Wenn man als Mitarbeiter mit Druck umgehen kann und sehr flexibel ist, kann man hier in Rente gehen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
…die Mobile-Office Möglichkeit, Gleitzeitangebote und die freie Lernplattform Coursera für alle Mitarbeiter.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
…die starren Kernarbeitszeiten.
…die Mobile-Office Regelung mit Einschränkung des Mobile-Office damit man für mindesten drei Tage Woche ins Büro kommt, was feste Mobile-Office Tage unmöglich macht.
…, dass die Geschäftsführung anscheinend nur die Maximierung des Mittelzufluss aus der Geschäftstätigkeit im Blick hat und alles dem untergeordnet wird, so auch die Lieferantenbeziehungen, der Projekterfolg und die Kundenzufriedenheit.
…, dass das Management sich offensichtlich keine Mühe gibt die Geschäftsziele für das Mittlere Management herunterzubrechen oder anzupassen. Ziele und Druck werden einfach nach unten weitergereicht auch wenn keine Möglichkeit gibt, diese eigenständig zu erfüllen.
Verbesserungsvorschläge
Ich glaube die kann man sich sparen. Die Muttergesellschaft Leonardo S.p.A. definiert hier die Ziele für die Geschäftsführung und bestimmt den Geschäftsführer. Solange die Zielvorgaben so sind wie sie sind, und von denregelmäßig wechselnden Geschäftsführern erfüllt werden, wird sich an den Bedingungen für Mitarbeiter wenig ändern.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre im Team einer Abteilung ist erfahrungsgemäß gut bis hervorragend und von starker Kooperation geprägt. Aus eigener Erfahrung habe ich bei der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen aber auch zu spüren bekommen, wie das Verhältnis zwischen einzelnen Abteilungen von Absicherungsverhalten gegen Machtspiele, Misstrauen und Unsicherheit geprägt ist.
Karriere/Weiterbildung
Die interne Besetzung offener Führungspositionen kommt häufiger vor als bei anderen vergleichbaren Arbeitgebern bei denen ich gearbeitet habe. Die Karrierechancen sind in bestimmten Bereichen auf jeden Fall vorhanden. Strukturierte Mitarbeiterentwicklung gibt es in der Firma jedoch nicht. Meine Schulungen waren auf das rechtlich notwendige begrenzt. Man muss sich um seine Weiterbildung wie bei den meisten Unternehmen selbst kümmern. Die Firma bietet für alle Mitarbeiter dafür immerhin kostenlos die Lernplattform Coursera an.
Vorgesetztenverhalten
Die Firmen- und Führungskultur ist stark fragmentiert. Es gibt Bereiche, wo Führungskräfte auf das Wohlergehen Ihrer Mitarbeiter achten. In einigen Bereichen wird aber mit Führungsmethoden der 1980er Jahre gearbeitet, bei denen Ziele und Druck der Führungskräfte unmittelbar an die Mitarbeiter weitergegeben werden. In den Bereichen haben die Führungskräfte kaum bis keine Empathie oder Wertschätzung für die Leistung der Mitarbeiter, wird Mehrarbeit, Erreichbarkeit im Urlaub und an Wochenende ohne Kompensation vorausgesetzt und regelmäßig mit Drohungen und Druck gearbeitet. In diesen Bereichen scheint es, dass die Altersstruktur der Firma älter, sehr homogen und davon geprägt ist, dass junge und neue Mitarbeiter häufig und schnell wieder das Unternehmen verlassen.
Kommunikation
Die Fragmentation der Firma wirkt sich auch auf die Kommunikation aus. Die Prozesse sind in den Abteilungen gut etabliert, jedoch von Absicherung und Verlagerung von Verantwortung in andere Abteilungen geprägt. Deshalb gibt es oft Reibungspunkte bei Abteilungsübergreifenden Prozessen. Wenn etwas dann nicht gut funktioniert, wird häufig mit Schuldzuweisungen gearbeitet und auf formalisierte Kommunikation zur „Beweissicherung“ geachtet, was die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Abteilungen teils sehr erschwert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist im Unternehmen scheint Verhandlungssache. Inflationsbedingte regelmäßige Gehaltsanpassungen gibt es nicht. Gehaltserhöhungen werden immer an Mehrarbeit und Übernahme von mehr Verantwortung geknüpft. Deshalb ist das Durchschnittsgehalt der Firma sehr wahrscheinlich unter dem Branchendurchschnitt.