Nicht empfehlenswert für langfristige Beschäftigung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Besonders hervorzuheben ist der gute Kollegenzusammenhalt, der vieles leichter gemacht hat. Außerdem war es meist problemlos möglich, private Termine flexibel zu organisieren.
Verbesserungsvorschläge
Es wäre wünschenswert, dass das Unternehmen sich stärker bemüht, gute Mitarbeiter langfristig zu halten, statt sie durch leere Versprechen zu verlieren. Eine offenere und verlässlichere Kommunikation mit den Mitarbeitern sowie eine Führung, die nicht nur ankündigt, sondern auch umsetzt, könnten viel bewirken. Zudem sollten die Arbeitsmittel dringend modernisiert werden – gerade was Bildschirme und Tische betrifft.
Arbeitsatmosphäre
Unter den Kollegen meist kollegial, aber insgesamt angespannt und von Misstrauen geprägt. Widersprüchliche Entscheidungen und ständige Kontrollen sorgen oft für Druck und Stress. Wertschätzung bleibt oft aus, stattdessen überwiegt Kritik. Saisonale Überstunden und strikte Vorgaben bei Pausen tragen zusätzlich zu einer belastenden Stimmung bei.
Image
Das Unternehmen hat nach außen hin ein gutes Image, allerdings eher bezogen auf die Produkte und weniger als Arbeitgeber. Dieses Bild deckt sich nicht mit meinen persönlichen Erfahrungen. Ehemalige Mitarbeiter sprechen überwiegend negativ über die Firma. Ich selbst würde sie als Arbeitgeber nicht weiterempfehlen.
Work-Life-Balance
Im Winter fallen regelmäßig Überstunden und auch Samstagsarbeit an, die man später wieder abbauen kann – allerdings meist nur, wenn gerade wenig zu tun ist. Diese Überstunden werden klar angeordnet und von Azubis oft einfach erwartet. Im Sommer wird trotz reduzierter Auftragslage strikt auf die vollen 8 Stunden Arbeitszeit geachtet, inklusive nur einer halben Stunde Mittagspause und wenigen kurzen Pausen. Positiv ist, dass private Termine in der Regel ermöglicht werden.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungs- oder Schulungsangebote gibt es praktisch nicht. Aufstiegsmöglichkeiten sind kaum vorhanden, sodass man sich auch fachlich oder beruflich nicht wirklich weiterentwickeln kann. Azubis werden zwar übernommen, aber kaum gefördert. Insgesamt sind die Perspektiven im Unternehmen eher schlecht.
Gehalt/Benefits
Die Bezahlung liegt knapp über dem Mindestlohn und ist damit im Branchenvergleich eher niedrig. Es gibt Weihnachtsgeld, eine Prämie für krankheitsfreie Wintermonate (bei Krankheit wird diese gekürzt) sowie eine betriebliche Altersvorsorge. In der Produktion gibt es Bonuszahlungen, die jedoch stark einbehalten werden, wenn Fehler passieren. Überstunden werden durch Freizeit ausgeglichen. Insgesamt wird man eher klein gehalten, das Gehaltssystem ist wenig differenziert, und auch bei den Urlaubstagen wird nur das gesetzliche Minimum gewährt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Bis auf eine konsequente Mülltrennung spielt Umwelt- oder Klimaschutz im Unternehmen kaum eine Rolle. Auch soziales Engagement ist eher nicht erkennbar. Insgesamt scheinen Umwelt- und Sozialthemen im Betriebsalltag wenig Bedeutung zu haben.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist einer der wenigen großen Pluspunkte. Untereinander ist das Verhältnis meist freundschaftlich und teils immer noch familiär. Einige Kollegen sind jederzeit bereit, zu unterstützen, und Konkurrenzdenken gibt es so gut wie gar nicht. Insgesamt habe ich mich im Kollegenkreis sehr wohl gefühlt.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kollegen war im Team insgesamt respektvoll und sie wurden genauso eingebunden wie jüngere Mitarbeiter. Besondere Rücksicht bei körperlich belastenden Aufgaben gab es eher nicht, und die Wertschätzung fiel mal stärker, mal schwächer aus.
Vorgesetztenverhalten
Die Vorgesetzten treten häufig herablassend auf und machen viele Versprechungen, von denen nur wenig umgesetzt wird. Es gibt klar erkennbare „Lieblinge“, die besonders gut dastehen, wenn sie dem Betriebsleiter gefallen. Entscheidungen wirken oft willkürlich und sind selten nachvollziehbar. Feedback erfolgt überwiegend negativ, insgesamt ist das Verhalten eher kontrollierend und demotivierend.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsmittel sind insgesamt ziemlich veraltet und ergonomische Aspekte spielen vor allem in der Produktion kaum eine Rolle. Während Büroarbeitsplätze noch gut ausgestattet sind, ist es in der Fertigung oft laut, teils mit Musik, die nur wenige mögen. Früher wurde regelmäßig gereinigt, inzwischen ist es meist staubig. Eine Klimaanlage gibt es nur für den Serverraum und einen kleinen Bereich der Reklamation, was im Sommer kaum Entlastung bringt. Arbeitsschutzmaßnahmen wirken eher lückenhaft.
Kommunikation
Früher lief die Kommunikation offen und familiär, inzwischen erfolgt sie fast nur noch über weisungsbefugte Personen – oft herablassend und chaotisch. Entscheidungen werden von der Führung meist ohne Erklärung getroffen, was die Arbeit eher erschwert. Im Team selbst arbeitet jeder eher für sich, Unterstützung ist selten, aber einige Kollegen helfen gerne. Wöchentliche Meetings sind wenig zielführend, da dort meist auf Abteilungen herumgehakt wird, statt sinnvolle Zusammenarbeit zu fördern. Schlechte Kommunikation führt daher regelmäßig zu Problemen.
Gleichberechtigung
Männer und Frauen sowie jüngere und ältere Mitarbeiter werden grundsätzlich gleich behandelt. Auch Azubis arbeiten wie alle anderen, haben dabei aber oft kaum Gelegenheit, wirklich etwas zu lernen. Zudem gibt es klar erkennbare „Lieblinge“, die bevorzugt behandelt werden – wer nicht dazugehört, wird eher reserviert behandelt, was dann aber alle gleichermaßen betrifft.
Interessante Aufgaben
Die Arbeit war insgesamt stark monoton, mit wenig Verantwortung und ohne eigene Projekte. Zwar besteht die Möglichkeit, in andere Abteilungen zu wechseln, doch auch dort wird es schnell eintönig. Lediglich die Fehlersuche in der Reklamation brachte etwas Abwechslung. Auf Dauer waren die immer gleichen Aufgaben jedoch eher ermüdend.
