Licht und Schatten
Verbesserungsvorschläge
Der vielgelobte Engagement-Prozess ist für mich nur ein Feigenblatt. Wer traut sich schon, in den Surveys ehrlich zu schreiben, was falsch läuft? Trotz der angeblichen Anonymisierung lässt sich immer feststellen, wer was denkt und gesagt hat.
Das Career-Framework nimmt wenig Rücksicht auf die Unterschiede zwischen Mitarbeitern, auf einer Karrierestufe sollen alle alles gleich gut können. Das steht für mich im direkten Gegensatz zum DEI-Prinzip, bei dem jeder Mensch individuelle Stärken mitbringt und zum Nutzen der Firma einsetzt. Soft skills kommen dabei zu kurz, in dem Prozess zählt nur, was sich direkt finanziell auswirkt. Ob es zur positiven Arbeitsatmosphäre beiträgt, steht komplett im Hintergrund.
Die Führungsebene sollte mehr darauf achten, welches Verhalten sie in ihren eigenen Reihe akzeptiert, Beispiel: Arbeitszeiten von Leads auch mal begrenzen und dafür sorgen, dass Personen nicht beinahe rund um die Uhr im Büro sind bzw. Zugang haben.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre in meinem Team war sehr gut, wir haben uns gut ergänzt.
Kommunikation
Trotz monatlicher Updates war es schwierig, den aktuellen Stand zu verfolgen. Verwendete Abkürzungen wurden nicht erläutert, es gab auch keine Liste zum Nachsehen. Darauf habe ich mehrfach hingewiesen, es wurde aber ignoriert. Daher waren die vermittelten Infos für mich zum großen Teil undurchschaubar.
Kollegenzusammenhalt
Mein Team hat sich gegenseitig den Rücken freigehalten, der Kontakt zu anderen Abteilungen war eher überschaubar. Bei Events gab es ein meist straffes Programm, das den Austausch behindert hat.
Work-Life-Balance
Flexible Arbeitszeitmodelle unterstützen die Mitarbeiter. Mir persönlich wurde im Bewerbungsprozess fälschlicherweise vermittelt, dass ich meine Arbeitszeit selbst einteilen kann, obwohl die Anwesenheit bis zu einer bestimmten Uhrzeit unabdingbar war. Mit dieser Information hätte ich mich wahrscheinlich gegen die Stelle entschieden.
Vorgesetztenverhalten
Nach meiner Erfahrung werden bestimmte toxische Verhaltensweisen akzeptiert, wenn sie von jemandem kommen, der fachlich gut/sehr gut arbeitet. Wenn innerhalb eines guten halben Jahres fünf Leute in einer Abteilung gehen bzw. gegangen werden, liegt das Problem meiner Meinung nicht bei den entsprechenden KollegInnen.
Zusätzlich herrscht eine amerikanisch geprägte "Hire and fire"-Mentalität, Entlassungen werden ohne vorherige Gespräche einfach vorgenommen. In meiner Abteilung wurde so innerhalb von gut zwei Jahren das Team mehrfach ausgetauscht und auseinandergerissen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren abwechslungsreich und interessant - so lange, bis ich nur noch mit Lappalien abgespeist wurde. Man hat damit quasi eine sich selbst erfüllende Prophezeiung geschaffen und sich bewiesen, dass man mich nicht braucht.
Gleichberechtigung
DEI ist ein großes Thema und wird in der Firma auf allen Ebenen gelebt. Die Gleichberechtigung/-bezahlung von Frauen wird unterstützt.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt KollegInnen jenseits der 50, allerdings nur wenige, die dann aber ohne Wenn und Aber zu den Teams gehören.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Auch dies wird in der Firma großgeschrieben, nichtsdestotrotz werden Mitarbeiter regelmäßig für Meetings und Events um den halben Erdball geflogen.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt ein festes Weiterbildungsbudget pro MitarbeiterIn, für das man sich - abhängig von für alle geplanten Terminen - Fortbildungen aussuchen kann. Wenn das Thema zur Position passt, werden die beantragten Maßnahmen in der Regel genehmigt.