Das L in Meininger steht für Lebensfreude
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich mochte den Zusammenhalt einiger Kolleg:innengruppen in den Hotels selbst und vereinzelte Führungskräfte, deren oberstes Anliegen das Wohl ihres Teams war. Außerdem wurde zumindest damals häufiger angeboten, auch einmal in Hotels in anderen Städten zu arbeiten, was mit einem Ausbildungsgehalt schön ist, um ein wenig herumzukommen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich glaube, ich habe hierzu ausreichend bei den einzelnen Unterpunkten erwähnt. Es gibt meiner Meinung nach eine Menge Baustellen, die theoretisch verhältnismäßig leicht angegangen werden könnten und der schlechteste Punkt am Arbeitgeber wäre wohl, wenn diese Möglichkeiten zur Verbesserung ungenutzt verstreichen.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Empathie, weniger Gewinnsucht. Auch wenn es in einem kapitalistischen System schwerfällt, würde ich mir für die Mitarbeitenden der Meininger Hotels wünschen, dass auf persönliche Umstände mehr Rücksicht genommen und den Mitarbeitenden vielleicht einfach mal häufiger geglaubt wird. Auch, wenn es gerade für eine große Hotelkette verlockend ist, das nächste und das nächste und das nächste Haus zu eröffnen, kann und darf der Fokus auch einfach mal auf bestehende Hotels und die Angestellten gelegt werden. Eine Anpassung der Löhne für eure Mitarbeitenden, die sich nicht in Führungspositionen befinden, wäre ein großer Schritt nach vorne, denn die allermeisten Angestellten bei Meininger geben sich wirklich große Mühe, einen guten Job zu machen und verdienen dafür doch wirklich ein Monatsgehalt, wo eine gewisse Sorglosigkeit möglich ist und diejenigen, deren Motivation inzwischen unter die Räder gekommen ist, könnten damit gewiss auch wieder abgeholt werden.
Arbeitsatmosphäre
Ich habe in meiner Zeit bei den Meininger Hotels selten Lob durch Führungskräfte mitbekommen, weder bei mir selbst, noch bei Kolleg:innen. Gerügt und überprüft wurde hingegen gern und häufig, was sich leider negativ auf die generelle Arbeitsmoral ausgewirkt hat.
Image
Ich habe im Kollegium viel Kritik an diversen Punkten die Meininger Hotels betreffend mitbekommen, allerdings selten Lob. Wenn Lob ausgesprochen wurde, dann zumeist von Angestellten in Leitungsposition.
Work-Life-Balance
Mit ständigem spontanem Einspringen, viel zu langen Perioden zusammenhängender Arbeitstage ohne freie Tage und dem gekonnten Einreden eines schlechten Gewissens, sollte man einmal krank gewesen sein, sowie der Verweigerung beispielsweise eines freien Tages, wenn man mal umzieht, kann ich an dieser Stelle leider nichts Positives berichten.
Karriere/Weiterbildung
Ich habe zwar an und wann miterlebt, wie Mitarbeitende in eine Wunschabteilung wechseln und sogar zeitweise in die Arbeit der jeweiligen Abteilung hineinschnuppern konnten und/oder in der eigenen Abteilung aufgestiegen sind, allerdings ist es meiner Erinnerung nach nicht allzu oft vorgekommen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war in nicht-leitenden Positionen m.M.n. unter dem Durchschnitt und definitiv nicht ausreichend für den Wohnungsmarkt in Berlin.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ich kann leider nicht allzu viel dazu sagen, habe jedoch eine Menge Plastik-Goodies für Gäst:innen mitbekommen und zumindest nicht mitbekommen, dass bei beispielsweise Kaffeebohnen oder Kakaopulver etc. besonders auf Fair Trade geachtet wurde.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt des Kollegiums bei Meininger war durchwachsen, was allerdings ja der Norm entspricht. Manche Kolleg:innen waren sehr an Zusammenarbeit interessiert, andere weniger.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich kann nicht aus eigener Erfahrung sprechen, habe jedoch auch ältere Kolleg:innen gehabt und auch Neueinstellungen älterer Menschen mitbekommen.
Vorgesetztenverhalten
In Bezug auf das Thema Kommunikation habe ich bedauerlicherweise viel unprofessionelles Verhalten von Vorgesetzten erlebt. Es gab auch gerne einmal Tratsch über andere Mitarbeitende, Micromanagement und die Bitte, andere Mitarbeitende für vermeintliches Fehlverhalten zurechtzuweisen, wenn die Führungskraft selbst nicht korrigierend eingreifen wollte.
Arbeitsbedingungen
In den Büros gilt der Klassiker überheizter, mäßig ausgestatteter Großraumbüros ohne Fokus aus ergonomischem Arbeiten, also keine höhenverstellbaren Schreibtische und auch keine festen Arbeitsplätze, an denen man eventuell einen Handgelenkschutz für Maus und Tastatur hätte hinterlegen können. In den Hotels selbst ging es eher in die Richtung "den Boden chloren ohne sichere Arbeitsschuhe" und defekte Türen in Nachtschichten in problematischen Gegenden mit hotelfremden, sich bedrohlich gebärdenden Personen.
Kommunikation
Auch wenn ich für das Engagement einzelner Mitarbeitender gerne einen Stern mehr vergeben würde, kann ich es aufgrund der schieren Masse an Vorfällen unter dem Stichwort Fehlkommunikation leider nicht. Entscheidungen und Änderungen wurden selten angemessen mitgeteilt, sodass es u.a. zu Situationen kam, in denen Gäst:innen gegenüber die Firmen Policy durchgedrückt wurde, da man ja darauf geschult wurde, genau das zu tun, nur damit Vorgesetzte sich dann berufen gefühlt haben, den Gäst:innen immer wieder Sonderregelungen einzuräumen und somit die eigene Autorität vollständig einzureißen. Wo die Kommunikation hingegen großartig war, waren Situationen, in denen man mit Vorgesetzten sensible gesundheitliche Zustände vertraulich besprochen hat - davon wusste dann schnell auch die Vertretung oder die Vertretung der Vertretung.
Gleichberechtigung
Während meiner Zeit bei Meininger habe ich viele Frauen erlebt, die in Führungspositionen aufgestiegen sind. Da es allerdings untersagt wurde, über das Gehalt zu sprechen (unter anderem unter Andeutung, man könnte dafür gekündigt werden) gibt es einen Stern Abzug, da ich natürlich nicht weiß, ob Männer in den diversen Abteilungen der Meininger Hotels nicht kategorisch besser bezahlt werden.
Interessante Aufgaben
Der große Pluspunkt an der Hotellerie als Branche ist wohl die Möglichkeit, in verschiedenen Bereichen zu arbeiten und somit auch herauszufinden, was einem am ehesten liegt. Hier hat auch Meininger ausreichend Möglichkeiten geboten.

