Schlechte Führung und demotivierende Rahmenbedingungen gefährden Motivation und Leistung
Verbesserungsvorschläge
Nüchtern und objektiv betrachtet, kann nur eine erstklassige Führungsmannschaft einen echten Umschwung herbeiführen. Bereichsleiter, die nicht als Vorbilder agieren, keine positive Arbeitsatmosphäre schaffen und nicht durch ihr eigenes Engagement oder transparente Kommunikation von Zukunft und Strategie Orientierung bieten, können keine Mitarbeitenden mit Herzblut führen. Da dies derzeit nicht gegeben ist, bleibt dies der zentrale Hebel, um die Firma langfristig zu stabilisieren. Ich bin überzeugt, dass mit einer wirtschaftlichen Erholung und wieder steigender Nachfrage nach Fachkräften die Mitarbeitenden sich schnell nach attraktiveren Alternativen umsehen werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist stark demotivierend. Viele Entscheidungen der Bereichsleiter sind von Misstrauen geprägt, und in einzelnen Fällen wurden nachweislich falsche Aussagen getätigt. Keine Führungspersönlichkeit sticht positiv hervor. Eine konstruktive Stimmung entsteht nur auf Arbeitsebene im direkten Austausch zwischen Kollegen. Die Top-Down-Kommunikation ist mangelhaft, während die Geschäftsführung kaum greifbar ist und im Headquarter praktisch nicht präsent erscheint. Bereichsleiter unternehmen regelmäßig Geschäftsreisen, oft in Business Class, obwohl die wirtschaftliche Lage des Unternehmens angespannt ist. Versprochene Zielerreichungszahlungen werden teilweise über Monate hinaus verschoben. Beim Einzug in das neue Büro wurden Mitarbeitende zudem in unfertige Baustellenbereiche gesetzt, was den Eindruck einer fehlenden Planung und Wertschätzung verstärkt.
Kommunikation
Insgesamt ist die Kommunikation auf professionellem Niveau praktisch nicht vorhanden. Es wirkt, als hätten Geschäftsführung und Bereichsleiter weder Fokus auf Veränderung noch Weitblick. Die Geschäftsführung ist am Standort kaum präsent und tritt in Terminen häufig herablassend auf. Die Bereichsleiter handeln unprofessionell und erteilen in einigen Fällen harte Anweisungen, wenn der normale Austausch nicht zum Ziel führt. Die Führungskultur ist insgesamt schlecht, sodass die Arbeit im Unternehmen kaum attraktiv erscheint. Derzeit zwingt jedoch die angespannte Marktlage die Mitarbeitenden dazu, trotz dieser Bedingungen im Unternehmen zu bleiben.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist überwiegend nur unter Mitarbeitenden ausgeprägt, die bereits vor dem Verkauf bei der Unternehmensgruppe fischer tätig waren. Insgesamt wurde durch die Führung eine Arbeitskultur geschaffen, die eher von gegenseitigem Misstrauen als von Vertrauen geprägt ist. Der Verbleib im Unternehmen wird derzeit vor allem durch den Zusammenhalt innerhalb der Abteilung sowie die angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland beeinflusst. Unter anderen Rahmenbedingungen wäre ein Unternehmenswechsel eindeutig zu empfehlen.
Work-Life-Balance
Nach der Veräußerung von fischer an Mutares, dem Aufgang in Matikon und den konsequenten Personalabbauten im Projektbereich müssen die verbleibenden Mitarbeitenden erheblich mehr leisten, um die zugewiesenen Aufgaben überhaupt zu bewältigen. Insgesamt sind es vor allem die demotivierend wirkenden Rahmenbedingungen, die die Work-Life-Balance negativ beeinflussen. Wenn die Arbeit zunehmend als Belastung empfunden wird und man nur ungern zur Arbeit geht, ist ein Ausgleich zwischen Beruf und Privatleben praktisch nicht gegeben.
