Große Projekte, große Erwartungen, überschaubare Gegenleistung.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gut finde ich vor allem das Aufgabenfeld, die Branche und die überwiegend wirklich interessanten Projekte. Wer sich für Motorsport begeistert, bekommt hier definitiv Einblicke und Aufgaben, die man so nicht bei jedem Arbeitgeber findet.
Auch das jährliche Firmenfest ist immer ganz gelungen. Dass dieses häufig im Rahmen einer Rennveranstaltung stattfindet und dadurch natürlich auch von vielen Fans wahrgenommen wird, passt dabei ganz gut zum starken Außenimage des Unternehmens.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht finde ich vor allem, dass man sich intern teilweise noch immer auf dem großen Namen und dem guten Ruf bei Motorsportfans auszuruhen scheint. Nach außen wirkt vieles exklusiv und prestigeträchtig, im Arbeitsalltag bleiben davon jedoch oft nur unterdurchschnittliche Bezahlung, kaum nennenswerte Benefits, begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten und teilweise fragwürdiges Führungsverhalten übrig.
Besonders bitter ist, dass die Leidenschaft der Mitarbeiter gefühlt fest in die Kalkulation eingebaut wird. Wer für Motorsport brennt, soll offenbar bereit sein, bei Gehalt und Bedingungen Abstriche zu machen – schließlich hat man ja das Privileg, für diesen Namen arbeiten zu dürfen. Leidenschaft ist allerdings kein Gehaltsbestandteil und ein bekannter Firmenname ersetzt auf Dauer weder Wertschätzung noch gute Arbeitsbedingungen.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen sollte weniger vom eigenen Namen und Image leben und stärker darauf achten, wie der Arbeitsalltag tatsächlich aussieht. Faire und zeitgemäße Bezahlung, nachvollziehbare Entwicklungsmöglichkeiten und echte Benefits wären ein guter Anfang. Gleichzeitig braucht es realistischere Erwartungen seitens der Führungskräfte, mehr Wertschätzung und weniger Kommunikation nach dem Motto, die Mitarbeiter müssten froh sein, überhaupt hier arbeiten zu dürfen.
Arbeitsatmosphäre
Relativ gut. überwiegend entspannt, kann aber auch sehr stressig werden
Image
Beim Image kann das Unternehmen vor allem bei Fans durchaus punkten. Nach außen wirkt vieles prestigeträchtig und besonders, die Realität im Arbeitsalltag fällt allerdings deutlich nüchterner aus.
Intern scheint man sich gerne als einen der besten Arbeitgeber der Region zu sehen. Tatsächlich gehört man vor allem zu den größten – was bekanntlich nicht automatisch dasselbe bedeutet.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist insgesamt relativ in Ordnung. Positiv ist vor allem das Tagschichtmodell in den Werkstätten sowie die Möglichkeit, überschüssige Stempelzeiten auf dem Zeitkonto anzusammeln. Weniger positiv fällt dagegen der vergleichsweise geringe Urlaubsanspruch auf. Auch Brückentage sind eher ein gelegentliches Vergnügen und man sollte damit nicht planen.
Karriere/Weiterbildung
Der größte Karrierevorteil bleibt daher vermutlich der bekannte Firmenname im Lebenslauf – besonders dann, wenn man sich anschließend beim nächsten Arbeitgeber bewirbt.
Gehalt/Benefits
Beim Thema Karriere und Gehalt wird es leider schwierig, noch viel Positives zu finden. Die Bezahlung ist für die gestellten Anforderungen aus meiner Sicht deutlich unterdurchschnittlich. Nennenswerte Benefits gibt es kaum – abgesehen vom obligatorischen Obstkorb und einem kostenlosen Wasserspender, der aufgrund verdreckter Leitungen zeitweise nicht benutzt werden darf.
Bonuszahlungen gibt es ebenfalls, allerdings nur alle paar Jahre und in eher überschaubarem Umfang. Besonders charmant ist es, wenn auf der Weihnachtsfeier zunächst die Rekordgewinne des Unternehmens ausgiebig gefeiert werden und anschließend 500 € brutto als große Anerkennung verkauft werden.
Der vermutlich größte Karrierevorteil dieses Arbeitgebers ist am Ende der Firmenname im Lebenslauf.
Wer keinen Bezug zum Motorsport hat, wird hier vermutlich ohnehin nicht glücklich. Wer dagegen gutes Geld verdienen möchte, allerdings ebenfalls nicht. Besonders schade ist, dass gerade Mitarbeiter, die mit viel Leidenschaft bei der Sache sind, schnell das Gefühl bekommen können, dass genau diese Begeisterung als Teil der Vergütung betrachtet wird. Schließlich darf man ja für so einen tollen Arbeitgeber arbeiten.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist tatsächlich einer der wenigen wirklich positiven Punkte im Unternehmen. Man unterstützt sich gegenseitig und hält überwiegend zusammen vermutlich auch deshalb, weil geteiltes Leid bekanntlich verbindet.
Vorgesetztenverhalten
Beim Vorgesetztenverhalten besteht durchaus Luft nach oben. In nahezu jeder Abteilung entsteht regelmäßig der Eindruck, dass Überforderung zum Führungskonzept gehört. Gleichzeitig werden teilweise recht utopische Erwartungen formuliert, bei denen selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass jeder Mitarbeiter diese nicht nur versteht, sondern am besten auch direkt erfüllt. Passende Kommentare zur Motivation gibt es gelegentlich gratis dazu. So entsteht über längere Zeit das Gefühl, den Anforderungen grundsätzlich nie ganz gerecht zu werden. Umso überraschender scheint es dann für manche Vorgesetzte zu sein, wenn ein Mitarbeiter tatsächlich kündigt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt im Rahmen. An manchen Stellen werden durchaus beachtliche Summen in Werkzeug und Ausstattung investiert, um den Mitarbeitern den Alltag zu erleichtern. An anderen Ecken fühlt man sich dagegen ein wenig in die Vergangenheit versetzt – frei nach dem bewährten Prinzip: „Das haben wir schon immer so gemacht.“
Positiv ist, dass grundsätzlich versucht wird, zu investieren und Abläufe zu verbessern. Dass dabei nicht jede Maßnahme auch wirklich eine Verbesserung darstellt, gehört offenbar ebenfalls zum Konzept.
Kommunikation
Ziemlich schlecht. Informationen von oben sickern nur durch Mundpropaganda in die Werkstätten und vieles wird nicht angesprochen.
Interessante Aufgaben
Bei den Aufgaben ist eigentlich die komplette Bandbreite vertreten. Teilweise arbeitet man an wirklich interessanten und abwechslungsreichen Projekten, teilweise verbringt man mehrere Tage mit eher monotonen Tätigkeiten. Abwechslung ist also grundsätzlich vorhanden – man weiß nur vorher nicht immer, in welche Richtung.


