Viel Potenzial, verspielt durch schlechte Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die interessanten und abwechslungsreichen Aufgaben, das innovative Produktumfeld und vor allem die engagierten, fachlich kompetenten Kolleginnen und Kollegen. Der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Teams sind nach wie vor große Stärken.
Auch die flexible Arbeitszeitgestaltung, Homeoffice und die technische Ausstattung sind positiv hervorzuheben.
Das Unternehmen verfügt grundsätzlich über viel Potenzial, das aus meiner Sicht leider nicht ausreichend genutzt wird.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Den zunehmenden Verlust einer wertschätzenden Unternehmenskultur. Fehlende Führungskompetenz, mangelnde Selbstreflexion und eine unzureichende Fehler- und Feedbackkultur. Verantwortung wird häufig nach unten weitergegeben, während Transparenz und Mitarbeiterbeteiligung zwar propagiert, aber kaum gelebt werden.
Hinzu kommen eine wenig konsequente Unternehmensstrategie, ständig wechselnde Prioritäten und fehlende Investitionen in die Personalentwicklung. Besonders bedauerlich ist, dass dadurch das Potenzial vieler engagierter und fachlich kompetenter Mitarbeitender ungenutzt bleibt.
Verbesserungsvorschläge
1. Professionalisierung der Führung: Führungskräfte gezielt ausbilden, Führungsverantwortung einfordern und eine echte Fehler- und Feedbackkultur etablieren.
2. Verbindliche Unternehmens- und Produktstrategie: Klare Ziele, konsequente Standardisierung und eine stärkere Abstimmung zwischen Vertrieb, Entwicklung und Produktmanagement.
3. Wiederherstellung von Vertrauen und Wertschätzung: Ehrliche, frühzeitige Kommunikation, echte Beteiligung der Mitarbeitenden und eine Rückkehr zu den positiven Werten der früheren leogistics.
Arbeitsatmosphäre
Seit der Ausgründung aus der leogistics hat sich die Arbeitsatmosphäre erheblich verschlechtert.
Was früher von Eigenverantwortung, Vertrauen, offener Kommunikation und einem gemeinsamen Ziel geprägt war, ist zunehmend verloren gegangen. Stattdessen entsteht häufig der Eindruck, dass persönliche Interessen und Karriereambitionen stärker im Vordergrund stehen als der gemeinsame Unternehmenserfolg.
Dass eine Ausgründung zunächst Unsicherheit und wirtschaftlichen Druck mit sich bringt, ist nachvollziehbar. Umso wichtiger wäre es, anschließend wieder eine vertrauensvolle Unternehmenskultur zu schaffen. Genau das vermisse ich.
Die Atmosphäre ist zunehmend angespannt. Fehler werden selten konstruktiv aufgearbeitet, Verantwortung häufig nach unten weitergegeben. Selbstkritik, Rückhalt durch Führungskräfte und echtes Interesse an Feedback fehlen weitgehend.
Besonders bedauerlich ist das, weil die frühere Unternehmenskultur gezeigt hat, wie gut eigenverantwortliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit funktionieren kann.
Kommunikation
Zwischen dem regelmäßig betonten Anspruch an Transparenz und der tatsächlich gelebten Kommunikation besteht aus meiner Sicht eine erhebliche Diskrepanz.
Wichtige Informationen, insbesondere zu personellen und unternehmerischen Veränderungen, werden häufig erst mit deutlicher Verzögerung kommuniziert. Dabei entsteht der Eindruck, dass Informationen bewusst zurückgehalten werden, um Unruhe in der Belegschaft zu vermeiden. Das mag kurzfristig nachvollziehbar erscheinen, untergräbt langfristig jedoch das Vertrauen.
Regelmäßige Informationsveranstaltungen vermitteln zunehmend wenig Substanz. Wesentliche Entwicklungen werden kaum konkret angesprochen, Entscheidungen selten nachvollziehbar erläutert.
Auch eine echte Feedbackkultur vermisse ich. Anregungen und Kritik aus der Belegschaft verlaufen meist im Sande. Konkrete Veränderungen bleiben aus, während immer wieder versichert wird, dass man gemeinsam an Verbesserungen arbeite.
