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Bewertung

Effizientes Management, enttäuschendes Leadership

3,1
Empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 bei MHP – A Porsche Company in Ludwigsburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Möglichkeit,
- sich in verschiedene Richtungen zu entwickeln
- ein bisschen "rumzukommen" in Deutschland und der Welt
- verschiedene Autos (auch sehr sportliche Modelle) als Dienstwagen zu fahren

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Abschiedskultur, keine Kantine (ist auch ein schwer planbares Konzept, wenn immer unterschiedlich viele oder fast gar keine Mitarbeiter am Standort unterwegs sind), beratungsüblich schlechte Work-Life-Balance in Hoch-Phasen

Verbesserungsvorschläge

Leadership stärken und den Führungskräften den Unterschied zwischen einem Manager und einem Leader vermitteln. Die Abschiedskultur sollte besser gestaltet werden, da ein unfreiwilliges Verlassen der Firma eine Demütigung darstellt, die man zumindest mit einem wertschätzenden Abschiedsprozess etwas einfangen könnte.

Arbeitsatmosphäre

Noch ein paar Jahre zuvor hätte ich hier die vollen fünf Sterne gegeben. Doch vom einstigen Spirit war nicht mehr viel zu spüren. Grund dafür ist hauptsächlich - aber nicht ausschließlich - die angespannte Situation in der Automobilindustrie. Es wurde immer deutlicher, dass man weniger Mensch und mehr Ressource ist.

Image

Das Image war mal hervorragend, hat aber in den letzten Jahren ebenfalls gelitten. Besonders die Berichte von ehemaligen Mitarbeitern über die schlechte Abschiedskultur nagen am Image. Es wird spannend zu sehen, wie sich ein eventueller Verkauf von MHP, wie man es in den Medien lesen kann, auf das Image als glanzvolle Tochter eines renommierten Sportwagenherstellers auswirkt, wenn diese Verbindung einmal nicht mehr besteht. Ich wünsche meinem ehemaligen Arbeitgeber und meinen ehemaligen Kollegen jedoch, dass sich MHP in eine positive Richtung entwickelt.

Work-Life-Balance

Dies ist stark abhängig einerseits davon, in welcher Position man arbeitet: Der Alltag der Kollegen im Consulting ist branchentypisch durchaus ungeregelter als der derjenigen Kollegen, die interne Positionen im Unternehmen besetzen. Andererseits hängt die Balance bei den Beratungsmitarbeitern sehr stark vom Projekt ab. Phasen niedriger Auslastung mit vielen Freiheitsgraden wechseln sich typischerweise mit Phasen hoher Auslastung und unmenschlichen Arbeitszeiten ab. Es ist in der Beratung nie so richtig Feierabend, man schaut abends immer noch mal auf das Handy oder klappt den Laptop auf, wenn etwas Dringendes reinkommt. MHP ist hier in meinen Augen aber immer noch wesentlich humaner unterwegs als beispielsweise die Vertreter der Big 4.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungen sind manchmal mehr Pflicht als Chance, grundsätzlich hat man jedoch die Möglichkeit, sich in viele Richtungen zu entwickeln.

Kollegenzusammenhalt

Ist gut, aber war mal besser. Es ist logisch, dass sich die angespannte Wirtschaftssituation auch auf die Stimmung und den Zusammenhalt der Kollegen untereinander niederschlägt. In den letzten Jahren hat sich, wenn die Projekte mal nicht so angenehm liefen, jedoch eine "Jeder ist sich selbst am nächsten"-Kultur breitgemacht. Ein echtes Team-Gefühl, wie es bei Arbeitgebern außerhalb der Beratungsbranche üblich ist, kommt ohnehin selten auf, da man seine Kollegen kaum sieht, wenn jeder in unterschiedlichen Projekten unterwegs ist. Regelmäßige Team-Events werden jedoch durchgeführt und bessern dies ein wenig. Besonders positiv hervorzuheben sind die Kollegen, die sich für andere engagieren, denn das tun sie in meiner Wahrnehmung mit Leib und Seele.

Umgang mit älteren Kollegen

Kann ich wenig zu sagen. Gefühlt werden ältere Kollegen nur auf Führungsebenen eingestellt (und verschwinden nicht selten schnell wieder).

Vorgesetztenverhalten

Hier zeigt sich ein deutliches Defizit zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Wenn langjährigen Mitarbeitern der Abschied nahegelegt wird, ist das (vor allem in wirtschaftlich angespannten Zeiten) ein legitimes unternehmerisches Ziel. Wenn die Führungskraft jedoch nicht den Mut aufbringt, dieses Gespräch selbst zu führen, sondern den Stellvertreter schickt, ist das keine souveräne Führung. Ein Ziel zu erreichen, indem man den Konflikt delegiert, ist kein Leadership, sondern feiges Verwalten. Wer länger im Unternehmen ist als sein eigener Chef, hätte zumindest ein Mindestmaß an Rückgrat und einen direkten Dialog auf Augenhöhe verdient. Dass am Ende nicht einmal eine förmliche Verabschiedung stattfand, rundet das Bild einer schwachen Führungskultur ab und demütigt den Mitarbeiter obendrein noch unnötig. Der Mitarbeiter ist nun weg - die Führungskraft hat als Manager Erfolg, aber als Leader versagt. Ich wünsche meiner ehemaligen Führungskraft in Zukunft den Mut, den ihre Position erfordert und die Entschlossenheit, unangenehme Gespräche selbst zu führen.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen sind im Großen und Ganzen gut. Die Ausstattung (Laptop, Smartphone etc.) ist gut und besonders regelmäßig wechselnde Dienstwagen sorgen immer wieder für Freude. Die Büros sind modern und man fühlt sich wohl. Abhängig vom Projekt, an dem man arbeitet, kann sich jedoch manchmal große Unzufriedenheit entwickeln.

Kommunikation

Das Unternehmen kommuniziert in meiner Wahrnehmung in ausreichender Frequenz und Informationsdichte mit seinen Mitarbeitern, jedoch nicht immer früh genug, sodass teils der Eindruck entstehen kann, man wird vor vollendete Tatsachen gestellt. Ganz besonders unbefriedigend ist die Kommunikation auf den höheren Führungsebenen, siehe Punkt "Vorgesetztenverhalten".

Gehalt/Benefits

Die Gehälter bewegen sich offiziell auf branchenüblichem Niveau. Gefühlt verdient man jedoch bei der Konkurrenz mehr und auch Gespräche mit ehemaligen Kollegen spiegeln dies wider.

Gleichberechtigung

Hier gibt es aus meiner Sicht nichts Großes zu beanstanden.

Interessante Aufgaben

Die kann man durchaus bekommen. Mein persönliches Verhältnis war 30 % spannende Projekt bei interessanten Kunden, 70 % trockener Tobak mit zähem Fortschritt und mangelhaftem Befriedigungsgefühl. Als Berater ist man auch bei Intensiveinsätzen beim Kunden oft Mitarbeiter dritter Klasse. Für Abwechslung oder interessante Aufgaben muss man sich u. U. selber stark machen. Übernimmt man wertschöpfende Aufgaben freiwillig und intern im Unternehmen, werden diese von den Führungskräften jedoch wenig bis gar nicht wertgeschätzt, da diese mangels Auslastung keinen Profit erwirtschaften.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.