Ihr Unternehmen?

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LucyBalu 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Wie die Band auf der Titanic – bis zuletzt alles gegeben, während das Schiff längst sank.

2,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 im Bereich Marketing / Produktmanagement in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Zu Beginn hätte ich glücklicher kaum sein können. Ich war überzeugt, einen Arbeitgeber gefunden zu haben, bei dem ich langfristig bleiben möchte. Spannende Aufgaben, viel Vertrauen, kreative Freiheiten, ein außergewöhnlich starkes Team, ein schönes Büro mitten in München, Homeoffice und eine lockere, beinahe freundschaftliche Kommunikation.

Eigentlich beste Voraussetzungen. Umso bemerkenswerter, dass es die Führung geschafft hat, diese anfängliche Begeisterung zu verspielen. Aus einem Arbeitsplatz, an dem ich mich einmal unglaublich wohlgefühlt habe, wurde zunehmend eine Quelle der Frustration – und irgendwann eine Arbeitsatmosphäre, die ich persönlich nur noch als psychisch belastend und toxisch empfunden habe.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Das mit Abstand größte Problem war für mich die Führung. Fehlende Transparenz und Wertschätzung, Mikromanagement, leere Versprechungen, mangelnde Kritikfähigkeit und teilweise emotionale Reaktionen haben zu einem zunehmend angespannten und belastenden Arbeitsalltag geführt.

Besonders frustrierend war die wiederkehrende Dynamik: Wenn etwas nicht funktionierte, wurde die Verantwortung gefühlt bevorzugt bei den Mitarbeitenden gesucht. Zu wenig Leistung, zu wenig Einsatz, nicht gut genug. Dass möglicherweise auch Führungsentscheidungen zu den Problemen beitrugen, schien dagegen deutlich seltener zur Debatte zu stehen.

Hinzu kam der Eindruck, dass Mitarbeitende teilweise gegeneinander ausgespielt wurden. Statt gemeinsam Lösungen zu entwickeln, entstand zunehmend eine Atmosphäre aus Druck, Kontrolle und Rechtfertigung.

Verbesserungsvorschläge

Der wichtigste Verbesserungsvorschlag ist gleichzeitig derjenige, der bereits mehrfach geäußert wurde: professionelle Führung lernen. Ein Führungskräfte-Coaching wurde aus dem Team mehrfach angeregt. Vielleicht wäre es irgendwann an der Zeit, diesen Vorschlag tatsächlich ernst zu nehmen.

Mitarbeitern zuhören, Kritik aushalten, realistische Ziele setzen, Entscheidungen transparent kommunizieren, verstehen, dass Druck keine langfristige Motivation ersetzt und Wertschätzung keine freiwillige Zusatzleistung ist.

Besonders enttäuschend war, dass Wertschätzung irgendwann regelrecht eingefordert werden musste. Mehrfach wünschte sich das Team kleine gemeinsame Aktivitäten oder Gesten, um der zunehmend angespannten Stimmung entgegenzuwirken – vieles davon verlief jedoch im Sand. Während der Einsatz immer weiter gesteigert werden sollte, schien die Bereitschaft, etwas in das eigene Team zurückzugeben, stetig zu sinken.

Aus dem anfänglichen Miteinander wurde zunehmend das Gefühl, dass Geschäftsführung und Team gegeneinander statt miteinander arbeiten.

Arbeitsatmosphäre

Zu Beginn war die Arbeitsatmosphäre richtig gut: hohe Motivation, ein guter Zusammenhalt und das Gefühl, gemeinsam etwas aufzubauen und voranzubringen. Mit der Zeit kippte diese Stimmung für mich nahezu vollständig.

Aus Motivation wurde Anspannung, aus Vertrauen zunehmend Kontrolle und aus dem Gefühl, gemeinsam etwas aufzubauen, das Gefühl, nur noch irgendwie durchhalten zu müssen.

Der Zusammenhalt unter den Kolleg*innen blieb außergewöhnlich gut. Man unterstützte sich, fing einander auf und versuchte, trotz der Umstände gute Arbeit zu leisten. Aber irgendwann kann selbst das beste Team eine schlechte Führungskultur nicht mehr kompensieren.

Image

LucyBalu hat sich nach außen ein positives Image aufgebaut. Die Mitarbeitenden selbst waren lange die größten Fans der Marke. Man hatte die Produkte zu Hause, empfahl sie begeistert an Freunde und Familie weiter und war stolz darauf, Teil des Unternehmens zu sein.

Während ich anfangs voller Überzeugung hinter LucyBalu stand, fiel es mir mit der Zeit immer schwerer, das Unternehmen noch mit derselben Begeisterung zu vertreten. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass auch das positive Image nach außen zunehmend bröckelt.

