Sachlich und ehrlich: Meine Eindrücke zur Arbeit bei Royal Canin
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv ist, dass Mars als Mutterunternehmen grundsätzlich bemüht ist, den Mitarbeitenden ein offenes Ohr zu bieten.
Bei Royal Canin hingegen gibt es kaum positive Aspekte: Selbst bei Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt wird gespart, und es entsteht der Eindruck, dass Büro- und Lagermitarbeitende stark getrennte Welten bilden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Negativ ist vor allem die fehlende Wertschätzung der Mitarbeitenden. Entscheidungen werden häufig ohne ausreichendes Fachwissen getroffen, insbesondere in sicherheitsrelevanten Bereichen. Die bestehenden Sicherheitskonzepte werden von Vorgesetzten teilweise nur oberflächlich umgesetzt, und in der Führungsebene wird oft stark auf standardisierte oder „KI-gestützte“ Anweisungen zurückgegriffen, anstatt praxisnah und situationsbezogen zu handeln.
Verbesserungsvorschläge
Es wäre wünschenswert, mehr Personal einzustellen, um die Arbeitsbelastung zu reduzieren und Stress zu vermeiden. Zudem könnten Führungskräfte mit fundierter Erfahrung in sowohl betrieblichen als auch technischen Abläufen – kombiniert aus Theorie und Praxis – die Organisation und Entscheidungsfindung deutlich verbessern. Außerdem sollte die Wertschätzung der Mitarbeitenden stärker in den Fokus rücken, um Motivation und Engagement nachhaltig zu fördern.
Arbeitsatmosphäre
Die Kolleginnen folgen oft einem stark individuellen Prinzip. Wenn jemand einen Fehler macht, zeigen manche eine auffällige Freude darüber.
Unterstützung untereinander oder echtes Teamwork sind kaum erkennbar.
Image
Das Unternehmen hat ein gutes Image und eine bekannte Marke, die bei Kund:innen positiv wahrgenommen wird.
Work-Life-Balance
Die 40-Stunden-Woche ist etwas umfangreich für die aktuelle Zeit, bietet jedoch als Leadworker die Möglichkeit, Arbeitszeiten flexibler zu gestalten im Vergleich zu regulären Lager-Mitarbeitenden. Insgesamt ist die Balance zwischen Arbeit und Freizeit akzeptabel.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen werden angeboten, jedoch überwiegend dann, wenn sie für das Unternehmen kosteneffizient sind. Gezielte Förderung oder Planung von Weiterbildungsmaßnahmen erfolgt nicht konsequent.
Gehalt/Benefits
Die Position wurde im Verlauf mehrfach umbenannt – ursprünglich als Instandhaltungsleiter, später als Technischer Instandhaltungsspezialist und letztendlich als Instandhalter eingestuft. Die tatsächlichen Tätigkeiten entsprechen jedoch weiterhin denen eines Instandhaltungsleiters. Dies wirkt wie eine systematische Herabstufung der Vergütung, da die Bezahlung nicht der Verantwortung und dem Aufgabenprofil entspricht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Folien und Kartonage werden getrennt gesammelt, und auf die richtige Entsorgung wird Wert gelegt.
Kollegenzusammenhalt
Ein allgemeiner Zusammenhalt unter den Kolleg:innen ist kaum vorhanden. Teilweise bilden sich kleine Gruppen, die sich gegenseitig unterstützen, während die Zusammenarbeit teamübergreifend begrenzt bleibt.
Umgang mit älteren Kollegen
Ein respektloser Umgang gegenüber älteren Kolleg:innen ist mir nicht aufgefallen.
Vorgesetztenverhalten
Die Erfahrungen mit Vorgesetzten sind gemischt. Auf persönlicher Ebene wirken viele freundlich und respektvoll im Umgang.
Im Bereich Führung und Management bestehen jedoch deutliche Verbesserungspotenziale. Insbesondere bei sicherheitsrelevanten Themen und Instandhaltung fehlt es teilweise an praktischer Erfahrung und fundierter Entscheidungsfindung. Anweisungen wirken teilweise standardisiert und erinnern an generisch formulierte Texte, ohne ausreichend auf die konkrete Situation einzugehen.
