Ehemals tolle Kultur mit Vision, mittlerweile regiert eher Planlosigkeit und Demotivation
Gut am Arbeitgeber finde ich
Dass die Mitarbeiter untereinander sich immer noch unterstützen und füreinander da sind. Toller Kollegenzusammenhalt, den man so nicht selbstverständlich nehmen sollte. Die Leute im Team wollen wirklich was gemeinsam schaffen, trotz der wirklich teils schlechten Rahmenbedingungen, wie beispielsweise schlichtweg fehlenden Ressourcen oder Budget. Man versucht hier wirklich aus Nichts Alles rauszholen. Wäre schön, wenn das endlich Wertschätzung erfahren würde.
Verbesserungsvorschläge
Die Führungskräfte und das Management sind mittlerweile sehr disconnected zum Rest - und das merkt man. Auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter wird wenig Wert gelegt, außer es passt zufälligerweise in die eigene Zielsetzung. Ab und an ein wenig Selbstreflektion und ein offenes Ohr für die Belange der Mitarbeiter würde vieles bestimmt verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Man merkt, wie die ehemalige “packen wir es an”-Mentalität langsam der Ermüdung weicht. Permanenter Richtungswechsel erfordert einen langen Atem, den immer weniger mitgehen können. Merkt man auch an der Fluktuation, insbesondere vieler geschätzter Kollegen, die schon lange dabei sind.
Kommunikation
Die Unternehmensstrategie ist unklar, es gibt wenig Struktur. Meinungen dominieren, Fachexpertise und klare Prozesse, als auch verbindliche Entscheidungen fehlen an vielen Stellen. In meinen Augen unkontrollierter Wachstum, der durch (mal wieder) ein Rebranding nach Außen kontrollierter wirken soll. Nachdem Entscheidungen endlos unkonstruktive Feedback-Kreise ohne jegliche Form der Struktur ziehen mussten, werden sie am Ende des Tages doch im Stillen Kämmerchen nach persönlicher Präferenz der Entscheidungsträger getroffen, gesamtheitliche Betrachtung Fehlanzeige.
Kollegenzusammenhalt
Im Kollegenkreis toller Zusammenhalt. Man schätzt und respektiert sich. In der Arbeit als auch danach. Jeder ist stets bemüht, gemeinsam tolle Resultate zu erzielen. Wie in jeder Firma auch, gibt es natürlich immer Kolleg*innen, mit denen man besser/weniger gut auskommt.
Work-Life-Balance
Im Startup-Vergleich erwartungsgemäß. Jeder hat ein Diensthandy, jeder hat erreichbar zu sein. “Warum hast du auf die Nachricht von Sonntagabend noch nicht reagiert”-Gespräche hab ich regelmäßig. Natürlich alles in der Freizeit, versteht sich. Weiß man allerdings vermutlich schon, wenn man sich für so eine Firma entscheidet.
Vorgesetztenverhalten
Teilweise sehr toxische Führungskultur - was Personenabhängig ist. Ist seit Jahren ein Thema in der internen Mitarbeiterbefragung, das Management reagiert darauf eher mit Ablehnung. Feedback wird so lange akzeptiert, wie es auch positiv ist. Hier heißt es eher Mitarbeiterbeseitigung, als Problembeseitigung.
Interessante Aufgaben
Mit eine der spannendsten Positionen, die ich jemals hatte. Man kann - je nach Abteilung - super viel bewegen und sich sehr stark einbringen. Die aktuelle Übergangsphase von Startup zu einem etablierten Unternehmen bietet hier auch sehr viele Möglichkeiten. Da die Systemlösungen noch sehr ausbaufähig sind, fließt leider teilweise unverhältnismäßig viel Arbeit in recht simple Tätigkeiten oder Systembereinigungen, sowie Abstimmungen. Die Ressourcen fehlen dann eben woanders.
Gleichberechtigung
Firmensprache standardmäßig Englisch. Viele und Nationalitäten, die auch alle so geschätzt werden, in Summe gute Frauenquote. Können sich manche Firmen eine Scheibe abschneiden.
Umgang mit älteren Kollegen
Gibt es quasi nicht.
Arbeitsbedingungen
Grundsätzlich sehr modernes Büro und Equipment. Klimaanlage im Büro, Macbooks, Siebträgermaschine, Parkplätze, der obligatorische Obstkorb. Homeoffice als auch Workation sehr unkompliziert möglich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man will sich natürlich, wie alle anderen, “Nachhaltigkeit” auf die Fahne schreiben, hat aber darüber hinaus nicht wirklich Anforderungen oder auch nur Erwartungen. Definitiv mehr Schein als Sein und klassisches Greenwashing, wie mans von vielen anderen Firmen auch kennt.
Gehalt/Sozialleistungen
Verglichen mit ähnlichen Unternehmen vermutlich angemessen, aber im Gesamtpaket (Gehalt, Arbeitspensum) dann doch eher unterdurchschnittlich.
Image
Das Image ist in der Branche wohl generell eher unbelastet. In Summe optisch ansprechendes Produkt, bei dem ich immer gerne sage, hier zu arbeiten. An der ein oder anderen Stelle kann man noch am Produkt nacharbeiten, gerade mit Blick auf die Konkurrenz.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt an sich eine regelmäßige Performance Review, die schon relativ strukturiert und gut ausgearbeitet ist. Die Ergebnisse daraus sind es dann leider eher weniger und sehr vom Wohlwollen der Führungskraft abhängig. Für alles, was Kosten verursacht, muss man stark kämpfen. Teilweise wird auch billigend in Kauf genommen, dass Expertise zur Erfüllung der Arbeit fehlt. (“Frag doch mal eine KI”)