Work-Life-Balance

Grundsätzlich einer der besseren Punkte. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und Arbeiten auf Vertrauensbasis ermöglichten viel Freiheit. Auch die Urlaubsplanung war in der Regel unkompliziert.

Allerdings wurde häufigeres Arbeiten im Homeoffice zunehmend kritisch gesehen und wiederholt eine mögliche Büropflicht in Aussicht gestellt. Statt sich zu fragen, warum Mitarbeitende immer seltener ins Büro kommen wollten, schien man vor allem nach Wegen zu suchen, ihre Anwesenheit wieder einzufordern.

So entstand zuletzt der Eindruck, dass es weniger um ein gemeinsames Miteinander ging als vielmehr darum, die Büropräsenz um jeden Preis durchzusetzen.

Karriere/Weiterbildung

Entwicklungsperspektiven oder Weiterbildungsangebote waren praktisch nicht vorhanden. Neue Aufgaben bekam man durchaus – allerdings weniger im Sinne einer geplanten Weiterentwicklung, sondern häufig deshalb, weil Mitarbeitende das Unternehmen verließen und Aufgaben anschließend auf die Verbliebenen verteilt wurden. Mehr Verantwortung bedeutete damit nicht automatisch mehr Perspektive oder mehr Gehalt.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war grundsätzlich okay. Positiv hervorzuheben sind Wellpass und der Personalrabatt.

Weniger positiv war der Umgang mit finanziellen Zusagen. Wiederholt wurden Boni oder Gehaltserhöhungen in Aussicht gestellt, die letztlich nur selten tatsächlich umgesetzt wurden. Irgendwann verlieren solche Ankündigungen ihre motivierende Wirkung – und vor allem ihre Glaubwürdigkeit.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die sinngemäße Aussage, man könne froh sein, solange man nicht gekündigt werde. Wenn der Erhalt des eigenen Arbeitsplatzes bereits als Form der Wertschätzung verkauft wird, sagt das für mich einiges über das Führungsverständnis aus.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

LucyBalu steht für Premiumqualität, Langlebigkeit, hochwertige Materialien und Nachhaltigkeit – Werte, mit denen ich mich ursprünglich sehr identifizieren konnte.

Mit der Zeit hatte ich jedoch zunehmend den Eindruck, dass zwischen Markenversprechen und interner Realität eine größere Lücke entstand. Schnelligkeit, Umsatz und kurzfristige wirtschaftliche Ziele schienen immer stärker in den Vordergrund zu rücken.

Das ist aus wirtschaftlicher Sicht möglicherweise nachvollziehbar. Für mich passte es allerdings immer weniger zu den Werten, die die Marke nach außen so überzeugend vermittelt.

Kollegenzusammenhalt

Mit Abstand der größte Pluspunkt. Insbesondere im Marketing-Team herrschte ein außergewöhnlich starker Zusammenhalt. Man unterstützte sich fachlich wie persönlich, stand füreinander ein und hielt auch in schwierigen Zeiten zusammen.

Dieses Team war für mich eine der größten Stärken des Unternehmens – und vermutlich auch einer der Hauptgründe, warum viele deutlich länger geblieben sind, als es die Arbeitsatmosphäre eigentlich zugelassen hätte.

Umgang mit älteren Kollegen

Während meiner Beschäftigung habe ich keine systematische Benachteiligung aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder Alter wahrgenommen. Allerdings bestand die Belegschaft ohnehin überwiegend aus Frauen einer ähnlichen Altersgruppe, weshalb ich diesen Bereich nur eingeschränkt beurteilen kann.

Vorgesetztenverhalten

Für mich leider einer der größten Kritikpunkte. Was anfangs durch die lockere und persönliche Art sehr nahbar wirkte, entwickelte sich zunehmend ins Gegenteil. Es entstand der Eindruck, dass Probleme und ausbleibende Erfolge vor allem bei den Mitarbeitenden gesucht wurden, während das eigene Führungsverhalten kaum hinterfragt wurde. Gleichzeitig nahmen Micromanagement, Kontrolle und Druck immer weiter zu und standen für mich im starken Kontrast zu den eigentlich kommunizierten Werten und der Vertrauenskultur. Kritik und Verbesserungsvorschläge aus dem Team wurden zwar angehört, führten jedoch nur selten zu spürbaren Veränderungen.

Entscheidend sind für mich nicht einzelne Vorfälle, sondern das Gesamtbild, das sich über Monate hinweg daraus ergeben hat. Denn irgendwann lässt sich fragwürdiges Verhalten nicht mehr als Ausnahme erklären, sondern wird zum Ausdruck einer problematischen Führungskultur.

