Meister droht mit „persönlichem Problem“
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich habe über mehrere Jahre hinweg als studentische Arbeitskraft in verschiedenen Bereichen des Unternehmens gearbeitet. Leider musste ich zuletzt unter einem Meister arbeiten, dessen Führungsverhalten aus meiner Sicht äußerst problematisch war.
Zuletzt kam es zu einem für mich sehr unangenehmen Vorfall. Ein Meister stellte mir „persönliche Probleme“ in Aussicht, nachdem ich darum gebeten hatte, bis zum regulären Schichtende weiterarbeiten zu dürfen, anstatt vorzeitig nach Hause geschickt zu werden.
In diesem Zusammenhang kam es mehrfach vor, dass Beschäftigte vor dem regulären Schichtende nach Hause geschickt wurden, obwohl sie bereit waren, ihre vertraglich vereinbarte Arbeitszeit vollständig zu leisten. Als ich darum bat, die verbleibende Arbeitszeit entweder in meiner Abteilung oder an einer anderen Stelle im Betrieb zu verbringen, wurde dies abgelehnt. Stattdessen sagte mir der Vorgesetzte, dass ich ein „persönliches Problem“ mit ihm bekommen würde, wenn ich auf die Einhaltung meiner regulären Arbeitszeit bestehe. Eine solche Aussage empfinde ich als unangemessen und einschüchternd.
Besonders problematisch war dabei der Eindruck, dass Beschäftigte nicht deshalb nach Hause geschickt wurden, weil es keine alternative Einsatzmöglichkeit gegeben hätte, sondern weil der Meister offenbar den damit verbundenen organisatorischen Aufwand vermeiden wollte. Nach meinem Verständnis hätte die Möglichkeit bestanden, Mitarbeitende vorübergehend in andere Bereiche zu versetzen. Stattdessen wurden Ferienkräfte und studentische Beschäftigte durch Druck und einschüchternde Aussagen dazu bewegt, vorzeitig nach Hause zu gehen, obwohl sie ihre Arbeitszeit ordnungsgemäß ableisten wollten.
Besonders kritisch sehe ich zudem den Umgang mit jungen Beschäftigten und Studierenden. Nach meiner Wahrnehmung werden diese nicht ausreichend über ihre Rechte informiert. So wurde Mitarbeitenden im Vorfeld einer Betriebsversammlung teilweise lediglich mitgeteilt, dass sie am nächsten Tag „frei“ hätten. Informationen darüber, dass die Teilnahme an der Betriebsversammlung ein wichtiges Arbeitnehmerrecht ist und als Arbeitszeit gilt, wurden aus meiner Sicht nicht transparent kommuniziert. Als ich erklärte, dass ich gerne an der Betriebsversammlung teilnehmen möchte, wurde dies hinterfragt und mir sinngemäß vermittelt, dass ich dort nichts zu suchen hätte.
Auch Gespräche über diese Themen waren schwierig, da auf Nachfragen häufig ausweichend reagiert wurde und konstruktive Lösungen nicht gesucht wurden. Statt Beschäftigte bei fehlender Auslastung anderweitig einzusetzen, wurden Minusstunden in Kauf genommen.
Besonders kritisch sehe ich dieses Verhalten gegenüber studentischen Beschäftigten, Ferienkräften und anderen jungen Mitarbeitenden. Gerade Personen, die erstmals praktische Erfahrungen in einem großen Unternehmen sammeln, prägen sich durch solche Erlebnisse ihr Bild vom Arbeitgeber. Einzelne Führungskräfte tragen daher eine besondere Verantwortung für den Eindruck, den sie von einem Unternehmen vermitteln.
In meinem Fall hat das geschilderte Verhalten mein Bild des Arbeitgebers nachhaltig negativ beeinflusst. Die Arbeitgebermarke wurde für mich dadurch erheblich beschädigt. Obwohl ich zuvor überwiegend positive Erfahrungen gesammelt hatte, kann ich mir heute aufgrund dieser Erlebnisse langfristig weder eine Tätigkeit in diesem Bereich noch eine spätere akademische oder fachliche Karriere innerhalb des Unternehmens vorstellen. Ich halte es für bedenklich, wenn das Verhalten einzelner Vorgesetzter dazu führt, dass motivierte Nachwuchskräfte das Unternehmen als potenziellen Arbeitgeber dauerhaft ausschließen.
Meine Kritik richtet sich nicht nur gegen den Meister und sein Führungsverhalten, sondern auch gegen das gesamte Unternehmen solch ein Verhalten zu tolerieren. Respektvoller Umgang, transparente Kommunikation und die Achtung der Rechte von Beschäftigten sollten selbstverständlich sein. Umso bedauerlicher ist es, wenn einzelne Führungskräfte durch ihr Verhalten einen ansonsten positiven Gesamteindruck nachhaltig beschädigen.