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Mercedes-Benz 
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Bewertung

Ihr Unternehmen?

Klasse Job für Menschen, die gern überwachen, steuern und streiten

2,6
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich IT bei Daimler AG (Möhringen) in Stuttgart gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Gehalt, Standort, 35h Woche

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Es wird viel über Arbeit gesprochen und wenig gearbeitet. "Sollte sich mal wer drum kümmern". Ganz Wichtig: Statusmeetings. Jeder ist stets bemüht.

2025: Zurück ins Büro Ansage aus dem Management ohne Not. Keine Einzelfallbewertung, einfach pauschale Ansage. Es wird nicht mehr geführt, es wird regiert und vertröstet

Verbesserungsvorschläge

In der Gegenwart ankommen und die "wir haben das immer schon so gemacht" Denke abschütteln. Mal schauen wie es andere tun. Tesla ist gerade auf dem besten Weg die Firma zu übertrumpfen. Weg von der Einstellung, dass der Konzern primär von der Autoproduktion lebt. Digitale Dienste werden immer wichtiger.
Update: Ja, Tesla ist mittlerweile supererfolgreich und alle kratzen sich am Kopf und sind verwundert. Tja, nichts ist so beständig wie der Wandel, Kollegen.
Update2: Preise hoch und dann sagen "wir sind jetzt Premiumsegment" funktioniert leider nicht
Mehr Sachen selbst machen. Es arbeiten viele Leute hier, die wissen was sie tun. Stattdessen beauftragt man lieber "irgendwen" von außen, damit man im Notfall sagen kann, dass es der Lieferant verbockt hat. Die Schwemme externer Beraterfirmen nimmt zu. Viel Gerede, viel Powerpoint, aber außer Politur auf den Lederschühchen nix drauf. Alle wollen die Daimler-Kuh melken und noch das letzte bisschen aus dem Konzern pressen. Für meinen Geschmack arbeiten hier zu viele Beraterfirmen: obwohl wir mit 100.000 Mitarbeitern quasi alle Disziplinen abdecken, brauchen wir trotzdem noch externe Hilfe, die unsere Einschätzung bestätigen.
Fehlerkultur schaffen. Gute Tradition ist es aktuell erst mal drauf zu hauen und die Leute auf Zusagen festzunageln; am besten schriftlich und mit CC an irgendwen der was zu sagen hat.

Wenn es zeitlich eng wird oder ein Thema zu scheitern droht, ist es typisches Daimler folgendes zu tun:
1) Erstmal klarstellen, dass das Thema nichts mit einem selbst zu tun hat. Nachweislich nicht. Kann ja gar nicht sein...
2) Die heiße Kartoffel irgendwem in den Schoß werfen, der vermeintlich auf den ersten Blick zuständig ist
3) Am besten die beiden vorherigen Dinge vor versammelter Mannschaft tun, damit die Person überrumpelt wird
4) In Rücksprache mit dem Kollegen so tun als wäre alles nur ein Missverständnis (das man aber gar nicht gewillt ist vor versammelter Mannschaft aufzuklären)
Faule Kartoffeln aussortieren. Mittlerweile habe ich viele Kollegen kennengelernt, die die Selbstverwaltung perfektioniert haben und quasi unsichtbar sind. Das Schema ist oft gleich: Keiner weiß genau was der Kollege tut oder wofür er zuständig ist. Der Satz "das ist nicht meine Zuständigkeit" fällt sehr oft. Jedem wird erzählt man hätte Arbeit bis zum Hals, obwohl andere nachweislich diese Arbeit tun. Es wird gern erklärt für was man explizit nicht zuständig ist.

