Ungleichbehandlung, mangelnde Führung, schwacher Teamzusammenhalt / Gaslighting
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es wird darauf bestanden, dass Arbeitnehmer während betrieblicher Systemumstellungen Urlaub oder Minusstunden nehmen, obwohl hier eigentlich das Betriebsrisiko greift. Das Unternehmen verkauft dies als Vorteil, etwa um die freie Zeit für Haustiere zu nutzen. In Wirklichkeit entsteht dadurch zusätzlicher Stress, da die Probleme vom Unternehmen verursacht werden – ein ‚Vorteil‘, der keiner ist.
Die internen Abläufe zur Beschaffung von Arbeitsmitteln sind widersprüchlich und nicht transparent geregelt. Einerseits wurde mir erklärt, dass benötigte Büroausstattung unkompliziert über ein Ticket bestellt werden kann (für alle sichtbar). Andererseits hieß es plötzlich, jede Anschaffung müsse vorher genehmigt werden. Selbst bei Kleinigkeiten wie einer neuen Handyhülle (ca. 10 €) wurde das als „großzügige“ Geste der Geschäftsführung dargestellt. Ein einfacher Fußhocker (ca. 15 €), der aufgrund meiner Körpergröße für eine ergonomische Arbeitsplatzanpassung notwendig war, wurde hingegen nicht genehmigt. Hier hätte man das Gespräch frühzeitig suchen können – stattdessen wurde das Thema erst nach ein paar Tagen im unangekündigten Mitarbeiter- bzw. Kündigungsgespräch als negativer Punkt angeführt. Besonders irritierend wirkte das Ganze, da gleichzeitig im Büro von Investitionen im fünfstelligen Bereich in neue Ausstattung gesprochen wurde. Die Situation hinterlässt daher den Eindruck, dass Kleinigkeiten bewusst aufgebauscht wurden, um mich im Nachhinein schlecht dastehen zu lassen.
Kurz vor der Mittagspause wurden plötzlich alle Accounts nacheinander gesperrt. Auf meine direkte Nachfrage, ob jetzt die Kündigung folgt oder was der Hintergrund ist, bekam ich lediglich die Antwort, man wisse von nichts. Im Nachhinein war jedoch offensichtlich, dass die Entscheidung längst intern besprochen war. Statt Klarheit zu schaffen, wurde ich fast eine Stunde im Ungewissen sitzen gelassen – eine sehr respektlose und belastende Situation.
Auf meine schriftliche Anforderung eines Arbeitszeugnisses folgte lediglich eine Mail mit einem Anhang, der weder auf das Ende des Beschäftigungsverhältnisses datiert war noch die Tätigkeiten aufführte. Zudem wurde es nicht als ordentliches schriftliches Dokument ausgestellt. Solche grundlegenden Vorgaben sollte eine Personalabteilung eigentlich kennen und einhalten.
Update zum vollständigen Abschluss:
Nach Neubesetzung in der Personalverwaltung folgte ein „korrigiertes“ Arbeitszeugnis, das erneut mehrere Fehler enthielt. Diese wären mit einer sorgfältigen Prüfung und der Nutzung digitaler Hilfsmittel problemlos vermeidbar gewesen. Um weitere Verzögerungen und Materialverschwendung zu vermeiden, habe ich die 5 zu bemängelnden Punkte ausführlich beschrieben an entsprechende Stelle weitergeleitet. Glücklicherweise war die Umsetzung dann erfolgreich.
Auch Fristen für Angelegenheiten nach dem Beschäftigungsende wurden nicht eingehalten. Es entsteht der Eindruck, dass Dokumente absichtlich fehlerhaft oder verspätet übermittelt werden. Die Rückmeldung „Sorry – leider haben wir das versäumt...“ nach über zwei Wochen Verzögerung wirkt wenig professionell.
Wer seine Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer besser kennt als der Arbeitgeber selbst, sollte von diesem Unternehmen lieber Abstand nehmen.
Arbeitsatmosphäre
Durch die ungleiche Behandlung und fehlende Klarheit in Entscheidungen entsteht eine angespannte Atmosphäre. Neue Mitarbeitende fühlen sich schnell ausgeschlossen, da sich bestimmte Personen wie Vorgesetzte aufspielen, obwohl sie keine offizielle Führungsrolle haben. Das mindert Motivation und Vertrauen im Team erheblich.
Image
Für Außenstehende kann das Konstrukt durch die Vielzahl an verbundenen Firmen eher unübersichtlich und wenig transparent wirken, was schnell den Eindruck von Unseriosität entstehen lässt.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten werden in den Stellenausschreibungen zwar erwähnt, vertraglich ist jedoch – wie in vielen Unternehmen – kein Anspruch darauf festgelegt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt leidet spürbar darunter, dass bestimmte langjährige Mitarbeiter bevorzugt behandelt werden und mehr Einfluss haben als andere. Neue Kolleginnen und Kollegen fühlen sich dadurch schnell außen vor und nicht gleichwertig eingebunden. Statt Teamgeist entsteht so eher ein Klima von Grüppchenbildung und Ungleichbehandlung. In den Raucherpausen wird gerne innerhalb der "Elite" über andere Kollegen gelästert.
Vorgesetztenverhalten
Gespräche verlaufen oft unstrukturiert und ohne klare Ergebnisse. Der Geschäftsführer ist selten vor Ort und verlässt sich nahezu ausschließlich auf die Aussagen seiner langjährigen Mitarbeiter, wodurch andere Meinungen oder neue Perspektiven kaum Gehör finden. Das führt zu einer wenig professionellen und einseitigen Entscheidungsgrundlage.
Kommunikation
Die Kommunikation ist geprägt von Intransparenz und Einseitigkeit. Informationen laufen hauptsächlich über die langjährigen Mitarbeiter, während andere Teammitglieder oft außen vor bleiben. Offene oder konstruktive Gespräche finden selten statt, was zu Missverständnissen und Unsicherheit führt. Teilweise werden Meinungen oder Rückmeldungen der Mitarbeitenden abgewertet oder infrage gestellt, was den Eindruck von Gaslighting erwecken kann.
Gleichberechtigung
Es fällt auf, dass bestimmte Personen, die in engerer Beziehung zur Geschäftsführung stehen (z. B. langjährige Vertraute oder noch nahestehendere Personen), eine deutlich größere Einflussnahme haben als andere Mitarbeitende. Teilweise treten sie gegenüber neuen Kolleginnen und Kollegen wie Vorgesetzte auf, obwohl sie keine offizielle Führungsrolle innehaben und dies nicht zu ihrem Aufgabenbereich gehört. Das führt zu einem unausgeglichenen Machtverhältnis und beeinträchtigt das Gefühl von Fairness und Gleichbehandlung.