MAN als Arbeitgeber

MAN

Massiver Schlingerkurs, Unternehmenswerte nicht das Papier wert, auf dem sie stehen: Rette sich wer kann!

2,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat im Bereich IT bei MAN Truck & Bus in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Als kurzfristiges Sprungbrett für maximal 3 Jahre hält man das aus und kann in der Tat auch einiges lernen und man lernt durchaus sehr wertvolle Menschen kennen

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Umgang mit Mitarbeitern, halbherzige Umsetzung von flexiblen Arbeitsmodellen, Halbherzigkeit bei der Umsetzung von Projekten, monatelanges warten auf Arbeitszeugnis, toleriertes aus- und verbrennen von Mitarbeitern.

Verbesserungsvorschläge

Erinnert Euch mal daran, wo und wie die MAN entstanden war. Mutige Projekte, die man mit voller Leidenschaft angeht und umsetzt. So hat es Rudolf Diesel zu seinem Dieselmotor geschafft, heutzutage würde es vermutlich an Planstellen und Managemententscheidungen scheitern. Und erinnert Euch mal dran, was flexible Arbeitsmodelle wirklich bedeuten und zieht auch getroffene Entscheidungen durch. Es gab insgesamt in meiner Zeit 3 Programme, die "die MAN vollkommen neu aufstellen" und "am Markt ausrichten" werden. Achja und insgesamt 3 CEOs habe ich erlebt...und viel zu viele neue Neubesetzungen in den Ebenen darunter.

Arbeitsatmosphäre

Innerhalb der Abteilungen selbst eine hervorragend produktive Atmosphäre, wenn auch die Arbeitsqualität massiv unter der seitens des Managements bekannten und ignorierten Unterbesetzung von manchen Sektoren leidet. Andere dagegen haben ganz offensichtlich ein ruhiges Leben und wollen auch an den Status Quo nicht viel ändern. Wer es daher ruhig mag: Kopf einziehen & nicht innovativ sein.

Kommunikation

Lässt sich mit einen Wort zusammenfassen: Katastrophal.
Unter den Kollegen vorbildlich, alles, was darüber hinaus geht, vor allen was die Verlässlichkeit von Unternehmensinformationen betrifft, kann man immer wieder ein dickes Fragezeichen setzen. In den vielen Jahren, die ich da war, war selten die Meldung - egal von welcher Institution im Unternehmen - das Papier wert, auf dem sie stand.

Kollegenzusammenhalt

Innerhalb von Projekt Teams z.T. hervorragend, wenn auch es immer wieder Menschen im Unternehmen und z.T. auch Abteilungen gibt, die einem das Leben schwer machen und zwar einfach nur aus einem Grund: Weil sie es können und wollen. Die Arbeitseinstellung ist daher stark von den Einzelnen und den Abteilungen abhängig. Grabenkriege zwischen Direktionen und Abteilungen werden z.T. vom obersten Management toleriert und unterstützt zum Leidwesen von Projekten und Angestellten.

Work-Life-Balance

In meinen Jahren bei der MAN hab ich gesundheitlich viele Geschichten mitmachen müssen. Die Work-Life Balance kann daher je nach Abteilungsleiter bewertet werden. Hat man Glück und einen Abteilungsleiter, der auch innovativ sein möchte und ans große Ganze denkt, dann ist das Thema Work-Life Balance in der Tat hervorragend. Hat man jemanden vor sich, der aus der Großindustriellen Blase kommt, dann wird es z.T. schwierig. "Home Office" in Form von Flexwork wird generell angeboten, mancher aus dem Management möchte dennoch lieber jeden Morgen seine Mitarbeiter im Office einmal durchzählen. Die COVID19 Pandemie lässt da vieles nun noch alberner wirken.

Vorgesetztenverhalten

Stark unterschiedlich und hängt massiv von demjenigen ab, der Vorgesetzter ist. In meinen Jahren hatte ich daher von einem Alt-68er der mit 60 "nichts neues mehr lernen wollte" über einen jungen, vitalen und durchsetzungsfähigen Abteilungsleiter, der das große Ganze sah und förderte und einen Frischling, der vor allen das tat, was die Ebene über ihn wollte so ziemlich alles dabei.

In dem Fall hat leider das nicht zuhören, weiter kommunizieren und in der Folge einknicken des Abteilungsleiters dazu geführt, dass meine Einsatzbereitschaft in den Keller fiel. Von Geschichten abgesehen, dass am 23.12. um 16:00h einem ein Termin für den ersten Arbeitstag im neuen Jahr um 9 eingestellt wird, bei einer mehrstündigen Anreise. Zudem erwischt man sich immer wieder bei dem Gedanken, das eh das getan wird, was die Ebene über einen will, obwohl die Handlungen von dieser Ebene nicht verstanden werden und auch nicht erkannt wird, was für ein Potential dort verschenkt wird.

Interessante Aufgaben

Projekte werden oder wurden verhältnismäßig schnell gestartet, danach konnte es jedoch wegen der chronischen Überlastung durchaus passieren, dass man tagein, tagaus die immer wieder gleichen Jobs und Tasks hat. Das macht mürbe und enttäuscht auf ganzer Linie.

Gleichberechtigung

Gibt und gab es von meiner Seite nichts schlechtes zu berichten. Gleichberechtigung wird gelebt, in jeder Schicht.

Umgang mit älteren Kollegen

Durch COVID19 und die seit Jahren vorherrschende Schieflage sind aktuell ältere Kollegen vermehrt auf der Abschussliste, zumal der Altersdurchschnitt innerhalb des Unternehmens und innerhalb der Direktion z.T. erschreckend hoch ist.

Arbeitsbedingungen

Stark schwankend, wo man denn arbeitet. Aktuell sitzt die IT in einem Glaskasten außerhalb des Werkes. 2km Fußweg hat man zur S-Bahn, es fährt zwar ein Bus, den man jedoch auch gerne mal verpasst. Da die Büros nicht klimatisiert sind, gehen die Temperaturen gerne ins tropische. Dafür hat es Parkplätze in mehreren Parkhäusern. Hier gilt: First come, first serve!

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Bei den Trucks und Motoren bin ich mir sehr sicher, das es dort gelebt wird. Bei internen Projekten jedoch...

Es wird lieber Bestandshardware bis zum bitteren Ende und wider jeder guten Vernunft betrieben. Man könnte was dagegen machen, aber solche Probleme sitzt das Management dann auch lieber aus, obwohl man wiederholt warnt und die Missstände aufzeigt.

Gehalt/Sozialleistungen

Branchendurchschnitt. Andere Unternehmen, vor allen deutsche, zahlen weit weniger. Amerikanische Unternehmen liegen jedoch deutlich drüber.

Image

Gespalten: Innerhalb des Freundeskreises und der Familie natürlich schlecht bis katastrophal, da diese ja "live dabei" sind und mitbekommen, was in der MAN so für Spiele gespielt werden. Zumal Motoren und Trucks durchaus emotionale Themen sind in unserer Gesellschaft.

Karriere/Weiterbildung

Als kurzfristiges Karrieresprungbrett sicher gut geeignet, wer Wert auf eine profunde Weiterbildung legt, sollte jedoch die MAN im aktuellen Zustand meiden. Dort gibt es weitaus bessere Kandidaten. Ferner wartet man auch mehrere Monate auf sein Arbeitszeugnis, Anfragen werden mitunter ignoriert...ich gehe dann jetzt demnächst zum Anwalt.