Eine ausgeprägte „Hands-on“-Mentalität ist nur begrenzt erkennbar. Operative Aufgaben und Verantwortung werden häufig an Leadworker delegiert, wodurch ein Ungleichgewicht in der Aufgabenverteilung entsteht. Gleichzeitig wird notwendiges System- und Prozesswissen nicht konsequent aufgebaut.
Mitunter entsteht der Eindruck, dass auch theoretisch geprägte Perspektiven (z. B. aus betriebswirtschaftlichem Hintergrund) als ausreichend angesehen werden, um technische Fragestellungen zu beurteilen – was in der praktischen Umsetzung nicht immer zielführend ist.
Auch interne Mitarbeiterbefragungen (z. B. jährliche Umfragen) zeigen wiederholt kritische Rückmeldungen, ohne dass daraus immer erkennbar n
Arbeitsbedingungen
Die notwendigen Werkzeuge und Arbeitsmaterialien werden bereitgestellt, sodass die grundlegenden Arbeitsbedingungen als in Ordnung bewertet werden können.
Kommunikation
Die Kommunikation im Team ist sehr schwach, und niemand fühlt sich wirklich verantwortlich – weder die Mitarbeitenden noch die Vorgesetzten. Es wird viel erwartet, aber selbst wenig getan. Wenn dann etwas erledigt wird, geschieht dies häufig, indem man Ideen bei künstlicher Intelligenz sammelt und versucht, diese umzusetzen.
Innovation beginnt nicht damit, einfach bei einer KI nachzufragen und etwas ungefähr umzusetzen, das ist Bequemlichkeit und fehlendes Fachwissen. Wahre Innovation entsteht, wenn man Verantwortung übernimmt, Kontrolle hat und aktiv Veränderungen vorantreibt. Hier werden jedoch nur die Symptome von Problemen behandelt; die eigentlichen Ursachen werden oft ignoriert.
Beispiele:
• Ein Projektleiter gibt eine Zeichnung ohne Maße und sagt lediglich, dass der Abstand zu einem Regal „ungefähr 3,5 m“ betragen soll. Damit lässt sich praktisch nichts anfangen.
• Wenn man selbst einen Plan erstellt, wird häufig kritisiert: „Warum verschwendest du deine Zeit damit? Wir haben andere Prioritäten.“
Das führt zu Widersprüchlichkeiten und erschwert ein effizientes, verantwortungsbewusstes Arbeiten.
Gleichberechtigung
Aus meiner Wahrnehmung heraus werden Frauen und Männer gleichermaßen behandelt. Eine erkennbare Bevorzugung oder Benachteiligung bestimmter Gruppen konnte ich nicht feststellen.
Interessante Aufgaben
Das Aufgabengebiet wirkt auf den ersten Blick vielseitig, entpuppt sich in der Praxis jedoch häufig als fachfremd und wenig strukturiert. Dazu zählen unter anderem das Abdichten von potenziellen Schädlingszugängen mit Silikon oder improvisierte Konstruktionen in der Werkstatt, die eher kurzfristige Lösungen darstellen.
Die Fördertechnik wird überwiegend erst dann berücksichtigt, wenn es bereits zu Ausfällen kommt. In der Folge entstehen ungeplante Mehrarbeiten, die häufig durch verlängerte Arbeitszeiten kompensiert werden, um zusätzliche Einsätze am Wochenende zu vermeiden.
Auch im Bereich der Haustechnik gehört es dazu, Anlagen eigenständig am Laufen zu halten; wenn keine Lösung gefunden wird, müssen externe Dienstleister hinzugezogen werden.
Zusätzlich werden Tätigkeiten übernommen, die üblicherweise spezialisierten Fachkräften vorbehalten sind, etwa einfache Elektroarbeiten ohne entsprechende Qualifikation, Instandsetzungsarbeiten an der Infrastruktur oder das Anbringen von Fensterfolien.
Sicherheitsaspekte erscheinen dabei nicht immer vollständig durchdacht. Insgesamt entsteht der Eindruck einer „Allround“-Rolle, bei der klare Abgrenzungen von Zuständigkeiten und fachlichen