Vorgesetztenverhalten
Die Führungskräfte auf Bereichsleiterebene sorgen für eine durchgehend schlechte Stimmung im Unternehmen. Niemand geht mit gutem Beispiel voran, und es ist nicht erkennbar, dass sie sich überarbeiten oder eine Arbeitsmoral an den Tag legen, die als Vorbild für die Mitarbeitenden dienen könnte. Fachkompetenz im jeweiligen Abteilungsbereich ist faktisch kaum vorhanden. Stattdessen wird vermeintlich auf Kommunikation als Motivationsinstrument gesetzt – diese wirkt jedoch häufig herabsetzend auf die Mitarbeitenden. Visionen und Zukunftsstrategien fehlen, bzw. werden von den Bereichsleitern nicht vermittelt, sodass es keine Orientierung für die Mitarbeitenden gibt. Gleichzeitig werden Geschäftsreisen häufig unklar begründet und ohne erkennbaren Mehrwert für die Teams durchgeführt. Lediglich auf Arbeits- und Teamleiterebene gibt es einige wenige Persönlichkeiten, die Motivation verbreiten und die Kolleginnen und Kollegen im Projektbereich effektiv führen – diese sind jedoch spärlich gesät.
Interessante Aufgaben
Die Branche, in der wir tätig sind, zeichnet sich durch durchgehend anspruchsvolle und interessante Projekte aus. Dies ist positiv zu bewerten, da man sich nicht immer nur mit den gleichen, monotonen Themen beschäftigt. Die gute Bewertung bezieht sich daher ausschließlich auf die Möglichkeiten und Herausforderungen, die die Branche selbst bietet.
Gleichberechtigung
Auf Arbeits- und Projektebene sind die Rollen zwischen den Geschlechtern ausgeglichen, es gibt keine Bevorzugungen oder Benachteiligungen. Auf der Führungsebene bei Matikon sind jedoch ausschließlich Männer vertreten.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind äußerst unzureichend. Seit November 2025 befinden sich die Mitarbeitenden in einem Bürogebäude, zu dem sie keinen direkten Zutritt haben und oft auf externe Mitarbeiter warten müssen, um hineinzukommen. Im eigentlichen Unternehmensbüro herrscht faktisch eine Baustellensituation: Viele Baumängel bestehen, Böden sind schlecht verlegt, Baumaterialien stehen überall herum, und die Aufenthalts- sowie Arbeitsräume sind mit wild zusammengewürfelten Tischen eingerichtet. Besonders gravierend ist, dass seit dem Einzug keine Reinigungsfirmen beauftragt wurden. Bis Mitte Januar wurden beispielsweise die Toiletten nicht gereinigt, es fehlten Papiertücher, und die Böden waren stark verschmutzt. Unter solchen Bedingungen ist es praktisch unmöglich, gute Arbeitsleistungen zu erbringen. Gleichzeitig fordert die Führungsmannschaft, dass die Mitarbeitenden verstärkt im Büro präsent sein sollen, obwohl die Rahmenbedingungen dies nicht zulassen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es ist nicht erkennbar, dass es spezielle Programme oder Initiativen gibt, um dies den Mitarbeitenden zu vermitteln oder generell aktiv daran zu arbeiten.
Gehalt/Benefits
Da das Unternehmen finanziell stark angespannt ist und faktisch kein Budget verfügbar ist, werden selbst kleinste Anschaffungen nicht genehmigt. Dieses Verhalten spiegelt sich auch im Bereich der Gehälter wider: Gehaltserhöhungen sind nicht zu erwarten, da die Bereichsleiter jegliche Anpassungen massiv blockieren.
Image
Das Unternehmensimage befindet sich im freien Fall. Unter der Unternehmensgruppe fischer war noch Stolz spürbar, für die Firma Leistungen zu erbringen. Zwischenzeitlich wird das Image jedoch stark durch die schlechte Führungskultur, den Umgang miteinander und die Arbeitsatmosphäre geprägt. Stolz, für das Unternehmen zu arbeiten, existiert praktisch nicht mehr. Verstärkt wird dies durch den Verkauf und die radikale Sparpolitik der Eigentümer. Die Mitarbeitenden arbeiten heute vor allem, um ihren Lebensunterhalt und private Verpflichtungen zu sichern, nicht aus Überzeugung oder Identifikation mit dem Unternehmen.
Karriere/Weiterbildung
Es existiert keine interne Weiterbildungsakademie, in der Mitarbeitende gefördert werden. Anträge auf externe Schulungen werden praktisch nicht mehr gestellt, da von vornherein klar ist, dass sie abgelehnt werden.