Ein abwechslungsreicher Arbeitsplatz mit spannenden Events und interessanten Gästen aber zu wenig Wertschätzung
Arbeitsatmosphäre
Die allgemeine Arbeitsatmosphäre war angenehm und kollegial. Die Zusammenarbeit im Team hat Freude bereitet und ließ die Arbeitszeit wie im Flug vergehen. Das Verhalten der Vorgesetzten hatte zeitweise einen belastenden Einfluss auf das Teamklima. Ohne ihre direkte Präsenz war die Zusammenarbeit deutlich angenehmer. Ein sehr traditionsbewusstes Haus, das sich Neuerungen gegenüber verschließt. Die Ausbildung wirkte überholt – mit Sprüchen wie ‚Lehrjahre sind keine Herrenjahre‘ statt echter Förderung. Später war der Umgang mit Mitarbeitenden, die Veränderung suchten, ähnlich kühl: ‚Reisende soll man nicht aufhalten‘ war sinnbildlich für die Haltung gegenüber Entwicklung und Bindung.
Seit dem letzten Monat gibt es eine neue Direktorin im Haus, mit der ich persönlich keine Erfahrungen gemacht habe. Von langjährigen Kolleg:innen habe ich bisher jedoch überwiegend kritische Rückmeldungen gehört.
Image
Das positive Gäste-Image der Maritim Häuser ist berechtigt, da alle sich für die Gäste einsetzen. Für die Mitarbeitenden gilt das allerdings nicht immer.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance war kaum vorhanden, was im Hotelgewerbe nicht unüblich ist. In meiner Abteilung konnte man immerhin Wünsche für Wunschfreie Tage äußern – das hat meist gut funktioniert. Je größer das Team, desto unorganisierter und schwieriger wird es. Die Schichtplanung war so eng gestrickt, dass bei jedem Krankheitsfall sofort Dienste getauscht werden mussten – oft sehr kurzfristig und auf Kosten der Planbarkeit für alle anderen.
Die Wochenenddienste waren ungleich verteilt – die Chefin ließ sich selbst nie blicken und überließ die Arbeit lieber dem Team. Aber auch hier kommt es eher auf die Abteilung an.
Karriere/Weiterbildung
Wer möchte, kann an Trainings teilnehmen. Beförderungen gibt es allerdings nur bei freien Stellen.
Gehalt/Sozialleistungen
Die Bezahlung richtet sich nach dem geltenden Tarifvertrag. Angesichts der Größe des Hauses und des damit verbundenen Arbeitsaufwands wäre jedoch eine zusätzliche Vergütung angemessen, die über den Tarif hinausgeht – diese bleibt jedoch aus.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Haus wird Wert auf Mülltrennung gelegt, es gibt die Initiative ‚Pro Tomorrow‘ sowie ein eigenes Bienenprojekt – was ein grundsätzliches Umweltbewusstsein erkennen lässt. Maßnahmen wie Stromsparen scheinen allerdings eher aus wirtschaftlichen als ökologischen Gründen umgesetzt zu werden. Hier wäre noch Potenzial für spannendere und ganzheitlichere Nachhaltigkeitsprojekte.
Kollegenzusammenhalt
Die Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen war durchweg positiv – unabhängig vom Alter herrschte ein offenes, unterstützendes Miteinander.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Zusammenarbeit mit älteren Kolleg:innen war besonders bereichernd. Ihre Erfahrung und ihr Wissen waren wertvoll, und die gemeinsame Arbeit hat viel Freude gemacht.
Vorgesetztenverhalten
Die interne Kommunikation hätte transparenter gestaltet werden können. Der Führungsstil war sehr kontrollierend, was auf ein begrenztes Vertrauen ins Team schließen ließ. Besonders belastend war das ständige Reden über Kollegen hinter deren Rücken – ein Verhalten, das für Misstrauen sorgte.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung ist insgesamt durchschnittlich – weder veraltet noch besonders modern. Ergonomische Arbeitsplätze, wie höhenverstellbare Tische oder Sitzmöglichkeiten am Empfang, fehlen jedoch weitgehend.
Die Mitarbeitenden haben Zugang zu einer optisch ansprechenden Kantine. Die Qualität des Essens war allerdings oft enttäuschend – insbesondere für den Spätdienst. Es entstand der Eindruck, dass hier weniger Wert auf Qualität gelegt wurde, da das Essen für Spätschichtmitarbeitende kostenfrei war.
Kommunikation
Das Unternehmen nutzt eine interne App, um Informationen transparent zu kommunizieren und allen Mitarbeitenden zugänglich zu machen.
Gleichberechtigung
Aus meiner Sicht wird Gleichberechtigung im Unternehmen aktiv gelebt. Vielfalt ist fest in der Unternehmenskultur verankert und spiegelt sich im täglichen Miteinander wider.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeiten waren breit gefächert und boten eine gute Mischung aus Routine und Abwechslung. Auch wenn bestimmte Aufgaben täglich anfielen, entwickelte sich jeder Tag individuell – was den Job interessant machte.