Besonders ernüchternd ist für mich, dass selbst fachliche Einschätzungen der Mitarbeitenden zu Produkten und Strategie kaum erkennbar berücksichtigt werden.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen ist überwiegend gut und gehört für mich zu den größten Stärken des Unternehmens. Auch über Abteilungsgrenzen hinweg unterstützt man sich gegenseitig und versucht, organisatorische Defizite sowie den zunehmenden Druck durch die Führung gemeinsam aufzufangen.
Besonders in schwierigen Situationen zeigt sich, dass viele Mitarbeitende füreinander einstehen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Ein ausgeprägtes Konkurrenzdenken erlebe ich unter den Kolleginnen und Kollegen nicht.
Problematisch finde ich allerdings, dass einzelne Mitarbeitende durch negative Zuschreibungen seitens der Führung zunehmend ausgegrenzt werden. Solche Einschätzungen beeinflussen teilweise auch die Zusammenarbeit anderer Teams und erschweren einen unvoreingenommenen Umgang miteinander.
Umso bedauerlicher ist es, dass der grundsätzlich gute Kollegenzusammenhalt durch derartige Einflüsse belastet wird.
Work-Life-Balance
Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und die Rücksichtnahme auf persönliche Bedürfnisse funktionieren grundsätzlich gut. Auch der Ausgleich von Überstunden ist in meinem Team unkompliziert möglich.
Allerdings entsteht häufig die unausgesprochene Erwartung, auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten kurzfristig verfügbar zu sein. Besonders auffällig ist dabei die unterschiedliche Erwartungshaltung: Während Anfragen der Führung möglichst umgehend beantwortet werden sollen, bleiben Rückfragen der Mitarbeitenden häufig lange unbeantwortet.
Hinzu kommen ständig wechselnde Prioritäten und kurzfristige Anforderungen, insbesondere aus dem Vertrieb, die eine verlässliche Arbeitsplanung erschweren.
Kritisch sehe ich zudem, dass vorhersehbare Probleme teilweise so lange unbearbeitet bleiben, bis Mitarbeitende diese unter erheblichem Zeitdruck und bis spät in den Abend lösen müssen.
Die grundsätzlich guten Rahmenbedingungen werden dadurch unnötig belastet. Mit einer vorausschauenderen Planung und klareren Prioritäten wäre eine deutlich bessere Work-Life-Balance möglich.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten ist für mich einer der größten Schwachpunkte des Unternehmens. Fachliche Kompetenz ist durchaus vorhanden, wird aber offenbar häufig mit Führungskompetenz gleichgesetzt. Viele Führungskräfte wirken auf mich in ihrer Rolle unzureichend vorbereitet und praktizieren einen autoritären, wenig zeitgemäßen Führungsstil.
Wertschätzung, Empathie und Selbstreflexion vermisse ich weitgehend. Eigene Fehlentscheidungen werden selten eingestanden, Verantwortung stattdessen häufig an Mitarbeitende weitergegeben. Kritik wird abgewehrt, statt sie als Chance zur Verbesserung zu begreifen. In angespannten Situationen kommt es zudem zu unangemessenen emotionalen Reaktionen.
Besonders kritisch sehe ich, dass Führungskompetenzen aus meiner Sicht weder ausreichend eingefordert noch gezielt gefördert werden. Unter hohem operativem Druck bleibt offenbar kaum Raum für persönliche Weiterentwicklung.
Gleichzeitig werden Entscheidungen zunehmend zentralisiert und kontrolliert. Vertrauen und Eigenverantwortung gehen verloren. Der Mensch scheint dabei häufig hinter dem kurzfristigen Geschäftsergebnis zurückzustehen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich interessant, abwechslungsreich und fachlich anspruchsvoll. Das technische und fachliche Potenzial ist zweifellos vorhanden.
Leider wird dieses Potenzial durch eine wenig konsequente Produktstrategie erheblich eingeschränkt. Obwohl beispielsweise Standardisierung als strategisches Ziel definiert wird, werden regelmäßig kundenspezifische Anforderungen umgesetzt, die diesem Ziel entgegenstehen.
Besonders problematisch ist, dass im Vertrieb offenbar Leistungen zugesagt werden, ohne deren technische Machbarkeit oder Vereinbarkeit mit der Produktstrategie ausreichend zu berücksichtigen. Die Entwicklung muss diese Zusagen anschließend auffangen.