Arbeitsatmosphäre

In Team und Abteilung mittlerweile lala. Angeblich zu viele Leute, die Folge ist aktuell Arbeitsverdichtung - gefühlt ohne Not. Zusammenarbeit bereichsübergreifend geprägt von Misstrauen und Vorteilsnahme. Wenns hart auf hart kommt, will keiner der Buh-Mann sein. Man betreibt kein Denuziantentum, lässt aber gern in Gremiendiskussionen unbequeme Wahrheiten weg bevor man selbst den Kopf hinhalten muss. Zu viele Menschen reden bei zu vielen Themen mit, die keinen blassen Dunst davon haben. Entwicklungsbereiche sehen sich oft selbst als 100% IT-kompetent und liefert dann haarsträubende Lösungsansätze für einfache Standardprobleme.

An die Generation 20+: Viele Bereiche sind toxisch. Kommt nicht hier her, geht zu einem Mittelständler mit 1000 Mitarbeitern und schaut auch an, wie man wirklich miteinander arbeitet.

Seit 2025 Management auf Konfrontationskurs mit den Mitarbeitern. "Die Kosten sind zu hoch", parallel schüttet man 5,3 Euro Dividende pro Aktie aus. 20% der MAs sollen gehen. Zu teuer. Aktuell gehen die jungen Hochqualifizierten, die diesen Spiele nicht mitmachen wollen. Zurück bleiben die Menschen mit Familie und "Bewohner".

Image

Der strahlende Stern hat nach außen Wirkung. Jeder will zum Daimler. Je Abteilung macht sich dann Ernüchterung breit. Viele Dinge laufen wie vor 50 Jahren. Ich wundere mich jeden Tag, dass wir mit diesem Wasserkopf an Leuten und diesem ewigen Kompetenzgerangel der Sparten immer noch Autos bauen. Wie wäre es erst, wenn man Hand-in-Hand zusammenarbeitet.

Work-Life-Balance

Eigener Laptop, Home Office, Gleitzeit. Urlaub nur in Absprache mit Kollegen, wenn Aufgaben an wenigen Leuten hängen. Unser Team ist aktuell chronisch unterbesetzt; das scheint wohl der neue Normalzustand zu werden. In der Woche komme ich selten unter 40h aus dem Büro. Umgekehrt habe ich ein Gleitzeitkonto, das ich wie ich möchte hoch und runterfahren kann (nach Ankündigung). Derzeit großer Sparkurs in der IT - mal wieder. Trotz guter Umsätze. Noch mehr Arbeit für noch weniger Leute. Bald ist der Punkt erreicht, an dem ich gehe. Ich weiß aber auch das mir kein Unternehmen das Geld gibt, das ich hier bekomme.
Seit Corona arbeiten nahezu alle Im HO - der Konzern möchte das sogar explizit, was finde ich gut. Es gibt für uns keine Kernarbeitszeiten d.h. ich kann mein Zeug erledigen, wann ich es möchte solange ich an den Regelterminen teilnehme. Hatte ich bisher selten in einem Job.
2025: Alle wieder zurück ins Büro. Homeoffice ist jetzt laut Management doch alles Quatsch. Man zwingt die Leute mehrere Tage die Woche ins Büro, obwohl man dort nur mit dem Dienstleister sonst wo auf der Welt telefoniert. Globalisierung ja, aber bitte vom Büro in Stuttgart aus.

Karriere/Weiterbildung

Ja, bestimmt irgendwie. Es gibt einen Katalog mit Veranstaltungen. Der genaue Nutzen für die Karriere ist aber nicht ersichtlich. Meinem Management ist es am Ende des Tages egal ob ich etwas mache oder nicht. Nach der ganzen Zeit bei Daimler bisher keinen Karrierepfad ausgemacht. Es gibt Karriereprogramme, aber gefühlt sind das nur Alibiprogramme für Schützlinge von Senior-Managern, die sowieso auf eine Manager-Position gehoben werden sollen.
Die Karriere beginnt damit einen Gönner zu haben, der einen jährlich in der MA-Bewertung die Leiter nach oben schiebt. Es gibt keine Kriterien wann man als Mitarbeiter als brilliant oder als verzichtbar gilt. Bewertungsskalen wischi-waschi. Nasenfaktor zählt auf jeden Fall mehr als Kompetenz.

