Schlechte Führung - Unternehmen könnte viel besser dastehen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Produkt, Feeling Teil von etwas zu sein, viele Ressourcen, etabliertes Unternehmen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Unfaire Dynamiken, mehr Show als Wahrheit scheint manchmal als bewährtes Konzept genutzt zu werden.
Verbesserungsvorschläge
Es bleibt ja doch wie es ist. Ich würde mir wünschen, dass die Firma fair wird. Dass es belohnt wird, wenn man sich einsetzt und etwas schafft. Dagegen wissen die meisten Manager gar nicht wie die Realität ausschaut, wenn man sich wirklich anstrengt, und was wahre Arbeitsergebnisse ausmachen (Bsp durchmogeln von schlechten Oppos wurde gerne gesehen). Ergo wird nur auf Metriken von "Fake Work" geschaut. Meine Meinung. Verbesserung: genauer herausarbeiten anhand von Daten, wann ein Manager wirklich performt und nicht, wie sehr er sich auf fremden Lorbeeren ausruht, für deren Kreation er gar nicht verantwortlich ist (Leads Marketing vs Leads die selbst kuriert wurden).
Arbeitsatmosphäre
Im Endeffekt war schon alles gut. Ich fand jedoch, dass manche Kollegen trotz toxischen Verhaltens gefördert wurden. Die Kritik schien meist auch komplett abzuprallen. Meiner Meinung nach angeprangerte unfaire Vergaben von Leads z.B. wurden nicht verändert, sondern es wurde versucht durch das untere und mittlere Management die Meinung zu repressieren.
Kommunikation
Es gab sehr viele Meetings, die nicht zielführend waren. Großteil der Leute hat bei den ständigen Meetings gearbeitet. Die ständigen Firmenfeiern waren großzügig. Es gab genug Informationen über den aktuellen Stand.
Kollegenzusammenhalt
Teilweise sehr gut in der eigenen Abteilung. Es fühlte sich für mich jedoch so an, dass es unter Abteilungen leichte Reibereien gab. Im Sales Development konnte man von Kollegen aus Abteilungen, die sich als besser qualifiziert halten, so behandelt werden, dass es sich sehr herablassend anfühlte. Dies war kein Einzelfall. Es wurde eine flache Hierarchie propagiert, aber manchmal schien das Narrativ von der Realität abzuweichen. Etwas, das mir leider öfter auffiel hier.
Work-Life-Balance
Man konnte es sich echt schön machen, wenn man "frech" war. Da nicht wirklich auf Mühe und die Realität wie Ergebnisse entstehen geschaut wurde, machte dies keinen Unterschied in der Bewertung der meisten Vorgesetzten. Was der Großteil der Kollegen dann auch nutzte. Durch das Homeoffice sollte man nicht unterschätzen, was man sich für einen Stress auflädt, wenn man Vollgas geben möchte im Job.
Vorgesetztenverhalten
Ich fand wirklich nur das gehobene Management und etablierte Köpfe gut, die schon seit Jahren dort arbeiteten. Toller Mann ganz oben. Jedoch machte ich wirklich sehr schlechte Erfahrung mit dem unteren und mittleren Management aus meiner Abteilung. Im Bewerbungsgespräch fühlte ich mich im Nachhinein getäuscht. Meine Leistung fand keine entsprechende Anerkennung. Es bestanden einfach keine fairen Vorgaben: Leute die faulenzten wurden, nach meinem Ermessen, besser behandelt, als die Mitarbeiter, die wirklich Gas gaben. Trotz nachweisbarer Ergebnisse. Zum Schluss wurde es mir nahe gelegt, dass man sauer auf mich sei, obwohl ich nur kündigte, weil Versprechungen nicht erfüllt wurden. Ich kann jedem Mitarbeiter den Tipp geben ein wenig falsch zu sein. Die meisten Leute hier gaben mir das Gefühl geschickt politische Spielchen mitzumachen. Wahre Leistung wurde eher abwärtig angesehen. Ich muss sagen, dass mich dieses Kapitel meines Lebens wirklich für eine lange Zeit deprimiert hat, weil starke Ergebnissen und sehr viel Mühe wirklich nicht entsprechend honoriert und eher bestraft wurde von meinen Führungskräften.
Interessante Aufgaben
Ich meine, dass Outbound gepredigt wurde. Was logischerweise dann den Großteil des Tages einnimmt. In der Realität wurden Leute die sich geschickt die Inbounds schnappten und gar im Umkreis der Kollegen ganz offen sagten, dass sie einfach kein Outbound machen, befördert und belohnt. Wer schön artig sich die Mühe machte, wurde bestraft. Das war kein Einzelfall, sondern durch die Bank in meinen Augen zu beobachten. Hiermit fühlte man sich nach einer Weile ganz schön närrisch sich die harte Arbeit zu machen, während anderen scheinbar der Kuchen zugeworfen wurde. Außerdem wurden Verbesserungsvorschläge, um die Arbeit effizienter zu machen, kaum angenommen. Wie gesagt, hohe Einsatzbereitschaft wurde kaum gewürdigt, sondern eher bestraft.
Gleichberechtigung
Naja. Es gab da einen Vorfall, der für mich wirklich massiv das Vertrauen in deren verkündete offene Philosophie untergraben hat. Man sagt DEI, aber die Realität kann ganz anders aussehen. Ansonsten fand ich es toll, dass hier nicht so viel Wert auf Äußeres gelegt wurde. Was sich seit der Ummodellierung der Brand und vielen neuen Gesichtern im Unternehmen immer weniger gelebt wurde.
Gehalt/Benefits
Es gibt grobe Gehaltsgefälle für die gleiche Arbeit. Leistung und Belohnung hat kaum etwas miteinander zu tun in manchen Fällen. Provisionierung hatte einige Macken. Völlig selbst erarbeitete Leads und zugeworfene wurden gleich gewertet o.O
Image
Echt ein super Produkt, was viel trägt. Auch wenn in Zeiten von Big Corpo alles langsam gleich wird. Das Produkt ist im Nischenmarkt sehr gut bekannt. Leider scheinen einige Abteilungen völlig überfordert und ich meine, dass mir zu Ohren kam, dass manche Kunden durch den Support ernüchtert wurden. Um es gelinde auszudrücken.
Karriere/Weiterbildung
Wie oben beschrieben. In meinem Fall Horror. Es wurden im unteren und mittleren Management wirklich die scheinbar schlechtesten Profile eingestellt. Deren Aktionen orientieren sich meines Empfindens nach nicht danach einen guten Job zu machen, sondern es geht ihnen eher darum wenig zu gestalten, die eigene Position zu sichern und gut Kohle einzustreichen. Ziemlich alle Beförderungen, die ich beobachtet hatte, hatten meiner Meinung nach die falschen Leute getroffen. Es schien wirklich Tradition zu haben, die Leute, die das System "dribbeln", zu befördern, da sie sich den gleichen Mechaniken bedienten wie die befördernden Manager. Am Ende hast du eben eine Kompanie von Raben und Wölfen, die die Schafe unten halten.