Tickets um jeden Preis – Mitarbeiter bleiben auf der Strecke!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sehr positiv hervorheben möchte ich den Kollegenzusammenhalt. Wenn man bei einem technischen Problem nicht weiterkommt und einen Kollegen um Hilfe bittet, bekommt man meiner Erfahrung nach praktisch immer Unterstützung.
Der Austausch untereinander funktioniert sehr gut und viele Kollegen versuchen auch dann zu helfen, wenn sie selbst viel zu tun haben. Dieser Zusammenhalt ist für mich mit Abstand einer der stärksten Punkte des Unternehmens.
Auch die eigentliche Tätigkeit kann abwechslungsreich sein, da man mit unterschiedlichen Kunden, Standorten und technischen Problemstellungen zu tun hat.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Vorgesetztenverhalten habe ich insbesondere dann als problematisch empfunden, sobald es einmal Meinungsverschiedenheiten oder Fehler gab. Zu Beginn kann der Umgang durchaus angenehm sein. Hat man jedoch einmal negativ auf sich aufmerksam gemacht, hatte ich persönlich den Eindruck, dass sich das Verhältnis sehr schnell und nachhaltig verändern kann.
Weiterbildungen und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten haben aus meiner Sicht einen zu geringen Stellenwert. Im Vordergrund steht hauptsächlich, Tickets abzuarbeiten und möglichst viele Einsätze zu fahren.
Besonders kritisch sehe ich außerdem die Einsatz- und Arbeitszeitplanung. Lange Fahrstrecken und sehr ausgedehnte Arbeitstage werden meiner Erfahrung nach zu wenig berücksichtigt. Teilweise entsteht der Eindruck, dass vor allem entscheidend ist, dass man am nächsten Tag wieder für den nächsten Einsatz zur Verfügung steht – unabhängig davon, wie lang der vorherige Tag oder die Fahrt gewesen ist.
Unter den derzeitigen Bedingungen würde ich den Arbeitgeber deshalb aktuell nicht weiterempfehlen. Besonders in der Führung und Organisation sehe ich erheblichen Verbesserungsbedarf.
Verbesserungsvorschläge
In den leitenden Positionen unterhalb der Geschäftsführung sollte sich aus meiner Sicht grundlegend etwas verändern. Insbesondere Planung, Kommunikation und der Umgang mit den Mitarbeitenden müssen deutlich verbessert werden. Wenn nahezu ausschließlich zählt, möglichst viele Tickets abzuarbeiten, bleiben Mitarbeiterentwicklung, Weiterbildung und langfristige Planung zwangsläufig auf der Strecke.
Auch die Einsatzplanung sollte stärker auf realistische Fahrzeiten, Erholungszeiten und die Gesundheit der Mitarbeitenden Rücksicht nehmen. Lange Fahrstrecken und Einsätze sollten nicht selbstverständlich dazu führen, dass am nächsten Tag ohne ausreichende Erholung direkt der nächste weit entfernte Einsatz geplant wird.
Aus meiner Sicht wirkt sich die aktuelle Organisation inzwischen auch auf die Qualität der Leistung gegenüber den Kunden aus. Gerade bei zeitkritischen SLA-Tickets braucht es eine vernünftige Personal- und Einsatzplanung, damit zugesagte Reaktions- und Bearbeitungszeiten dauerhaft eingehalten werden können.