2025: Könnt ihr knicken. Stellt euch gut mit dem Chef, tut geschäftig und hofft, dass ihr in der Jahresbewertung irgendwie einen Punkt bekommt. Das nutzt mehr als jede Fortbildung. Wenn ihr eure Ziel-EG erreicht habt: Gang zurückschalten; wenn ihr eure Ziel-EG noch nicht habt: geht mit der Abfindung. So schnell kommt da nix mehr.

Gehalt/Benefits

Vergleichsweise hohe Bezahlung - aber auch nicht besser als ähnlich solide Unternehmen in der Metall Industrie; gute Sozialleistungen. Der Arbeitsaufwand macht das Geld dann wieder relativ. Der Trick ist die Füße hochzulegen und andere seinen Job machen zu lassen. Einige Kollegen haben das perfektioniert und alle Aufgaben über Jahre hinweg von sich geschoben und genießen jetzt ihre "Parkposition"; in Schnittstellenbereichen funktioniert das leider nicht.
Der Mythos vom reichen Daimler-Mitarbeiter ist spätestens seit dem neuen Vergütungsmodell vom Tisch. Löhne wie vor 15 Jahren sind nahezu nicht mehr möglich. Ich schätze, dass die älteren Kollegen nochmal 10-20% mehr Lohn für die selbe Tätigkeit haben.

Seit dem Sparkurs von 2023 werden Aufgaben gebündelt und auf noch weniger Leute verteilt.

2025: Gut, wenn man schon seine Ziel-Gehaltsgruppe hat. Aktuell wird jeder Stein umgedreht, wo man noch einen Groschen findet. Beförderungen sind weitgehend gestoppt - man ist eher froh, wenn Leute gehen.
2026: Viel Gerede über Fachkarriere. Die Karotte hängt wieder am Stock.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ein Mülleimer für alles, Klimatisierung entweder 100% oder 0%, was ist fair-trade? Greenwashing mit Brutnestern für Falken und Bienenzucht. Weniger Marketing, mehr vernünftiges Agieren. Stellt mal eure Warmwasserbereiter auf 60° und betreibt Mülltrennung in 3 Eimern - achso ja: Und regelt das mit der Abgasgeschichte. Das wäre ein Anfang.

Kollegenzusammenhalt

Bereiche halten zusammen. Auch gegen andere Bereiche. Wenn man dazwischen steht und vermitteln soll, hat man halt Pech gehabt. Nach außen hin gibt jeder alles; hinter den Bürotüren spielen dann viele mit ihrem Handy und lassen andere ihren Job machen. Wenn es drauf ankommt, ist sich jeder selbst der nächste. Fehler gibt hier niemand gern zu. Vor dem Teamlead sowieso nicht. Dann wird im Detail erklärt, warum man gar nicht dafür zuständig sein kann. Ist eine Mercedes-Marotte den Eindruck zu erwecken, dass alles perfekt läuft, damit bloß niemand fragt und sieht was alles nicht klappt. Es gibt super Kollegen und es gibt Fabulanten - wie in jeder Unternehmung. Jeder will sich irgendwie absichern und schickt emails mit 10 Durchschlägen anstatt einfach mal los zu legen.

Umgang mit älteren Kollegen

Kompetente Kollegen 50+ gibt es viele, die sind extrem stark gefragt. Ein anderer Teil hat aber offenbar schon die innerliche Parkposition gefunden und versucht die Zeit irgendwie totzuschlagen und machen Dienst nach Vorschrift. Wenn man mit den Kollegen 50+ spricht, dann verläuft ein großer Vergütungsgraben zwischen Neueinsteigern und den "Altkollegen". Die ältere Generation profitiert noch von üppigen Zulagen und Boni, Neueinsteiger könnten da nur mit den Ohrläppchen wackeln. Einige ältere Kollegen sagen mir ins Gesicht: "Ich will gar keine Führungskraft sein; das lohnt sich finanziell nicht"