Dadurch werden wertvolle Kapazitäten für individuelle Sonderlösungen gebunden, statt eine nachhaltige und skalierbare Produktentwicklung voranzutreiben.
Eigene Ideen können zwar eingebracht werden, finden aber häufig nur dann Berücksichtigung, wenn sie bereits bestehenden Vorstellungen der Verantwortlichen entsprechen. Wechselnde Prioritäten erschweren zusätzlich eine langfristige und zielgerichtete Arbeit.
Gleichberechtigung
Beim Thema Gleichberechtigung und zeitgemäßem Führungsverständnis sehe ich deutlichen Verbesserungsbedarf.
Besonders befremdlich empfand ich eine Situation, in der eine Führungskraft vor versammelter Belegschaft ausdrücklich erklärte, nicht gendern zu wollen, und anschließend die Leistungen der „Jungs in meinem Team“ hervorhob, obwohl diesem Team auch eine Frau angehörte. Solche Äußerungen vermitteln für mich wenig Sensibilität für einen gleichberechtigten und wertschätzenden Umgang.
Auch entsteht teilweise der Eindruck, dass persönliche Nähe zu Entscheidungsträgern und die richtigen internen Kontakte mehr Einfluss haben als sachliche Argumente.
Persönlich werde ich überwiegend respektvoll behandelt. Dennoch habe ich Verhaltensweisen erlebt, die aus meiner Sicht nicht zu einer modernen, fairen und inklusiven Unternehmenskultur passen.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren und erfahrenen Mitarbeitenden hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Gerade ihre fachliche Erfahrung und ihr über Jahre aufgebautes Wissen werden aus meiner Sicht zu wenig wertgeschätzt und bei Entscheidungen nur berücksichtigt, wenn ihre Einschätzungen den Vorstellungen der Verantwortlichen entsprechen.
Auch bei Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierechancen entsteht für mich der Eindruck, dass eher jüngere Mitarbeitende gefördert werden. Dabei scheinen persönliche Netzwerke und die Anpassung an bestehende Führungsstrukturen teilweise wichtiger zu sein als Erfahrung und fachliche Kompetenz.
Besonders kritisch empfinde ich die zurückliegenden Personalmaßnahmen, bei denen auch langjährige und ältere Mitarbeitende betroffen waren, darunter eine Kollegin kurz vor dem Renteneintritt.
Wirtschaftliche Notwendigkeiten kann ich grundsätzlich nachvollziehen. Dennoch würde ich mir einen sensibleren Umgang mit den betroffenen Menschen und mehr Wertschätzung für ihre langjährige Erfahrung wünschen.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung und die Büroräumlichkeiten sind gut. Benötigte Arbeitsmittel stehen zur Verfügung, und technische Probleme werden durch engagierte Kolleginnen und Kollegen in der Regel schnell und unkompliziert gelöst.
Deutlich problematischer sind die organisatorischen Arbeitsbedingungen. Zwar existieren definierte Prozesse und Zuständigkeiten, die im Laufe der Zeit immer wieder überarbeitet und verbessert wurden. Allerdings werden diese aus meiner Sicht gerade auf Führungsebene häufig nicht konsequent eingehalten.
Während Mitarbeitende versuchen, nach den vereinbarten Abläufen zu arbeiten, werden diese durch kurzfristige Entscheidungen und vermeintliche Abkürzungen regelmäßig umgangen. Dadurch verlieren sorgfältig entwickelte Prozesse zunehmend ihre Wirkung.
Besonders frustrierend ist, dass viel Zeit in die Verbesserung der Zusammenarbeit investiert wird, die Ergebnisse anschließend aber nicht konsequent gelebt werden.
Die Voraussetzungen für gute Arbeit sind grundsätzlich vorhanden. Es fehlt jedoch an der notwendigen Verbindlichkeit, insbesondere auf Führungsebene.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein aktives Umwelt- oder Nachhaltigkeitsbewusstsein ist für mich im Unternehmensalltag kaum erkennbar. Konkrete Initiativen werden wenig sichtbar, und Entscheidungen, etwa zur Vermeidung von Dienstreisen, erscheinen eher wirtschaftlich als ökologisch motiviert. Insgesamt entsteht für mich der Eindruck, dass die Außendarstellung in diesem Bereich ambitionierter ist als die gelebte Praxis.
