Großes Kino im Werk, leider ohne wirtschaftliches Drehbuch. Starkes Team, trotz ambitionierter Führungsexperimente
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kollegen und den Zusammenhalt.
Ohne das wäre hier nichts mehr übrig.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dass genau diese Leute alles auffangen müssen während oben Entscheidungen getroffen werden die im Alltag keiner nachvollziehen kann.
Verbesserungsvorschläge
Weniger Industrieschauspielerei mehr Substanz.
Entscheidungen sollten näher an der Praxis getroffen werden.
Und vielleicht sollte man anfangen die Leute zu halten die wissen wie der Laden wirklich funktioniert.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre lebt komplett von den Kollegen. Die halten zusammen und gleichen aus was strukturell schiefläuft. Ohne diesen Zusammenhalt wäre hier schon längst Feierabend. Man merkt aber deutlich dass die Belastung steigt weil immer mehr Arbeit auf immer weniger Leute verteilt wird. Gute Mitarbeiter gehen und der Rest fängt es auf. Die Stimmung schwankt zwischen Galgenhumor und dem Gefühl dass es so nicht mehr lange weitergehen kann.
Kommunikation
Offizielle Kommunikation ist eher zurückhaltend. Dafür funktioniert der Flurfunk erstaunlich gut und oft auch zuverlässiger. Viele Dinge erfährt man nicht weil sie kommuniziert werden sondern weil man sie sich zusammenreimt.
Kollegenzusammenhalt
Ohne den Zusammenhalt wäre hier längst Feierabend.
Die Leute halten zusammen weil sie wissen dass sie sich auf die Führung nicht verlassen können.
Das ist der einzige Grund warum der Laden überhaupt noch läuft.
Work-Life-Balance
Die Arbeit verschwindet nicht wenn Leute gehen. Sie bleibt einfach liegen und verteilt sich neu. Am Ende machen es die die noch da sind und das merkt man.
Vorgesetztenverhalten
Fachlich starke Abteilungsleiter sind vorhanden und wissen auch wie es eigentlich laufen müsste. Das Problem ist dass sich am Ende immer die Werkleitung durchsetzt. Und da hat man oft das Gefühl dass weniger Fachwissen als Darstellung im Vordergrund steht. Viel Auftreten wenig greifbare Substanz. Entscheidungen wirken häufig weit weg von Praxis und Wirtschaftlichkeit und werden trotzdem durchgedrückt. Die guten Führungskräfte lassen sich das gefallen anstatt mal klar dagegenzugehen und genau das sorgt dafür dass sich nichts ändert.
Interessante Aufgaben
Abwechslung gibt es genug. Man lernt täglich dazu vor allem wenn es darum geht Dinge zu lösen die so eigentlich gar nicht hätten entstehen dürfen. Improvisation gehört inzwischen fest zum Arbeitsalltag. Langweilig wird es auf jeden Fall nicht.
Gleichberechtigung
Im Team passt das.
Im größeren Bild wird es dann manchmal etwas unübersichtlich wer warum wie behandelt wird.
Umgang mit älteren Kollegen
Erfahrung ist da und eigentlich Gold wert.
Wird aber oft erst vermisst wenn sie nicht mehr da ist.
Viele gute Leute sind gegangen und das merkt man inzwischen deutlich.
Arbeitsbedingungen
Technisch und vom Know how wäre vieles möglich. In der Praxis wird aber oft an den falschen Stellen angesetzt. Es gibt Situationen in denen Material in Mengen vorhanden ist die keiner sinnvoll einsetzen kann während an anderer Stelle improvisiert wird. Gleichzeitig werden externe Kräfte eingesetzt um Aufgaben aufzufangen die vorher intern erledigt wurden. Die Wirtschaftlichkeit solcher Entscheidungen erschließt sich nicht immer und sorgt intern regelmäßig für Diskussionen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wird angesprochen.
Im Alltag hat aber anderes oft Priorität.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt kommt pünktlich. Alles darüber hinaus sorgt eher für Fragezeichen. Unterschiede bei ähnlicher Arbeit sind vorhanden und nicht immer nachvollziehbar. Wer Dinge hinterfragt merkt schnell dass das nicht unbedingt gern gesehen wird. Transparenz sieht anders aus.
Image
Nach außen wirkt der Standort sauber und strukturiert. Intern sieht es deutlich anders aus. Vieles was im Alltag passiert kommt nach oben gar nicht so an wie es tatsächlich ist. Entscheidungen sorgen intern oft eher für Kopfschütteln als für Vertrauen. Die Stimmung ist eine Mischung aus Sarkasmus Frust und dem Gefühl dass hier gerade mehr von Substanz gelebt wird als aufgebaut wird. Wenn das Gesamtbild intern und extern mal wirklich übereinstimmen würde gäbe es vermutlich einige sehr interessante Gespräche.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung gibt es auf dem Papier.
In der Praxis entwickelt man sich eher durch Erfahrung im täglichen Chaos weiter.
Karriere passiert nicht geplant sondern eher zufällig.