Wenig Wertschätzung, kein Vertrauen, kaum Einarbeitung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kanzlei Maaß & Witzel wurde nach Passau an Holegal verkauft und ist heute eine Tochtergesellschaft unter dem Namen Holegal Tax Services. Die ehemaligen Inhaber sind seitdem nur noch Geschäftsführer.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fehlende Wertschätzung und mangelnde Kommunikation seitens der Vorgesetzten, keine Vertraulichkeit bei Mitarbeitergesprächen, ungleiche Behandlung einzelner Mitarbeitender, keine strukturierte Einarbeitung, unterdurchschnittliches Gehalt ohne Benefits, veraltete und schlecht funktionierende Arbeitsausstattung, kein Homeoffice sowie eine fehlende Work-Life-Balance.
Verbesserungsvorschläge
- Offene, wertschätzende und regelmäßige Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden etablieren, inklusive grundlegender Umgangsformen
- Vertraulichkeit von Mitarbeitergesprächen sicherstellen und Konflikte neutral und professionell moderieren
- Strukturierte, verlässliche Einarbeitung für neue Mitarbeitende einführen
- Interne Weiterbildungen durch qualifizierte Personen durchführen oder auf externe Angebote zurückgreifen
- Realistische Aussagen zu Arbeitszeiten und Flexibilität im Vorstellungsgespräch treffen und diese einhalten
- In moderne, ergonomische Büroausstattung und funktionierende technische Grundausstattung investieren
- Digitalisierung der internen Prozesse konsequent vorantreiben
- Gehalt an das Branchenniveau anpassen und über Benefits nachdenken
- Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden sicherstellen, unabhängig vom persönlichen Verhältnis zur Geschäftsführung
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war aus meiner Sicht angespannt und von Misstrauen geprägt. Man musste im Team darauf achten, was man sagt, da nicht klar war, was weitergetragen wird. Zudem hatte ich den Eindruck, dass einzelne Kollegen ihre Haltung je nach Gesprächspartner anpassten. Insgesamt wirkten viele auf mich so, als hätten sie sich mit den Verhältnissen arrangiert und sprachen Probleme aus Sorge vor Konsequenzen nicht offen an. Ein offenes, entspanntes Miteinander war dadurch kaum möglich.
Kommunikation
Die Kommunikation seitens der Geschäftsführung empfand ich als problematisch. Inhalte aus vertraulichen Mitarbeitergesprächen wurden an einer Kollegin weitergetragen. Ein vertraulicher Umgang mit persönlichen Gesprächsinhalten war aus meiner Sicht nicht gewährleistet.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Team war spürbar durch Misstrauen geprägt. Es war bekannt, dass eine Kollegin Informationen aus dem Team direkt an die Geschäftsführung weitergab, weshalb man im täglichen Umgang vorsichtig sein musste. Dieser Umstand war im gesamten Team bekannt, ich wurde selbst bereits zu Beginn meiner Tätigkeit entsprechend gewarnt. Ein offener und vertrauensvoller Austausch unter Kollegen war dadurch aus kaum möglich. Besonders erschwerend kam hinzu, dass genau diese Kollegin mich in einem Arbeitsbereich einarbeiten sollte und mir dabei bewusst falsche Informationen vermittelte, obwohl sie in diesem Bereich langjährig erfahren war. Positiv hervorheben möchte ich hingegen eine andere Kollegin, die selbst über wenig Erfahrung in diesem Bereich verfügte, mir aber dennoch nach Kräften geholfen hat.
Work-Life-Balance
Eine Work-Life-Balance gab es in diesem Unternehmen nicht. Die Arbeitszeit lag durchgehend bei 08:30 bis 17:30 Uhr mit einer Stunde Pause. Im Vorstellungsgespräch wurde signalisiert, dass ein früherer Feierabend im Bedarfsfall möglich sei – im Arbeitsalltag zeigte sich jedoch, dass ein früheres Gehen tatsächlich nicht gern gesehen wurde.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten empfand ich als wenig wertschätzend und wenig konstruktiv. Eine offene und regelmäßige Kommunikation fand nicht statt, über längere Zeiträume gab es kaum Austausch, auch grundlegende Umgangsformen wie Begrüßung und Verabschiedung blieben häufig aus.
Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit Konflikten zwischen Kollegen. Aus meiner Wahrnehmung wurden Konflikte nicht neutral moderiert oder deeskaliert: Stattdessen habe ich erlebt, dass die Geschäftsführung einer beteiligten Person direkt mitteilte, was die andere Konfliktpartei über sie gesagt hatte. Zudem habe ich mehrfach erlebt, dass sich Vorgesetzte im Gespräch mit Kollegen abwertend oder spöttisch über andere Mitarbeitende äußerten.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung war in diesem Unternehmen aus meiner Sicht nicht durchgehend gegeben. Ich habe wahrgenommen, dass eine Mitarbeiterin ein besonders enges Verhältnis zur Geschäftsführung pflegte und regelmäßig Informationen aus dem Team an diese weitergab. Dadurch genoss sie aus meiner Sicht Vorteile und konnte sich Verhaltensweisen erlauben, die anderen Mitarbeitenden nicht zugestanden wurden
Arbeitsbedingungen
Keine moderne Büroausstattung, keine ergonomischen bzw. rückenschonenden Arbeitsplätze. Insgesamt wirkte alles veraltet. Auch die technische Grundausstattung war mangelhaft. Die Frankiermaschine funktionierte nicht zuverlässig, einzelne Tasten mussten teils mit einem spitzen Gegenstand bedient werden. Eine neue Frankiermaschine sollte besorgt werden, der Vertrag wurde von der Geschäftsführung jedoch nie unterschrieben.
Viele Mitarbeitende klagen über Rückenprobleme, was angesichts der fehlenden ergonomischen Ausstattung wenig überrascht. Die Reaktion der Führung war sinngemäß, man solle einfach mehr Sport treiben, dann habe man diese Probleme nicht. Ein ernsthaftes Bewusstsein für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden konnte ich dadurch nicht erkennen.
DIGITALISIERUNG
DATEV wurde erst vergleichsweise spät eingeführt – digitale Prozesse wurden insgesamt nur zögerlich vorangetrieben. Homeoffice gibt es nicht
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt aus meiner Sicht im Branchenvergleich unter dem Durchschnitt. Zusätzliche Benefits gibt es nicht.
Image
Das Image der Kanzlei ist leider nicht positiv geprägt. Auch die bereits bestehenden Kununu-Bewertungen fallen überwiegend schlecht aus, was meine eigenen Erfahrungen bestätigt. Zudem hatte ich den Eindruck, dass auch Mandanten mit der Zusammenarbeit teils unzufrieden waren. Nicht zuletzt spricht auch die hohe Fluktuationsrate für sich.
Karriere/Weiterbildung
Eine strukturierte Einarbeitung fand so gut wie nicht statt. Weiterbildungen werden intern durchgeführt – allerdings von Mitarbeitenden, die die entsprechenden Inhalte nicht ausreichend beherrschen. Ein echter Kompetenzaufbau war dadurch kaum möglich.