Vorgesetztenverhalten

Meistens ok, aber oft richtungslos. Wechselbad der Gefühle in meinem Bereich. In Personalangalegenheiten zu sehr auf Kuschelkurs, anstatt eine klare Ansage zu machen. Faulenzer werden durchweg toleriert. Der Rest vom Team muss es dann ausbaden. Man erntet Unverständnis, wenn man es offen anspricht. Gefühlt kann Generation 50+ machen was sie will, die "neuen" leisten dafür dauerhaft 120% und bekommen noch eins auf den Deckel, wenn sie aufmucken. Offiziell stehen die Führungskräfte hinter dir, wenn der Forschungsbereich aber etwas haben will, dann knickt man ein und muss irgendeinen Stuss entwickeln. Keine ehrliche Entwicklung von Mitarbeitern nach vorn. Stattdessen gibt es sehr selten Lob, meist kontextlosen Tadel und tagesformabhängige Ansagen der Führung.
2025: Neue Führungsstil: Hauptsache sparen, alles weitere ist egal. Auch Mitarbeiterzufriedenheit ist egal. Topmanagement steuert aus Mitarbeitersicht planlos umher und Teamleiter baden es aktuell aus. Mein Tipp: Nicht zu viel dem Vorgesetzten erzählen, dann kommen auch wenig Fragen.

Arbeitsbedingungen

Nach dem Umzug nach Vaihingen alles nur noch schrecklich. Riesengroße Bürofläche für zig Leute; Shared Desk, also nichtmal mehr einen persönlichen Arbeitsplatz. Es gibt nur noch Schließfächer und Sitzbereiche. Keine Raumtrenner, Schreibtisch an Schreibtisch. Geräuschkulisse wie auf dem Stuttgarter Flughafen. Wegen Homeofficeregelung aktuell weniger ein Thema, aber falls der Anwesenheitszwang kommt, kündige ich.

Update2: Überbuchtes Großraumbüro. Es gibt keinen besseren Platz um sich einen Burnout zu holen.

2025: Alle wieder zurück ins Büro. Ist so schön kuschelig.

Kommunikation

Die Presse weiß mehr als die interne public relations schreibt. Ehrliche Absichten und Pläne nur innerhalb des Teams bzw. der Abteilung. Kommunikation wird eher zur Selbstdarstellung benutzt. Selbst der Abteilungsleiter gibt im Gespräch offen zu die Unternehmenstatregie nicht zu kennen.

Gleichberechtigung

Ich empfehle jeder Dame sich in der MB IT zu bewerben; besser werden die Chancen nicht. Aktuell wird krampfthaft versucht eine 50:50 Verteilung von Frauen und Männern zu erreichen. Ich weiß nicht wie die Frauenquote generell in der IT-Ausbildung ist, aber bei mir war es 2% Frauenanteil. Keine Ahnung wo man diese Masse an Absolventinnen hernehmen will. Man sollte lieber beginnen die kleine Anzahl an Frauen die man hat fair zu bezahlen.

Interessante Aufgaben

Neue Technologien sind total angesagt. Die Aufgaben sind daher neu und spannend. Umgekehrt werden alte Tools mit neuen Technologien irgendwie hingefummelt, anstatt richtig aufzuräumen. Viele "ITler" beauftragen und steuern externe Zulieferer; sie sind eher Projektmanager und haben fachlich nix drauf außer Powerpoint und Schlagworte, die sie irgendwo mal aufgeschnappt haben. Tiefschürfende Gespräche sind selten möglich. Auf technische Fragen kann keiner eine Antwort geben außer die Leute, die sowieso überlastet sind. Es passieren coole Dinge, leider liegt meiner Meinung nach die Verantwortung dafür bei den "das haben wir immer schon so gemacht"-Menschen. Zu wenig echte ausgebildete und studierte IT-ler; leider viele Angelernte, die nicht mehr können als ihren PC ein und aus zu schalten. Viele Selbstdarsteller die mit Ihren 5% Halbwissen dann vom Rest als "Experten" wahgenommen werden, weil sie laut und grell auftreten. Die wahren Helden sind die externen Firmen, die es irgendwie schaffen diesen Laden durch viel Schweiß am laufen zu halten.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.