Bezahlung top, Führung flop - Warum bei LENSER gute Ideen scheitern
Gut am Arbeitgeber finde ich
Trotz aller Herausforderungen gibt es bei LENSER auch Lichtblicke, die Hoffnung machen. Besonders positiv hervorzuheben ist der Bewerbungsprozess: professionell, freundlich und vor allem schnell – ein sehr guter erster Eindruck, der zeigt, dass man sich um neue Talente bemüht.
Auch die Bezahlung ist marktgerecht, was das Engagement des Unternehmens für faire Rahmenbedingungen unterstreicht. Besonders in den Werken ist der Zusammenhalt spürbar: Kollegialität und gegenseitige Unterstützung prägen den Alltag, selbst wenn die Belastung hoch ist.
Der Wille zur Veränderung ist bei LENSER deutlich erkennbar. Es gibt zahlreiche Initiativen rund um Digitalisierung, Automatisierung und Transformation. Auch wenn die Umsetzung noch nicht überall gelingt, zeigt sich klar: Das Unternehmen möchte sich weiterentwickeln.
Mit einem klareren Fokus, besserer Abstimmung und dem Mut, bewährte Methoden gezielt einzusetzen, könnte LENSER sein Potenzial noch deutlich stärker entfalten.
Die Grundlagen sind da – jetzt braucht es Konsequenz und Führung, um daraus echte Stärke zu machen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders gravierend ist das ausgeprägte Silodenken im Senior Leadership. Die oberste Führung agiert häufig isoliert, ohne abgestimmte Strategie oder gemeinsame Vision. Entscheidungen werden aus Einzelinteressen getroffen, was sich negativ auf die mittleren Führungsebenen auswirkt. Statt Orientierung zu geben, entstehen Widersprüche und Unsicherheit.
Hinzu kommt ein überholtes Systemverständnis: Digitalisierung und Automatisierung werden zwar vorangetrieben, jedoch ohne die zugrunde liegenden Prozesse zu hinterfragen oder zu verschlanken. Der Fokus liegt weiterhin auf individueller Leistung statt auf struktureller Verbesserung. Veraltete Tools und ineffiziente Abläufe werden durch Eigenlösungen ersetzt, anstatt auf bewährte Methoden wie Lean zurückzugreifen. Das Ergebnis ist ein organisatorisches Flickwerk, das Veränderung eher blockiert als ermöglicht.
Verbesserungsvorschläge
Wer bei LENSER arbeitet, muss mit einem hohen Maß an Frustration, Intransparenz und strukturellem Chaos rechnen. Für Fachkräfte mit Lean- oder Change-Management-Erfahrung ist das Umfeld ernüchternd:
Bewährte Methoden werden großenteils ignoriert, Prozesse sind weder standardisiert noch effizient, Entscheidungen wirken planlos, Verantwortlichkeiten sind diffus und zentrale Steuerung fehlt. Die Organisation kämpft mit Altlasten, ohne den Mut, grundlegende Veränderungen konsequent umzusetzen. Wer hier gestalten will, stößt schnell an systemische Grenzen.
Um die strukturellen Herausforderungen bei LENSER nachhaltig zu bewältigen, braucht es mehr als punktuelle Initiativen, es braucht einen klaren Kurs, Mut zur Veränderung und die Bereitschaft, bewährte Prinzipien anzuwenden. Nur wenn Führung und operative Einheiten abgestimmt handeln, kann das Unternehmen seine Komplexität beherrschen. „Culture eats strategy for breakfast.“ Ohne eine gelebte, abgestimmte Führungskultur bleibt jede Strategie wirkungslos.
Zudem sollte der Fokus stärker auf Prozesse gelegt werden. Digitalisierung und Automatisierung dürfen nicht Selbstzweck sein, sondern muss zur Vereinfachung und Standardisierung beitragen.


