Reine Zeitverschwendung
Gut am Arbeitgeber finde ich
An diesem Arbeitgeber gibt es aus meiner Sicht nichts Positives hervorzuheben. Die einzige Ausnahme ist das Team. Die direkte Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen ist hervorragend. Sie sind fachlich kompetent, hilfsbereit und engagiert. Ohne dieses Team wären die bestehenden Herausforderungen kaum zu bewältigen. Wie bereits viele meiner Vorgänger werde auch ich das Unternehmen verlassen. Nach meiner Erfahrung liegt die Ursache hierfür nicht im Fachkräftemangel, sondern vielmehr in strukturellen und organisatorischen Problemen. Unklare Kommunikation, mangelnde Verantwortungsübernahme sowie fehlende Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden tragen dazu bei, dass Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen schnell verloren gehen. Auffällig ist zudem die hohe Anzahl an Langzeiterkrankungen. Gleichzeitig steigt die Arbeitsbelastung kontinuierlich. Die Zusammenarbeit mit der Schweiz sowie die Anforderungen des chinesischen Eigentümers führen zu einer stetigen Zunahme von Reportings, Auswertungen und zusätzlichen Aufgaben. Häufig wird erwartet, dass neue Anforderungen unverzüglich umgesetzt werden, unabhängig von den tatsächlich verfügbaren Kapazitäten. Besonders problematisch ist die personelle Ausstattung. Tätigkeiten, die in der Schweiz auf mehrere Mitarbeitende verteilt werden, sollen in Bergneustadt von nur einer Person übernommen werden. Auf entsprechende Hinweise oder Rückfragen erhält man häufig Antworten wie: „Das wurde schon immer so gehandhabt.“ Anstatt solche Aussagen als Warnsignal zu verstehen, wird an den bestehenden Strukturen festgehalten. Vor diesem Hintergrund sollte man sich fragen, warum bestimmte Positionen immer wieder neu besetzt werden müssen. Die Antwort liegt möglicherweise näher, als man denkt. Hinzu kommt, dass die Arbeitszeiten tariflich angestellter Mitarbeitender reduziert werden, obwohl gleichzeitig Kolleginnen und Kollegen krankheitsbedingt ausfallen und die verbleibenden Beschäftigten die zusätzliche Arbeit auffangen müssen. Dies verschärft die ohnehin hohe Belastung zusätzlich. Es würde mich nicht überraschen, wenn diese Stelle in absehbarer Zeit erneut ausgeschrieben wird. Betrachtet man die Anzahl der Controllerinnen und Controller, die in den vergangenen Jahren gekommen und wieder gegangen sind, ergibt sich ein deutliches Bild. Der Hinweis eines früheren Controllers hier auf Kununu, vorsorglich eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen, erschien mir zunächst übertrieben. Rückblickend betrachtet war dieser Rat jedoch durchaus nachvollziehbar.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die beworbenen „flexiblen Arbeitszeiten“ und die Möglichkeit zum Homeoffice gelten offenbar nur dann, wenn es den Interessen des Arbeitgebers dient. Arbeit am Wochenende von zu Hause aus ist selbst in der Probezeit kein Problem. Muss man jedoch aufgrund eines wichtigen persönlichen Anliegens ausnahmsweise im Homeoffice arbeiten, wird dies mit Verweis auf die Probezeit verweigert. Von gelebter Flexibilität kann daher nur eingeschränkt die Rede sein. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass die Regelungen einseitig zu Gunsten des Unternehmens ausgelegt werden.
Verbesserungsvorschläge
An der Kommunikation und Wertschätzung arbeiten