Gutes Image nach außen, enttäuschende Realität im Inneren
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gab auch einige positive Aspekte im Arbeitsalltag. Es gab tolle Kollegen, mit denen die Zusammenarbeit Spaß gemacht hat und die den Arbeitsalltag bereichert haben.
Auch andere Bedingungen waren teilweise gut: Die Kantine bot leckeres Essen, ein Wasserspender stand zur Verfügung und in den Büros des Neubaus sorgte eine Klimaanlage gerade in den Sommermonaten für angenehme Arbeitsbedingungen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Umgang mit mir zum Ende meines Arbeitsverhältnisses war für mich menschlich nicht nachvollziehbar und hat zu einem großen Vertrauensverlust geführt. Obwohl ich mir während meiner Zeit im Unternehmen aus meiner Sicht nichts habe zuschulden kommen lassen und mich stets engagiert eingebracht habe, wurde ich plötzlich mit Vorwürfen und Unterstellungen von höchsten Vorgesetzten konfrontiert, die ich als ungerecht und nicht angemessen empfunden habe.
Komplett irritierend war für mich die Begründung für das Ende meines Arbeitsverhältnisses. Mir wurde mitgeteilt, dass meine Stelle wegfällt und diese nicht neu besetzt werden soll. Umso unverständlicher ist es für mich, dass die gleiche Position rund ein Jahr später wieder ausgeschrieben wurde. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass diese Entscheidung möglicherweise nicht vollständig durchdacht wurde oder die langfristigen Auswirkungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Gerade dieser Umstand hat mein Unverständnis über die damalige Vorgehensweise noch verstärkt. Eine offenere Kommunikation und eine ehrlichere Begründung wären aus meiner Sicht der fairere Umgang mit einem Mitarbeiter gewesen, der sich über viele Jahre engagiert für das Unternehmen eingesetzt hat.
Besonders enttäuschend war für mich das Verhalten meines direkten Vorgesetzten. Über viele Jahre hatte ich das Gefühl, ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihm zu haben und mich auf seine Unterstützung verlassen zu können. Gerade deshalb war der Umgang in dieser entscheidenden Phase für mich besonders schwer nachvollziehbar.
Verbesserungsvorschläge
Meiner Meinung nach sollte Leonhard Weiss die Außendarstellung als Familienunternehmen kritisch hinterfragen. Bereits während meiner Zeit im Unternehmen hatte ich nicht den Eindruck, dass die gelebte Unternehmenskultur diesem Anspruch gerecht wird.
Auch nach meinem Ausscheiden höre ich von ehemaligen Kollegen und Bekannten, die noch dort arbeiten, immer wieder von einer hohen Unzufriedenheit. Häufig geht es dabei um die Unternehmenskultur, die interne Kommunikation und den Umgang mit den Mitarbeitenden.
Image
Nach außen vermittelt das Unternehmen ein sehr positives Bild und stellt Werte wie Zusammenhalt, Wertschätzung und eine gute Unternehmenskultur in den Vordergrund. In meiner persönlichen Wahrnehmung wurde dieses Bild intern jedoch nicht immer gelebt.
Gerade im Vergleich zu meiner Anfangszeit im Unternehmen habe ich eine Veränderung wahrgenommen. Zu Beginn hatte ich noch den Eindruck, dass die nach außen kommunizierten Werte auch im Arbeitsalltag spürbar waren. Mit der Zeit entstand bei mir jedoch zunehmend der Eindruck, dass Anspruch und gelebte Realität immer weiter auseinandergegangen sind.
Work-Life-Balance
war eigentlich ok
Karriere/Weiterbildung
Männer haben gute Karrierechancen, Frauen jedoch leider eher gar nicht
Gehalt/Benefits
an sich gut aber leider auch nicht wirklich gerecht geregelt
Kollegenzusammenhalt
Es gab viele tolle Kollegen, mit denen die Zusammenarbeit wirklich Spaß gemacht hat und die den Arbeitsalltag positiv geprägt haben.
