Tolles Team, moderne Technik – enttäuschende Führung
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht sollte vor allem die Führungskultur weiterentwickelt werden. Ein respektvoller Umgang mit Mitarbeitenden, regelmäßiges konstruktives Feedback und eine offene Fehlerkultur würden das Arbeitsklima deutlich verbessern. Fehler sollten als Chance zur Verbesserung von Prozessen verstanden werden, anstatt in erster Linie nach Verantwortlichen zu suchen.
Darüber hinaus wäre eine bessere Kommunikation zwischen den Abteilungen sowie eine transparentere Kommunikation seitens der Führung wünschenswert. Klare Erwartungen und vollständige Informationen würden Missverständnisse reduzieren und die Zusammenarbeit erleichtern.
Auch die Work-Life-Balance sollte stärker berücksichtigt werden. Weiterbildungsmöglichkeiten und der Abbau von Überstunden sollten im Arbeitsalltag tatsächlich nutzbar sein, ohne dass dadurch zusätzliche Belastungen entstehen. Insgesamt verfügt das Unternehmen über viele Stärken – insbesondere interessante Projekte, moderne technische Ausstattung und einen starken Kollegenzusammenhalt. Mit einer wertschätzenderen Führungskultur könnte das Potenzial des Unternehmens aus meiner Sicht deutlich besser ausgeschöpft werden.
Arbeitsatmosphäre
Ziemlich angespannt. Es herrschte eine ausgeprägte Fehlerkultur, in der Schuldzuweisungen statt Lösungsorientierung im Vordergrund standen. Dies führte dazu, dass Mitarbeitende Fehler und Verbesserungspotenziale eher zurückhielten, wodurch Prozesse kaum weiterentwickelt wurden.
Kommunikation
Die Kommunikation innerhalb des eigenen Teams war sehr gut, unkompliziert und funktionierte auch während der Bereitschaft zuverlässig. Aus meiner Sicht wurde die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen allerdings hingegen eher erschwert als gefördert. Über andere Bereiche wurde teilweise negativ gesprochen, was den abteilungsübergreifenden Austausch zusätzlich belastete. Die Erreichbarkeit der Führungskraft war per E-Mail oder Messenger eingeschränkt, obwohl diese Kommunikationswege von den Mitarbeitenden erwartet wurden. Auch telefonisch oder im persönlichen Gespräch erhielt man häufig nicht alle Informationen, die für die Bearbeitung der Aufgaben erforderlich waren.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt innerhalb des Teams war überdurchschnittlich gut. Da viele Mitarbeitende vor ähnlichen Herausforderungen standen, unterstützte man sich gegenseitig und hielt auch in belastenden Situationen zusammen. Ausnahmen bildeten einzelne weisungsbefugte Mitarbeitende, deren Verhalten aus meiner Sicht eher zu Distanz im Team führte. Seitens der Führung fehlte hingegen die Wahrnehmung eines aktiven Interesses an den Mitarbeitenden und dem Teamzusammenhalt, sodass sich viele Beschäftigte mit ihren Anliegen allein gelassen fühlten.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance habe ich insgesamt als unausgewogen erlebt. Es bestand aus meiner Sicht die Erwartung, auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten jederzeit erreichbar zu sein. Kurzfristige, dringende Aufgaben – insbesondere zum Ende der Arbeitswoche – führten regelmäßig dazu, dass Überstunden, Abendarbeit oder sogar Wochenendarbeit notwendig wurden. Im Team wurde dies bereits mit einer gewissen Ironie als wiederkehrendes Muster wahrgenommen. Positiv war, dass sich Überstunden grundsätzlich auch kurzfristig abbauen ließen. Allerdings bestand dabei häufig die Sorge, aufgrund neuer dringender Aufgaben doch wieder arbeiten zu müssen.
Vorgesetztenverhalten
Mein Eindruck vom Führungsverhalten war insgesamt sehr negativ. Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden habe ich kaum wahrgenommen; häufig entstand der Eindruck, dass vor allem die Arbeitsleistung zählte. Erwartungen an Arbeitsergebnisse wurden zwar klar eingefordert, die konkreten Anforderungen oder Zielvorstellungen wurden jedoch oft nicht ausreichend kommuniziert. Dadurch war es schwierig, die Erwartungen zuverlässig zu erfüllen.
