Ein starkes Team. Eine schwache Führung. Ein bitteres Ende.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Zu Beginn meiner Beschäftigung war der Umgang sehr freundlich und wertschätzend. Man wurde herzlich aufgenommen und hatte zunächst das Gefühl, in einem tollen Unternehmen angekommen zu sein. Leider hat sich dieser positive Eindruck im Laufe der Zeit zunehmend verändert.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die wirklich schlechte Führung durch die Geschäftsführung, fehlende Wertschätzung und mangelnder Respekt gegenüber den Mitarbeitern. Besonders schade ist, dass ein eigentlich tolles Team durch die Führungskultur zunehmend belastet und die Arbeitsatmosphäre dadurch immer unangenehmer wurde.
Verbesserungsvorschläge
Eine grundlegende Veränderung der Führungskultur wäre dringend notwendig. Dazu gehören ein respektvoller Umgang mit Mitarbeitern, mehr Vertrauen in deren fachliche Kompetenz, konstruktives Feedback und echte Wertschätzung. Die beiden Geschäftsführer sollten ihre Kommunikation untereinander abstimmen, damit Mitarbeiter nicht widersprüchliche Anweisungen erhalten und anschließend die Konsequenzen daraus tragen müssen. Mitarbeiter sollten nicht nur Verantwortung für Ergebnisse übernehmen, sondern auch bei Entscheidungen einbezogen und mit ihren fachlichen Einschätzungen ernst genommen werden. Außerdem sollte die Geschäftsführung lernen, Kritik anzunehmen und auch in schwierigen Situationen professionell und respektvoll mit Mitarbeitern umzugehen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war zunehmend von Anspannung und Unsicherheit geprägt. Man musste häufig genau überlegen, was man sagt, da die persönliche Laune der Geschäftsführer einen erheblichen Einfluss auf den Arbeitsalltag hatte. Es fehlte an Vertrauen, Wertschätzung und einem respektvollen Umgang. Unter den Kollegen war der Zusammenhalt dafür außergewöhnlich stark – man hat sich gegenseitig unterstützt und gemeinsam versucht, mit der schwierigen Situation umzugehen.
Kommunikation
Eine offene und konstruktive Kommunikation war leider kaum möglich. Feedback wurde zwar eingefordert, aber bei kritischen Rückmeldungen wenig angenommen. Verbesserungsvorschläge wurden häufig ignoriert.
Besonders schwierig war auch die Kommunikation zwischen den beiden Chefs. Man erhielt teilweise unterschiedliche Aussagen und Anweisungen, wobei letztendlich nur die Meinung des einen Geschäftsführers wirklich Gewicht hatte. Die Aussagen des anderen Geschäftsführers schienen dagegen regelmäßig weniger Bedeutung zu haben. Als Mitarbeiter saß man also häufig zwischen den Stühlen und wusste nicht, woran man sich orientieren sollte.
Statt gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, musste man sich häufig rechtfertigen. Emotionale Reaktionen und Schuldzuweisungen erschwerten eine professionelle Kommunikation zusätzlich.
Kollegenzusammenhalt
Der mit Abstand positivste Aspekt des Unternehmens. Der Zusammenhalt unter uns Kollegen war außergewöhnlich gut. Man hat sich gegenseitig unterstützt, aufgefangen und konnte sich auch in schwierigen Situationen aufeinander verlassen. Man saß gemeinsam im selben Boot und hat versucht, das Beste aus den Umständen zu machen. Ohne diesen starken Zusammenhalt wäre der Arbeitsalltag deutlich schwieriger gewesen. Umso trauriger ist es, dass das Unternehmen dieses Team verloren hat. Sie waren definitiv das Beste an meiner Zeit bei LucyBalu.
