausschreibungen gab es nur wenige Bewerbungen und vor allem keine qualifizierten Bewerber.
Work-Life-Balance
Als Abteilungsleiter gab es kein Wochenende, für viele Team-Mitglieder auch nicht. Abteilungsleiterrunden wurden meist am Sonntag abgehalten, "denn da haben wir ja alle Zeit und keine Kunden-Kommunikation"
Karriere/Weiterbildung
Wer sich engagiert, wurde gesehen und konnte vom Azubi bis in die Geschäftsleitung aufsteigen.
Gehalt/Benefits
Es gab keine Sozialleistungen und die Gehälter bewegen sich am untersten Rand. Mit den vielen Überstunden auch gern unter Mindestlohn.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umwelt-/Sozialbewusstsein kann ich schlecht beurteilen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter Mitarbeitern war relativ gut, unter Abteilungsleitern in den meisten Fällen nicht
Umgang mit älteren Kollegen
Ich habe einige Menschen 50+ eingestellt und wurde dafür von der GF jedes Mal gerügt. Waren ältere Kollegen und Kolleginnen dann erst einmal da, war der direkte Umgang sehr respektvoll.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der meisten Vorgesetzten war toxisch. Es wurde nur darauf gelauert, dass jemand einen Fehler macht und man denjenigen öffentlich dafür anprangern konnte.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren unterirdisch. Uraltes Equipment vom Stuhl bis zur Zeiterfassung. Komplizierte proprietäre Software macht die Einarbeitung zäh und langwierig. Niemand kann auf sein vorhandenes Wissen aufbauen, sondern jeder Newbie fängt bei null an.
Kommunikation
Kommunikation war meistens nicht-existent. Es wurde einem nichts gesagt, wenn man dann eine Frage nicht aus dem Stehgreif beantworten kann, kam öffentlich "Wofür bezahlen wir Sie eigentlich?!"
Gleichberechtigung
Es gab mehr Frauen als Männer in Führungsrollen. Wer oder was Du bist, war hier völlig irrelevant.
Interessante Aufgaben
Ich lernte sehr viel. Leider war jede Woche ein neues Weltuntergangs-Szenario die Prio 1. Selbstverständlich ohne alle vorherigen außer Acht zu lassen. siehe Work-Life-Balance.