Feedbackgespräche empfand ich häufig als wenig konstruktiv und stattdessen von hohem Druck geprägt. Kritik wurde überwiegend defizitorientiert geäußert, während gemeinsame Lösungsansätze oder Unterstützung aus meiner Sicht zu kurz kamen. Ich habe erlebt, dass einzelne Mitarbeitende nach solchen Gesprächen emotional stark belastet waren. Insgesamt führte dies zu einer Atmosphäre, in der viele Konflikte vermieden und Probleme eher zurückgehalten wurden. Aus meiner Wahrnehmung wurde zudem auch in Anwesenheit anderer negativ über Mitarbeitende gesprochen, was das Vertrauen in die Führung zusätzlich beeinträchtigte.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren abwechslungsreich und durch die Arbeit in einer Agentur sehr vielfältig. Langweilig wurde es selten, da regelmäßig neue Projekte und unterschiedliche fachliche Herausforderungen anstanden. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass technisch überwiegend mit modernen Technologien und aktuellen Standards gearbeitet wurde. Wer ein dynamisches Umfeld mit abwechslungsreichen Aufgaben sucht, findet hier grundsätzlich interessante Tätigkeiten.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich hatte ich den Eindruck, dass Mitarbeitende im Arbeitsalltag unabhängig von ihrer Position gleich behandelt wurden. Kritisch empfand ich jedoch den Umgangston einzelner Führungskräfte. Gelegentlich wurden sexistische Witze oder Witze auf Kosten von Menschen mit Behinderungen gemacht. Auch wenn dies möglicherweise nicht böse gemeint war, empfand ich solche Äußerungen als unangebracht und nicht vereinbar mit einer respektvollen Führungskultur.
Umgang mit älteren Kollegen
Den Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen kann ich nicht beurteilen, da während meiner Beschäftigungszeit keine älteren Mitarbeitenden Teil meines direkten Arbeitsumfelds waren.
Arbeitsbedingungen
Die technischen Arbeitsbedingungen waren sehr gut. Hardware, Software und Arbeitsmittel waren modern und ließen aus meiner Sicht kaum Wünsche offen.
Verbesserungspotenzial bestand hingegen bei der Feedback- und Führungskultur. Regelmäßiges konstruktives Feedback fand nach meiner Erfahrung kaum statt. Rückmeldungen erfolgten überwiegend dann, wenn Fehler auftraten oder Unzufriedenheit bestand. Dabei fehlten häufig konkrete Hinweise, wie sich Arbeitsweise oder Ergebnisse verbessern ließen. Gleichzeitig wurden sehr konkrete Erwartungen an die Ausführung der Aufgaben gestellt, ohne dass die dafür notwendigen Informationen oder Ziele immer vollständig kommuniziert wurden. Dies führte aus meiner Sicht zu einer Arbeitsatmosphäre, die von Unsicherheit geprägt war und in der viele Mitarbeitende aus Sorge vor negativen Reaktionen eher vorsichtig agierten, anstatt offen Fragen zu stellen oder Probleme anzusprechen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Grundsätzlich ist man hier bemüht, häufig allerdings inkonsequent.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfand ich im Verhältnis zur Verantwortung, den Anforderungen und den beim Kunden abgerechneten Leistungen als nicht angemessen. Die Vergütung orientierte sich aus meiner Sicht eher am unteren Ende des branchenüblichen Niveaus und blieb deutlich hinter meinen Erwartungen zurück.
Image
Das Unternehmen genießt nach außen ein positives Image und ist durch zahlreiche öffentliche Projekte gut sichtbar. Die Außendarstellung wirkt professionell und modern. Meine persönlichen Erfahrungen im Arbeitsalltag entsprachen diesem Bild jedoch nur eingeschränkt. Zwischen dem nach außen vermittelten Eindruck und der tatsächlich erlebten Unternehmenskultur bestand aus meiner Sicht eine deutliche Diskrepanz.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung wurde grundsätzlich gefördert und es bestand das Angebot, einen Teil der Arbeitszeit dafür zu nutzen. In der Praxis war dies aus meiner Erfahrung jedoch aufgrund der hohen Arbeitsbelastung häufig nur schwer umsetzbar. Für viele Mitarbeitende war Weiterbildung während der regulären Arbeitszeit kaum realistisch und oft nur durch zusätzliche Arbeitszeit oder Überstunden möglich.