Meine Erfahrungen mit Lilly – ein ehrlicher Überblick
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist abteilungsübergreifend wenig motivierend. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass das Unternehmen bei der Einstellung mit Bedingungen geworben hat, die später nicht eingehalten wurden – und vermutlich auch nie eingehalten werden sollten. Ob Gehalt, Arbeitszeiten oder das Schichtmodell: Vieles entspricht nicht dem, was zuvor kommuniziert wurde.
Kommunikation
Die Kommunikation im Unternehmen läuft auf zwei Ebenen: über die Supervisoren und über HR. Von den Vorgesetzten darf man nicht viel erwarten. Informationen werden kaum aktiv weitergegeben, man bekommt nur etwas, wenn man ständig nachfragt. Dazu kommen regelmäßig Fehlinformationen, deren Ursprung für die Mitarbeitenden nicht nachvollziehbar ist.
Von HR‑Seite ist die Kommunikation etwas besser, aber ebenfalls weit entfernt von zuverlässig. Wichtige personalbezogene Themen werden oft sehr langsam bearbeitet oder bleiben komplett unbeantwortet. Gerade bei wirklich relevanten Anliegen ist das einfach problematisch.
Kollegenzusammenhalt
Beim Kollegenzusammenhalt kommt es stark darauf an, in welcher Abteilung man arbeitet. In manchen Bereichen funktioniert die Zusammenarbeit gut, in anderen deutlich schlechter. Wirklich interessieren tut das aber kaum jemanden – obwohl es eigentlich um ein gemeinsames Gesamtprojekt geht. Am Ende zählt nur, dass die Produktion irgendwie anläuft, egal wie es in den Teams aussieht.
Work-Life-Balance
Die Work‑Life‑Balance hängt stark davon ab, was bei der Einstellung versprochen wurde und was davon am Ende tatsächlich umgesetzt wird. Lilly wirbt mit Homeoffice, einem 5‑Schicht‑System und Vertrauensarbeitszeit – alles Dinge, die auf den ersten Blick gut klingen. In der Praxis sieht es aber anders aus.
Homeoffice steht den Mitarbeitenden zwar grundsätzlich zu, wird aber von den Vorgesetzten häufig ohne jede Begründung abgelehnt. Das 5‑Schicht‑Modell bringt nur denjenigen etwas, die auch wirklich darin arbeiten. In mehreren Abteilungen wurde es nach der Einstellung wieder gestrichen, was für die betroffenen Mitarbeitenden sowohl finanziell als auch privat deutliche Verschlechterungen bedeutet.
Auch die Vertrauensarbeitszeit ist nur dem Namen nach vorhanden. Offiziell besteht sie weiterhin, aber mit echter Vertrauensarbeitszeit hat es wenig zu tun, wenn die Arbeitszeit der Mitarbeitenden genau überwacht wird. Unter diesen Bedingungen ist eine verlässliche Work‑Life‑Balance kaum möglich.
Vorgesetztenverhalten
In vielen Situationen zeigt sich ein klassisches Führungsverhalten, wie man es auch aus anderen Unternehmen kennt: Der Chef hat immer recht oder es interessiert ihn schlicht nicht. Dazu kommt, dass manche Vorgesetzte bestimmte Mitarbeitende klar bevorzugen, während andere kaum Beachtung finden. In einzelnen Bereichen zeigt sich zudem ein Umgangston, der von Respektlosigkeit geprägt ist, und es kommt immer wieder zu Verhaltensweisen, die sich deutlich an der Grenze zu Mobbing bewegen. Diese Muster führen zu einem Arbeitsumfeld, das stark davon abhängt, bei welchem Vorgesetzten man landet.
Interessante Aufgaben
Bei einem so großen und nach außen beeindruckenden Unternehmen könnte man erwarten, dass die Aufgaben interessant und herausfordernd sind. In der Praxis sieht das aber nicht immer so aus. Je nach Rolle im Unternehmen kann die Arbeit durchaus abwechslungsreich sein, aber genauso gut daraus bestehen, acht Stunden lang auf den Monitor zu schauen und seine Zeit abzusitzen. Vieles wirkt eher wie reines „Absitzen“, statt wie eine Tätigkeit, die einen fachlich weiterbringt oder wirklich fordert.
Gleichberechtigung
Wenn man von den internen Regelungen spricht, kann man nur teilweise von Gleichberechtigung reden. Abteilungsübergreifende Regeln gelten für die einen, für andere aber nicht – je nachdem, welcher der vielen Vorgesetzten etwas sagt oder eben nicht sagt. Dadurch entstehen unterschiedliche Standards, die nichts mit fairen oder einheitlichen Bedingungen zu tun haben. Zusätzlich spielt auch der Stellenwert eine Rolle, den man bei den Vorgesetzten hat. Manche bekommen Dinge problemlos genehmigt, während andere für dieselben Anliegen blockiert werden. Von echter Gleichberechtigung kann man unter diesen Umständen nicht sprechen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen unterscheiden sich je nach Bereich deutlich. Im Büro sind Ausstattung und Arbeitsplätze solide und erfüllen die grundlegenden Standards.
Auf der Baustelle zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Obwohl viel über Sicherheit gesprochen wird, entspricht die tatsächliche Umsetzung häufig nicht dem Anspruch. Bei einem Rundgang wird schnell sichtbar, dass zahlreiche sicherheitsrelevante Punkte nicht eingehalten werden.
Gehalt/Benefits
Bei den Benefits bietet Lilly tatsächlich einiges: Wellpass, Altersvorsorge, Sonderurlaube und weitere Angebote funktionieren gut.
Dieser Bereich ist solide und für viele Mitarbeitende ein echter Pluspunkt.
Beim Gehalt sieht es dagegen deutlich unstrukturierter aus und wirkt oft willkürlich.
Man hat schnell das Gefühl, dass die Gehaltsfestlegung eher gewürfelt wurde als nach klaren Kriterien erfolgt.
Kolleg:innen sprechen natürlich miteinander und so wird sichtbar, wie chaotisch die Gehaltsstruktur ist. Berufserfahrung hat dabei kaum eine Aussagekraft.
Teilweise verdienen Mitarbeitende mit 20–30 Jahren Erfahrung weniger als frisch Ausgelernte, was intern für Unruhe sorgt.
Image
Lilly achtet stark darauf, nach außen ein gutes und professionelles Image zu vermitteln. Öffentlich wirkt vieles geordnet, modern und vorbildlich. Intern zeigt sich jedoch ein deutlich anderes Bild: Probleme, Unstimmigkeiten und chaotische Abläufe stehen in klarem Widerspruch zu dem Hochglanzauftritt, den das Unternehmen präsentiert. Ein Stil, der bei US‑Konzernen nicht gerade ungewöhnlich ist – außen perfekte Selbstdarstellung, innen die Realität.
Karriere/Weiterbildung
Beim Thema Karriere und Weiterbildung gibt es bei Lilly grundsätzlich Möglichkeiten, aber vieles wirkt nicht klar strukturiert. Angebote sind vorhanden, doch oft hängt es stark vom jeweiligen Bereich oder der Führungskraft ab, ob man wirklich gefördert wird.