Work-Life-Balance
Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit wurden leider wenig respektiert. Berufliche Nachrichten auf dem privaten Handy um 23 Uhr gab es auch. Zudem wurde wiederholt mit einer vollständigen Office-Pflicht gedroht, wodurch das Thema Homeoffice eher als Druckmittel eingesetzt wurde. 2 Sterne weil wir trotz der Drohungen weiterhin im Homeoffice arbeiten konnten.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten der beiden Geschäftsführer war für mich der größte Kritikpunkt. Micromanagement, fehlendes Vertrauen, emotionale Ausbrüche und mangelnde Wertschätzung waren der Standard. Wir mussten uns regelmäßig rechtfertigen und wurden oft für Fehler verantwortlich gemacht, auf die wir selbst keinen Einfluss hatten (auch die der Chefs). Ein professioneller Umgang auf Augenhöhe hat mir deutlich gefehlt.
Sehr unangebracht waren auch Einblicke in Chats des gemeinsamen ChatGPT-Zugangs. Die dort sichtbaren Überlegungen zum Umgang mit Mitarbeitenden ließen uns teilweise sprachlos zurück. Manche Einblicke hinter die Kulissen wünscht man sich lieber nicht.
Negativ in Erinnerung geblieben ist mir auch das abschließende Gespräch nach der Kündigung. Was eine einfache Laptopübergabe sein sollte, entwickelte sich zu einer Situation, in der ich mich von beiden Chefs massiv unter Druck gesetzt fühlte. Beide standen vor den Türen, sodass ich das Gefühl hatte, nicht einfach gehen zu können. Obwohl ich mehrfach deutlich gemacht hatte, dass ich dieses Gespräch nicht führen möchte, wurde weiter auf mich eingeredet und provoziert. Professionalität sieht für mich definitiv anders aus..
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren grundsätzlich abwechslungsreich und interessant. Es gab verschiedene Themenbereiche und Möglichkeiten, eigene Ideen einzubringen.
Gleichberechtigung
Im allgemeinen Umgang mit Gleichberechtigung ist mir nichts grundsätzlich Negatives aufgefallen. Allerdings wurde durch das Verhalten der Geschäftsführer häufig deutlich, dass eine klare Hierarchie bestand und sie ihre übergeordnete Position auch entsprechend zeigten.
Umgang mit älteren Kollegen
Dazu kann ich keine richtige Bewertung abgeben, da unser Team hauptsächlich aus jüngeren Mitarbeiterinnen bestand.
Arbeitsbedingungen
An den räumlichen und technischen Voraussetzungen gab es wenig auszusetzen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen wurde teilweise ein anderes Bild vermittelt, als ich intern wahrgenommen habe... für mich war es eher mehr Schein als Sein. Auch bei Vorschlägen zur Verbesserung der Produktqualität wurde wenig Bereitschaft zur Umsetzung gezeigt. Als dieses Thema angesprochen wurde, fiel sinngemäß die Aussage eines Geschäftsführers, dass man solche Verbesserungen ja umsetzen könne, wenn wir Mitarbeiter dafür bereit wären, auf die Hälfte unsere Gehalts zu verzichten. Eine solche Reaktion fand ich sehr enttäuschend und wenig lösungsorientiert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war grundsätzlich okay. Allerdings wurde eine im Bewerbungsgespräch besprochene Gehaltserhöhung später nicht umgesetzt. Die Urlaubsregelung war in Ordnung.
Positiv hervorzuheben ist eigentlich nur der Wellpass.
Insgesamt durchschnittliche Rahmenbedingungen mit einem positiven Benefit.
Image
Mein Eindruck vom öffentlichen Unternehmensauftritt unterschied sich teilweise von meinen internen Erfahrungen. Zudem finde ich es schade, dass negative Bewertungen regelmäßig entfernt wurden. Dadurch entstand für mich die Frage, wie authentisch das nach außen vermittelte Unternehmensbild tatsächlich ist.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten waren praktisch nicht vorhanden. Eine gezielte Förderung der Mitarbeiter, Weiterbildungsangebote oder klare berufliche Entwicklungsperspektiven habe ich während meiner Beschäftigung nicht erlebt. Wer sich fachlich und persönlich weiterentwickeln möchte, sollte sich anderweitig umsehen.