Rückblickend eine sehr ernüchternde Arbeitgebererfahrung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kantine hatte leckere Pommes.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
In den letzten zwei Jahren gab es zahlreiche Kündigungen mit der Begründung wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Gleichzeitig wurden Entscheidungen getroffen, die nach außen nicht zu dieser Begründung passen. Diese Diskrepanz wirft Fragen auf und hat mein Vertrauen in die Unternehmensführung nachhaltig beeinträchtigt.
Verbesserungsvorschläge
Um echte Verbesserungen zu erreichen, wären nicht nur Anpassungen, sondern ein umfassendes Umdenken auf struktureller Ebene notwendig. Ohne eine solche Neuausrichtung sehe ich langfristig wenig Entwicklungspotenzial.
Arbeitsatmosphäre
Solange man sich der Geschäftsführung gegenüber sehr angepasst verhält, wird man bevorzugt behandelt. Sobald man jedoch Grenzen setzt oder nicht mehr jederzeit verfügbar ist, ändert sich der Umgangston deutlich. Ich hatte lange engen Kontakt zur Führungsebene und war auch außerhalb der Arbeitszeit erreichbar, etwa über WhatsApp. Nachdem ich klargestellt habe, dass ich diese permanente Verfügbarkeit nicht mehr leisten möchte, hat sich das Verhältnis spürbar verschlechtert. Am letzten Arbeitstag erhielt ich Anweisungen nicht mehr direkt von der Geschäftsführung, obwohl sie anwesend war, sondern über Dritte. Das vermittelte mir den Eindruck, bewusst auf Distanz gehalten zu werden.
Zusätzlich wurde ich damit konfrontiert, dass Inhalte von meinem privaten Instagram-Account an die Geschäftsführung weitergeleitet wurden und ich mich dafür rechtfertigen sollte, wie ich meine Freizeit gestalte. Dieses Vorgehen empfand ich als unangemessen und als Eingriff in meine Privatsphäre.
Image
Ein Blick auf die Bewertungen vermittelt bereits ein recht klares Gesamtbild.
Work-Life-Balance
Es besteht eine klare Erwartung, auch außerhalb der regulären Arbeitszeit erreichbar zu sein, teilweise sogar im Urlaub. Wer diese Erwartung nicht erfüllt, muss damit rechnen, dass sich das negativ auf Leistungszulagen auswirkt.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt eher unter dem Branchendurchschnitt. Gehaltssteigerungen wirken teilweise wenig transparent und scheinen stark von persönlicher Nähe zur Führungsebene abzuhängen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen präsentiert sich nach außen als umweltbewusst. In der Praxis habe ich jedoch mehrfach erlebt, dass Materialien in größerem Umfang entsorgt wurden, etwa Drucke mit minimalen Fehlern. Das steht aus meiner Sicht nicht im Einklang mit dem vermittelten Anspruch.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt hängt stark von der Abteilung ab. Positiv ist, dass es engagierte Teams gibt. Allerdings habe ich erlebt, dass sich das Verhalten mancher Kollegen stark verändert, sobald jemand das Unternehmen verlässt. Loyalität scheint dann eher gegenüber der Geschäftsführung als gegenüber ehemaligen Teammitgliedern zu gelten.
Umgang mit älteren Kollegen
Kommt drauf an
Vorgesetztenverhalten
Nach außen legt das Unternehmen großen Wert auf ein positives Image. Intern habe ich jedoch häufig eine Diskrepanz zwischen Darstellung und Realität wahrgenommen. Entscheidungen wirkten teilweise wenig transparent und schwer nachvollziehbar. Besonders irritierend fand ich Auszeichnungen im Bereich Familienfreundlichkeit, da meine persönlichen Erfahrungen damit nicht übereinstimmen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsumgebung war stark von der baulichen Situation geprägt. In der Kunststoffhalle herrschten teilweise Bedingungen, die ich persönlich als wenig angenehm empfand, insbesondere im Hinblick auf Raumklima und Komfort.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist stark verbesserungswürdig. Informationen werden häufig verspätet, unvollständig oder widersprüchlich weitergegeben, was Arbeitsabläufe erschwert und Vertrauen mindert.
Gleichberechtigung
Vielfalt wird kommuniziert, scheint in der Praxis jedoch stark davon abzuhängen, wie gut man sich an interne Erwartungshaltungen anpasst.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben können grundsätzlich spannend sein. Allerdings werden Projekte häufig kurzfristig umpriorisiert oder verworfen, sodass bereits investierte Arbeit verloren geht. Das erschwert effizientes Arbeiten und wirkt demotivierend.