Leider habe ich aber auch erlebt, dass Konflikte und Unstimmigkeiten teilweise nicht direkt mit den betroffenen Personen angesprochen wurden. Stattdessen entstand gelegentlich der Eindruck, dass Probleme eher hinter dem Rücken der Kollegen besprochen wurden. Eine offenere Kommunikation und der direkte Austausch miteinander hätten aus meiner Sicht zu einem besseren Arbeitsklima beigetragen.
Umgang mit älteren Kollegen
ok
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten habe ich als äußerst enttäuschend und menschlich sehr verletzend empfunden. Über einen Zeitraum von mehr als sechs Jahren hatte ich das Gefühl, ein vertrauensvolles und gutes Verhältnis zu meinem direkten Vorgesetzten zu haben. Dieses Vertrauen wurde aus meiner Sicht durch sein damaliges Verhalten und den Umgang miteinander auch bestätigt.
Umso schwerer wiegt für mich, was zum Ende meiner Beschäftigungszeit passiert ist. Der Umgang mit mir, die fehlende Unterstützung und die Art und Weise, wie mit der Situation umgegangen wurde, haben mein Bild von dieser Führungskraft grundlegend verändert. Besonders enttäuschend war für mich, dass ich in der letzten schwierigen Phase nicht die Rückendeckung erfahren habe, die ich von einer Führungskraft erwartet hätte.
Eine Führungskraft sollte aus meiner Sicht Verantwortung übernehmen, fair und respektvoll mit Mitarbeitenden umgehen und auch in schwierigen Situationen Haltung zeigen. Genau diese Eigenschaften habe ich am Ende leider vermisst.
Arbeitsbedingungen
Arbeitsbedingungen waren an sich gut
Kommunikation
Ich hatte während meiner gesamten Beschäftigungszeit den Eindruck, dass die Kommunikation offen und ehrlich ist. Erst im Zuge meines Ausscheidens entstand bei mir ein völlig anderes Bild. In den abschließenden Gesprächen wurde plötzlich der Eindruck vermittelt, dass meine Arbeitsleistung über einen längeren Zeitraum nicht den Erwartungen entsprochen habe.
Für mich war das nicht nachvollziehbar. In den mehr als sechs Jahren meiner Beschäftigung fanden jährlich Mitarbeitergespräche statt, in denen meine Leistung regelmäßig besprochen wurde. Natürlich gab es – wie in jedem Arbeitsverhältnis – Verbesserungspotenzial und konstruktive Hinweise. Das ist völlig normal und gehört zur persönlichen Weiterentwicklung dazu. Allerdings wurde mir nie vermittelt, dass meine Leistung grundsätzlich unzureichend gewesen wäre.
Im Gegenteil: Es gab regelmäßige Gehaltserhöhungen, die ich als Anerkennung meiner Arbeit verstanden habe. Umso überraschender war es, erst zum Ende meines Arbeitsverhältnisses mit einer völlig anderen Bewertung meiner Leistung konfrontiert zu werden.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung und ein fairer Umgang miteinander werden nach außen hin als wichtige Werte dargestellt. In meiner persönlichen Wahrnehmung wurde dies im Arbeitsalltag jedoch nicht immer konsequent gelebt.
Es entstand teilweise der Eindruck, dass bestimmte Mitarbeiter unterschiedlich behandelt wurden und nicht für alle dieselben Maßstäbe galten. Mehr Transparenz, einheitliche Entscheidungen und ein konsequenter fairer Umgang hätten aus meiner Sicht dazu beigetragen, die Glaubwürdigkeit dieser Werte im Unternehmen zu stärken.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich waren grundsätzlich in Ordnung und waren eine gute Grundlage für die tägliche Arbeit. Mit einer anderen Führungskraft hätte ich mir jedoch vorstellen können, dass die Aufgaben abwechslungsreicher gestaltet und mehr Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen worden wären.
Aus meiner Sicht hängt die Attraktivität der Aufgaben nicht nur vom Tätigkeitsbereich selbst ab, sondern auch stark davon, wie eine Führungskraft Mitarbeitende fördert, einbindet und ihnen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung gibt.

