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Bewertung

Guter Kollegenzusammenhalt, aber Luft nach oben bei Führung und Vertrauen

2,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 für dieses Unternehmen in Berlin gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Der erste und wichtigste Schritt wäre aus meiner Sicht, eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, in der Kritik offen und ohne Angst vor negativen Konsequenzen geäußert werden kann. Mitarbeitende sollten unterschiedliche Meinungen vertreten, Probleme ansprechen und Verbesserungsvorschläge machen können, ohne befürchten zu müssen, dass ihnen daraus Nachteile entstehen. Dafür braucht es einen respektvollen Umgang mit kritischen Rückmeldungen und eine Führung, die bereit ist, andere Perspektiven ernst zu nehmen und das eigene Handeln zu reflektieren.

Darüber hinaus wünsche ich mir eine transparentere Kommunikation, nachvollziehbare Entscheidungen und konstruktives Feedback direkt an die betroffenen Personen. Klare Zuständigkeiten, eine strukturierte Einarbeitung, fachliche Unterstützung und realistische Entwicklungsmöglichkeiten würden ebenfalls zu einem professionelleren Arbeitsumfeld beitragen.

Auch neue Ideen und Projekte sollten nachhaltig geplant und umgesetzt werden, statt kurzfristig zusätzlichen Aufwand zu erzeugen. Flexible Arbeitsbedingungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollten zudem nicht nur nach außen vermittelt, sondern im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt werden.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre war stark von der Führungskraft und deren Tagesform abhängig. Während der Zusammenhalt unter den Kollegen gut war, habe ich die Führungskultur als äußerst belastend erlebt. Der Umgang war aus meiner Sicht häufig wenig wertschätzend und teilweise einschüchternd. Kritik und Reaktionen waren nicht immer vorhersehbar, wodurch eine Atmosphäre entstand, in der man ständig darauf bedacht war, keinen Anlass für negative Reaktionen zu geben. Das kann auf Dauer am eigenen beruflichen Selbstbewusstsein nagen und die Freude an der Arbeit erheblich beeinträchtigen. Besonders schwierig fand ich die Diskrepanz zwischen dem Anspruch an Professionalität und Disziplin und dem tatsächlichen Umgang mit Mitarbeitenden. Gute Tage waren durchaus möglich, jedoch fehlte mir die notwendige Verlässlichkeit, um mich dauerhaft wohl und sicher bei der Arbeit zu fühlen. Positiv hervorzuheben ist ausdrücklich der gute Zusammenhalt im Team, der vieles erleichtert hat. Insgesamt hätte ich mir eine respektvollere, berechenbarere und stärker auf die Mitarbeitenden ausgerichtete Führung gewünscht.

Image

Die Außenwirkung und ein professioneller Unternehmensauftritt scheinen einen hohen Stellenwert zu haben. Mein persönlicher Eindruck war allerdings, dass der Fokus auf die Außendarstellung nicht immer mit der internen Arbeitsrealität übereinstimmte. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, ebenso konsequent in die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden, fachliche Qualität und nachhaltige interne Strukturen zu investieren. Eine überzeugende Unternehmensmarke entsteht langfristig nicht nur durch Werbung und Präsentation, sondern vor allem dadurch, dass die vermittelten Werte auch im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt werden.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance habe ich als schlecht erlebt. Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice wurden zwar als Vorteile kommuniziert, der Arbeitsalltag war aus meiner Sicht jedoch von ausgeprägtem Mikromanagement und wenig Vertrauen geprägt. So mussten wir beispielsweise in einem für alle einsehbaren Teams-Chat dokumentieren, wann wir kommen, Pausen machen und Feierabend haben. Das vermittelte mir den Eindruck einer umfassenden Kontrolle und war aus meiner Sicht auch unter Datenschutzgesichtspunkten zumindest fragwürdig, da persönliche Arbeitszeitinformationen für das gesamte Team einsehbar waren.
In der Gesamtheit empfand ich diese Rahmenbedingungen als wenig vertrauensvoll und hatte das Gefühl, mich im Arbeitsalltag ständig rechtfertigen zu müssen.
Für mich bestand eine deutliche Diskrepanz zwischen den kommunizierten Werten und der tatsächlichen Arbeitsrealität. Vertrauen, Privatsphäre und die Möglichkeit, nach der Arbeit WIRKLICH abzuschalten, kamen aus meiner Sicht zu kurz.