Von Führungskräften erwarte ich, dass sie Verantwortung nicht nur für wirtschaftliche Ergebnisse übernehmen, sondern auch für die Atmosphäre, die sie im Unternehmen schaffen. Genau diese Verantwortung habe ich hier zunehmend vermisst.

Arbeitsbedingungen

Das Büro in zentraler Münchner Lage war grundsätzlich schön und modern ausgestattet. Ein Zuschuss zum Deutschlandticket wäre allerdings wünschenswert gewesen.

Die Räumlichkeiten teilt man sich mit zwei weiteren Agenturen. Weniger nachvollziehbar fand ich die Entscheidung, später nur einen Teil des Teams in ein neues Büro nebenan umziehen zu lassen. Dort gab es neben einer ansprechenden Bürofläche und dem Ladengeschäft auch ein Lager, in dem teilweise Mitarbeitende zwischen Kartons und Warenbeständen arbeiteten.

Mit der Eröffnung des Ladengeschäfts kamen zudem Verkaufsschichten hinzu, deren Übernahme als selbstverständlich vorausgesetzt wurde – schließlich gehöre so etwas in einem Start-up eben dazu. Zwar wurden die Schichten später wieder eingestellt, allerdings entstand der Eindruck, dass dies weniger auf das kritische Feedback der Mitarbeitenden zurückzuführen war als auf die ausbleibende Kundschaft.

Diese Entscheidungen und die damit verbundene räumliche Trennung trugen aus meiner Sicht zunehmend zu einer Spaltung innerhalb des Teams bei.

Kommunikation

Die interne Kommunikation war häufig widersprüchlich. Besonders die mangelnde Abstimmung zwischen den beiden Geschäftsführern führte dazu, dass Mitarbeitende regelmäßig zwischen den Stühlen standen. An Klarheit, Verlässlichkeit und einer einheitlichen Linie fehlte es immer wieder.

In Meetings standen meist Kennzahlen, Zielvorgaben und die wirtschaftliche Situation im Mittelpunkt. Bei Entscheidungen, die das Team unmittelbar betrafen, hätte ich mir mehr Transparenz gewünscht.

Besonders bitter war die Entwicklung zum Schluss: Trotz der offenbar bereits schlechten wirtschaftlichen Lage wurden weiterhin höhere Leistungen eingefordert und Boni in Aussicht gestellt. Kurz darauf folgten betriebsbedingte Kündigungen, die einen Großteil des Teams betrafen.

Dass wirtschaftliche Schwierigkeiten solche Entscheidungen notwendig machen können, ist mir bewusst. Doch während vom Team bis zuletzt erwartet wurde, alles zu geben, blieb bei mir das Gefühl zurück, dass umgekehrt nicht mit derselben Entschlossenheit für das Team gekämpft wurde.

Gleichberechtigung

Grundsätzlich hatte ich nicht den Eindruck, dass bestimmte Mitarbeitende systematisch benachteiligt wurden. Allerdings waren Entscheidungen hinsichtlich der individuellen Wertschätzung und Entwicklung nicht immer transparent oder nachvollziehbar.

Dass ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe nicht immer selbstverständlich war, zeigte sich für mich sogar innerhalb der Geschäftsführung. Wenn einer der beiden Geschäftsführer von dem anderen vor dem Team wiederholt belächelt oder zurechtgewiesen wird, sagt das für mich einiges über das Verständnis von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung aus.

Interessante Aufgaben

Meine eigentliche Arbeit habe ich immer sehr gerne gemacht. Ich konnte kreative Ideen entwickeln, Verantwortung übernehmen und hatte viel Gestaltungsfreiheit und positives Feedback. Die Aufgaben waren abwechslungsreich, spannend und boten die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen.

Umso enttäuschender ist für mich die gesamte Entwicklung. Denn nicht die Arbeit hat mir die Freude an diesem Arbeitgeber genommen. Sondern die Rahmenbedingungen, unter denen sie irgendwann stattfinden musste.

Fazit: Ich schreibe diese Bewertung nicht aus Groll und auch nicht, um nachzutreten. Im Gegenteil: Ich war einmal wirklich gerne Teil dieses Unternehmens und habe lange gehofft, dass sich die Entwicklung wieder zum Positiven dreht. Ich hoffe sehr, dass diese Kritik irgendwann ernst genommen wird – damit zukünftige Mitarbeitende nicht dieselben Erfahrungen mit dieser Art von Führung machen müssen.

Ein tolles Produkt, ein schönes Büro und ein außergewöhnliches Team können vieles auffangen, aber auf Dauer keine fehlende Führungskultur ersetzen - oder passend zum Titel: Die Band kann noch so gut spielen, mit den falschen Kapitänen ist der Untergang nur eine Frage der Zeit.

"Meow we are closed."

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.