Potenzial vorhanden, die Führungskultur muss sich ändern
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Zusammenhalt unter den Kollegen. Auch in stressigen Situationen unterstützen sich die Mitarbeiter gegenseitig und sorgen für ein gutes Miteinander. Der kollegiale Zusammenhalt ist definitiv die größte Stärke.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit unterschiedlichen Meinungen. Mitarbeiter sollten die Möglichkeit haben, offen und ehrlich ihre Meinung zu äußern, Kritik anzubringen oder Verbesserungsvorschläge zu machen, ohne anschließend das Gefühl haben zu müssen, dafür „auf dem Kicker“ zu stehen.
Statt unterschiedliche Meinungen als Chance zur Verbesserung zu sehen, entsteht teilweise der Eindruck, dass kritische Äußerungen persönlich genommen werden. Dadurch halten sich Mitarbeiter zunehmend zurück, anstatt Probleme offen anzusprechen.
Auch die Kommunikation zwischen Führungsebene und Mitarbeitern sollte offener und deutlich mehr auf Augenhöhe stattfinden. Entscheidungen und Vorgaben sollten nachvollziehbar kommuniziert und Mitarbeiter als ernstzunehmende Gesprächspartner behandelt werden.
Verbesserungsvorschläge
Die Geschäftsführung sollte deutlich stärker auf die eigenen Mitarbeiter eingehen und deren Anliegen, Kritik und Verbesserungsvorschläge ernst nehmen und nicht direkt ablehnen. Mitarbeiter sollten das Gefühl haben, gehört und wertgeschätzt zu werden und nicht den Eindruck bekommen, dass ihre Meinung unerwünscht ist oder negative Konsequenzen haben könnte.
Eine offene und konstruktive Feedbackkultur wäre dringend notwendig. Kritik sollte zugelassen und als Möglichkeit zur Verbesserung verstanden werden, anstatt sie persönlich zu nehmen oder Mitarbeiter dafür abzustrafen.
Darüber hinaus sollte ein stärkerer Fokus darauf gelegt werden, gute und engagierte Mitarbeiter langfristig zu halten. Wertschätzung, Vertrauen, faire Kommunikation und vernünftige Arbeitsbedingungen wären dabei ein wichtiger Anfang.
Arbeitsatmosphäre
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist grundsätzlich sehr gut. Viele Mitarbeiter verstehen sich untereinander bestens und unterstützen sich gegenseitig, gerade auch in stressigen Situationen und bei der angespannten Personalsituation.
Umso bedauerlicher ist es, dass die allgemeine Zufriedenheit unter den Mitarbeitern dennoch eher gering ist. Die Unzufriedenheit scheint dabei weniger mit dem Kollegium selbst, sondern vielmehr mit dem Geschäftsführer, dem Prokuristen und deren Umgang mit den Mitarbeitern zusammenzuhängen.
Work-Life-Balance
Falls man Homeoffice machen möchte, muss man es immer begründen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß und steht teilweise nicht im Verhältnis zur Arbeitsbelastung und Verantwortung. Auch bei Gehaltserhöhungen muss man häufig sehr lange und wiederholt nachhaken, bevor etwas passiert.
Positiv hervorzuheben ist als Benefit das Sportprogramm.
Kollegenzusammenhalt
Mit den meisten Kollegen versteht man sich sehr gut
Vorgesetztenverhalten
Anstatt Fehler und Probleme auch auf Führungsebene zu reflektieren, wird die Verantwortung häufig den Mitarbeitern zugeschoben. Leider herrscht unter einigen Vorgesetzten ein sehr kontrollierender Führungsstil, der wenig Vertrauen und Eigenverantwortung zulässt.
Trotz des bestehenden Personalmangels in nahezu allen Abteilungen geben die Mitarbeiter ihr Bestes und übernehmen teilweise ein erhebliches Arbeitspensum. Diese Einsatzbereitschaft wir nicht entsprechend wertgeschätzt, es wird häufig zusätzlicher Druck aufgebaut.
Hinzu kommt, dass Anweisungen eines bestimmten Vorgesetzten umgehend umgesetzt werden müssen, unabhängig davon, welche anderen dringenden Aufgaben bereits auf dem Tisch liegen. Eine klare Priorisierung und realistische Abstimmung der Arbeitsbelastung findet dabei nicht immer statt.
Außerdem herrscht teilweise respektloser Umgang mit und über Mitarbeiter. Sowohl im direkten Umgang als auch in Gesprächen über Kollegen fehlt es gelegentlich an der nötigen Wertschätzung und Professionalität. Dies wirkt sich verständlicherweise negativ auf die Arbeitsatmosphäre und die Motivation aus.
Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass nicht jeder Vorgesetzte sich so verhält.
Kommunikation
Häufig wird nicht offen, transparent und auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern kommuniziert. Statt relevante Informationen rechtzeitig und nachvollziehbar weiterzugeben, herrscht an vielen Stellen eine ausgeprägte „Geheimniskrämerei“.
Entscheidungen und Veränderungen werden teilweise erst kommuniziert, wenn sie bereits feststehen, während die betroffenen Mitarbeiter kaum in den Prozess einbezogen werden. Fragen werden nicht immer offen beantwortet und Informationen scheinen teilweise bewusst zurückgehalten zu werden.
Gleichberechtigung
Hier gibt es aus meiner Sicht noch Verbesserungsbedarf. Ich habe wiederholt unangemessene und teilweise diskriminierende Bemerkungen mitbekommen. Solche Aussagen sollten in einem modernen Arbeitsumfeld keinen Platz haben und auch nicht mit „Das war früher eben so“ gerechtfertigt werden.
Traditionen und alte Strukturen sollten nicht automatisch beibehalten werden, wenn sie nicht mehr zeitgemäß sind. Stattdessen sollte der Arbeitgeber klar für einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander einstehen und bei unangemessenen Äußerungen entsprechend reagieren.