Karriere/Weiterbildung

Teilweise waren Kolleginnen und Kollegen plötzlich nicht mehr da, nachdem ihre Arbeitsverhältnisse beendet worden waren, ohne dass zuvor ein klar erkennbarer Entwicklungs- oder Verbesserungsprozess stattgefunden hatte. Das trug zur Unsicherheit bei und erschwerte es, die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen einzuschätzen. Es gab durchaus Ansätze und Ideen, diese wurden jedoch häufig nicht konsequent weiterverfolgt. Auch die persönliche Entwicklung war aus meiner Sicht schwierig, da der Umgang mit der Führungskraft teilweise eher verunsichernd als fördernd wirkte.

Gehalt/Benefits

Die Gehaltssituation empfand ich als wenig transparent. Eine nachvollziehbare Gehaltsstruktur oder klar erkennbare Kriterien für die Vergütung waren für mich nicht ersichtlich. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass das Gehalt stark vom individuellen Verhandlungsgeschick und der persönlichen Ausgangssituation abhängt. Wer selbstbewusst verhandelt und seine Forderungen konsequent vertritt, hat möglicherweise bessere Chancen als jemand, der zurückhaltender an das Thema herangeht. Ob Qualifikation, Berufserfahrung und tatsächliche Verantwortung dabei einheitlich berücksichtigt werden, war für mich nicht transparent nachvollziehbar. Pauschal als schlecht würde ich die Bezahlung nicht bezeichnen, allerdings fehlten mir klare und faire Maßstäbe, anhand derer die Vergütung objektiv eingeordnet werden kann.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Wird nicht in Überlegungen einbezogen. Auch kurze Strecken werden mit dem Auto gefahren.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt unter den Kollegen war für mich einer der wenigen wirklich positiven Aspekte der Arbeit. Der gegenseitige Austausch und die Unterstützung im Team haben vieles erleichtert und waren gerade in schwierigen Situationen besonders wertvoll. Man hatte den Eindruck, dass die Kollegen untereinander häufig Verständnis für die jeweilige Situation hatten und sich gegenseitig unterstützten. Dieser Zusammenhalt war umso wichtiger, da die Rahmenbedingungen und die Führungskultur nicht immer einfach waren. Insgesamt habe ich den Kollegenzusammenhalt positiv erlebt und sehe darin eine klare Stärke des Teams.

Vorgesetztenverhalten

Was ich am Führungsverhalten besonders schwierig fand, war die fehlende Augenhöhe. Statt Mitarbeitenden fachlich den Rücken zu stärken und ihnen Verantwortung zu übertragen, hatte ich häufig den Eindruck, dass Kontrolle und die Durchsetzung der eigenen Vorstellungen im Vordergrund standen. Auch die Art, wie über andere (Ex-)Mitarbeitende gesprochen wurde, empfand ich teilweise als irritierend und wenig professionell. Das hat mein Vertrauen in einen respektvollen und loyalen Umgang innerhalb des Unternehmens beeinträchtigt.
Zudem fehlte mir eine verlässliche fachliche Begleitung. Von einer Führungskraft erwarte ich nicht, auf jede Frage sofort eine Antwort zu haben, sondern einen konstruktiven Umgang mit Unsicherheiten, klare Orientierung und die Bereitschaft, Mitarbeitende in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Diese Art der Führung habe ich vermisst. Insgesamt hätte ich mir mehr Souveränität, Vertrauen und echte Führungsverantwortung gewünscht.

