Früher war mehr Lametta
Gut am Arbeitgeber finde ich
Man hat dort bis zu einem gewissen Alter einen sicheren Arbeitsplatz bei einem annehmbaren Gehalt. Es gibt Firmenhandys und ab Directorebene auch einen Firmenwagen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Man hat keinen festen Platz zum Arbeiten, teilweise sehr hohe Arbeitsbelastung, Gehalt innerhalb der Branche eher mau, ältere Kollegen werden herausgedrängt. Es gibt keine betriebliche Altersversorgung.
Verbesserungsvorschläge
Man hat den Eindruck, das Gewinne dort zunehmend über Einsparungen bei Mitarbeitern generiert werden. Das war in der Zeit vor WPP nicht so.
Vielleicht wäre ein selbstbewussteres Auftreten gegenüber Sorrell nötig, um das zu mindern.
Arbeitsatmosphäre
Der neue Campus bietet nicht einmal feste Arbeitsplätze, man kann sich quasi hinsetzen, wo man möchte. Eine zumindest etwas individuelle Gestaltung des Arbeitsplatzes ist nicht möglich. Das eigene Blümchen oder das Foto der Familie darf nicht aufgestellt werden.
Über wöchentliche Feedbackgespräche findet eine permanente Kontrolle des Vorgesetzten statt.
Image
Mediacom stand in der Branche schon immer für viel Arbeit bei wenig Gehalt, das wird sicher auch so bleiben.
Work-Life-Balance
Ist in den letzten Jahren etwas besser geworden, früher wurde da tatsächlich regelmäßig bis in die Nacht durchgearbeitet. Natürlich ohne Ausgleich.
Karriere/Weiterbildung
Durch Assessmentcenter und diverse Kurse wird erreicht, das Mitarbeiter relativ lange auf der aktuellen Position gelassen werden. Da wird also immer eine Möhre vor die Nase gehalten und die Beförderung an sich auf den St. Nimmerleinstag herausgezögert. Persönlich finde ich dieses System ziemlich perfide.
Gehalt/Benefits
Im Vergleich zu anderen Branchen verdient man in Mediaagenturen nicht schlecht, das Gehaltsniveau von Mediacom zu anderen Mediaagenturen ist aber eher mau.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Da wird definitiv drauf geachtet und solches auch entsprechend kommuniziert. Im Prinzip gehört das zu den vielen kleinen Dingen die nicht viel kosten und womit man das Image verbessern will.
Kollegenzusammenhalt
Das Verhältnis der Kollegen untereinander ist größtenteils von Professionalität geprägt, echte Freundschaften wird man kaum finden. Das war für mich aber völlig in Ordnung, man muss ja nicht mit jedem fraternisieren.
Umgang mit älteren Kollegen
Viele ältere Kollegen werden entlassen oder mit Aufhebungsverträgen aus dem Unternehmen entfernt. Bis zur Rente können die meisten dort nicht arbeiten.
Vorgesetztenverhalten
Teils/Teils. Ich hatte dort gute und wohlwollende Vorgesetzte, aber auch wirklich fiese Menschen kennengelernt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeit in den Großraumbüros findet unter einem entsprechenden Geräuschpegel statt, zudem sind unbezahlte Überstunden Usus und werden auch erwartet. Das hat alles was von Frühkapitalismus und erinnert einen an alte Fotos, wo Männer mit Ärmelschonern in Reih und Glied an Stehpulten standen. Wobei die zumindest einen festen Platz zum Arbeiten hatten.
Kommunikation
Die Geschäftsführung kommuniziert weitestgehend transparent und offen.
Gleichberechtigung
Ob schwarz, weiß oder grün, es werden alle gleich behandelt. Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es auf gleicher Position wohl nicht, das hängt eher davon ab, wie gut sich jemand verkaufen kann.
Interessante Aufgaben
Die kann man durchaus finden und man wird dabei nicht gebremst. Wobei das natürlich von der Abteilung abhängig ist.