Deutlich kritischer sehe ich jedoch die soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden. Unterstützung in schwierigen persönlichen Situationen wird nach meiner Erfahrung sehr unterschiedlich gehandhabt und hängt stark von der jeweiligen Führungskraft ab.
Auch bei hoher Arbeitsbelastung oder erkennbarer Überforderung vermisse ich eine aktive Fürsorge. Statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen, bleibt es häufig den Betroffenen selbst überlassen, mit der Situation umzugehen.
Eine verlässlich gelebte soziale Verantwortung und ein erkennbares Engagement für das langfristige Wohlbefinden der Mitarbeitenden kann ich leider kaum erkennen.
Gehalt/Benefits
Das Grundgehalt empfinde ich grundsätzlich als marktgerecht und angemessen. Allerdings fallen Gehaltsanpassungen eher gering aus und gleichen teilweise nicht einmal die Inflation aus. Zudem werden jährliche Anpassungen nach meiner Wahrnehmung nicht bei allen Mitarbeitenden gleichermaßen vorgenommen.
Zusatzleistungen sind vorhanden, werden jedoch wenig transparent kommuniziert. Eine betriebliche Altersvorsorge muss beispielsweise aktiv erfragt werden. Auch bei der Vergabe von Dienstwagen sind für mich nicht immer nachvollziehbare Unterschiede erkennbar.
Eine jährliche Erfolgsbeteiligung gibt es ebenfalls. Die zugrunde liegenden Ziele und deren Bewertung sind aus meiner Sicht allerdings wenig transparent, während die tatsächlichen Bonuszahlungen eher überschaubar ausfallen.
Positiv hervorzuheben sind flexible Arbeitszeiten, Homeoffice sowie zusätzliche Benefits wie Urban Sports und Mitarbeitervergünstigungen über den Mutterkonzern. Deren individueller Mehrwert hängt allerdings von den persönlichen Bedürfnissen ab.
Image
Das nach außen vermittelte Unternehmensbild ist aus meiner Sicht deutlich positiver als die intern gelebte Realität.
Früher habe ich mich stark mit dem Unternehmen identifiziert und war stolz darauf, gemeinsam mit engagierten Kolleginnen und Kollegen innovative Produkte voranzubringen. Der Zusammenhalt, die Begeisterung für die gemeinsame Arbeit und das Vertrauen in die Unternehmensführung waren echte Stärken.
Davon ist mittlerweile leider vieles verloren gegangen. Die Unternehmenskultur empfinde ich zunehmend als distanziert und wenig wertschätzend. Innerhalb der Belegschaft nehme ich vor allem Frustration und Resignation wahr. Die Identifikation mit dem Unternehmen hat deutlich nachgelassen.
Besonders bedauerlich ist der Verlust vieler engagierter und erfahrener Mitarbeitender. Die Darstellung solcher Abgänge durch die Führung entsprach dabei nicht immer dem, was ich aus persönlichen Gesprächen mit den Betroffenen erfahren habe.
Das Potenzial des Unternehmens ist weiterhin vorhanden. Sein früherer Teamgeist und seine positive Unternehmenskultur sind für mich jedoch kaum noch wiederzuerkennen.
Karriere/Weiterbildung
Eine systematische Förderung der fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung findet aus meiner Sicht kaum statt. Selbst bei konkreten Anfragen zu Schulungen oder Zertifizierungen bleibt es weitgehend den Mitarbeitenden überlassen, geeignete Angebote zu finden und ihre Entwicklung selbst zu organisieren.
Zwar bestehen grundsätzlich Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung, etwa vom Junior zum Senior. Transparente Kriterien oder nachvollziehbare Karrierewege fehlen jedoch weitgehend. Beförderungen und Titeländerungen erscheinen häufig langwierig und teilweise von persönlichen Beziehungen abhängig.
Besonders enttäuschend empfinde ich die Mitarbeiterentwicklungsgespräche. Zwar werden Entwicklungsziele vereinbart, eine regelmäßige Begleitung oder Überprüfung findet jedoch kaum statt. Statt kontinuierlicher Förderung bleibt es häufig bei einem jährlichen Gespräch ohne erkennbaren Mehrwert.
Auch der Verweis auf eigenständige Beschäftigung mit KI oder Online-Lernplattformen ersetzt für mich keine gezielte Personalentwicklung.
Hier wird erhebliches Potenzial verschenkt.