Arbeitsbedingungen

Die Büroräume in Reinickendorf sind ordentlich ausgestattet und bieten grundsätzlich eine gute Arbeitsgrundlage. Allerdings sollte man sich von der repräsentativen Kurfürstendamm-Adresse nicht täuschen lassen: Der tatsächliche Bürostandort befindet sich in Reinickendorf und ist verkehrstechnisch eher umständlich zu erreichen. Zwischen der nach außen vermittelten Außenwirkung und den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort besteht daher ein gewisser Unterschied. An der Ausstattung der Räumlichkeiten selbst gibt es hingegen wenig auszusetzen.

Kommunikation

Die interne Kommunikation habe ich als wenig transparent und teilweise schwer nachvollziehbar erlebt. Der Umgang mit Informationen und die Art der Kommunikation waren aus meiner Sicht stark von der Führungskraft abhängig. Besonders problematisch fand ich, dass der Umgangston nicht immer professionell und wertschätzend war und teilweise auch abfällig über Mitarbeitende gesprochen wurde. Das hat mein Vertrauen in eine offene und konstruktive Kommunikation deutlich beeinträchtigt. Klare, nachvollziehbare Absprachen und ein verlässlicher Informationsfluss hätten die Zusammenarbeit erheblich erleichtert. Insgesamt habe ich eine deutliche Diskrepanz zwischen dem nach außen vermittelten professionellen Anspruch und der intern erlebten Kommunikation wahrgenommen. Hier sehe ich erheblichen Verbesserungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf Transparenz, respektvollen Umgang und eine konstruktive Feedbackkultur.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung und einheitliche Maßstäbe habe ich im Arbeitsalltag nicht immer als selbstverständlich erlebt. Mein Eindruck war, dass persönliche Sympathie und individuelles Verhandlungsgeschick teilweise einen größeren Einfluss haben konnten als transparente, nachvollziehbare Kriterien. Das betrifft aus meiner Sicht insbesondere die Frage, wie Mitarbeitende behandelt werden und welche Möglichkeiten ihnen eingeräumt werden. Klare und für alle gleichermaßen geltende Standards waren für mich nicht ausreichend erkennbar. Ich hätte mir mehr Transparenz, objektive Kriterien und einen konsequent gleichwertigen Umgang mit allen Mitarbeitenden gewünscht.

Interessante Aufgaben

Bei Projekten fehlte mir mitunter eine ausreichende Einarbeitung sowie eine fundierte fachliche Grundlage, um mich strukturiert in die Themen einarbeiten zu können. Statt konkreter Unterstützung und nachvollziehbarer fachlicher Anleitung wurden aus meiner Sicht teilweise eher allgemeine Konzepte und Schlagworte vermittelt, die in der praktischen Umsetzung wenig Orientierung boten. Es gibt durchaus interessante Ansätze und Ideen, allerdings habe ich deren Verfolgung häufig als wenig strukturiert und nicht nachhaltig erlebt. Neue Vorhaben werden teilweise mit großer Dynamik angestoßen, ohne dass klare Prioritäten, ein nachvollziehbarer Umsetzungsplan oder eine konsequente Weiterverfolgung erkennbar sind. Dadurch entsteht kurzfristig zusätzlicher Arbeitsaufwand, der sich im Nachhinein nicht immer in greifbaren Ergebnissen oder einem nachhaltigen Mehrwert niederschlägt.
Hinzu kommt, dass häufig bereits konkrete Vorstellungen auf Führungsebene bestehen, wie etwas umgesetzt werden soll. Eigene Ideen und alternative Lösungsansätze werden zwar angehört, haben nach meiner Wahrnehmung jedoch wenig tatsächlichen Einfluss auf die Entscheidungen.


Umgang mit älteren Kollegen

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.