Strukturelle Probleme auf Führungsebene beeinträchtigen den Arbeitsalltag enorm.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Abgesehen von den Herausforderungen auf Filialleitungsebene gab es im Unternehmen auch viele positive Erfahrungen. Die Mitarbeitenden im Büro waren stets freundlich und hilfsbereit. Bei Fragen zur Personalabteilung oder technischen Problemen, wie Computerproblemen, war die IT-Abteilung sofort telefonisch erreichbar und unterstützend.
Darüber hinaus hatte ich mehrfach die Gelegenheit, den Vorgesetzten der Filialleitung kennenzulernen. Dieser zeigte sich jederzeit freundlich, kompetent, hilfsbereit und respektvoll im Umgang. Solche Führungskräfte sind ein wertvolles Vorbild, und es wäre wünschenswert, wenn das Unternehmen Mister*Lady noch mehr Mitarbeitende in ähnlicher Haltung fördern würde.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
In der Filiale zeigen sich erhebliche organisatorische und personelle Probleme. Beschwerden und Unzufriedenheit äußern sich nicht nur durch Mitarbeiter, sondern auch durch Kunden. Diese sprechen häufig mit den Mitarbeitern über die Leitung und vermeiden es teilweise, die Filiale aufzusuchen, solange die Leitung anwesend ist. Anliegen und Kritik werden wiederholt nicht ausreichend berücksichtigt, was zu Frust und Unzufriedenheit führt. Dies beeinträchtigt sowohl das Betriebsklima als auch die Qualität der Arbeit und das Vertrauen der Kunden. Viele Mitarbeiter würden gerne motiviert zum Erfolg des Unternehmens beitragen, sehen sich jedoch durch die aktuelle Führung stark eingeschränkt. Eine Verbesserung der internen Kommunikation und des Umgangs mit Kritik wäre notwendig, um die Arbeitszufriedenheit und die Kundenzufriedenheit nachhaltig zu sichern.
Verbesserungsvorschläge
Es wäre wünschenswert, dass strenge Vorgaben und klare Anforderungen konsequent umgesetzt werden, dabei jedoch stets professionell, sachlich und respektvoll bleiben. Auch wenn Kontrolle und Nachfragen in bestimmten Situationen notwendig sind, sollte dies immer auf Augenhöhe erfolgen, ohne herablassende Bemerkungen, Beleidigungen oder unterschwellige Einschüchterung. Ein respektvoller Umgang würde die Arbeitsatmosphäre deutlich verbessern und das Vertrauen im Team stärken, ohne dass dabei die erforderlichen Standards oder Vorgaben verwässert werden.
Kontrollmaßnahmen sollten fair und angemessen umgesetzt werden und sich auf relevante Punkte beschränken. Ein übermäßiges Augenmerk auf kleinste Details oder permanente Überwachung kann zu einem starken Gefühl von Misstrauen führen und Mitarbeitende unnötig unter Druck setzen. Ein transparenter und nachvollziehbarer Umgang mit Kontrollen würde die Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeitenden erhöhen.
Darüber hinaus sollten Arbeitspläne rechtzeitig und zuverlässig bereitgestellt werden, um Unsicherheiten und Stress zu reduzieren. Krankmeldungen und persönliche Ausnahmesituationen sollten konsequent respektvoll behandelt werden, sodass Mitarbeitende das Gefühl haben, dass ihre Gesundheit und persönliche Lebensumstände geachtet werden.
Schließlich wären eine an die Verantwortung und Belastung angepasste Vergütung sowie klarere Möglichkeiten zur fachlichen Weiterbildung und Karriereentwicklung wünschenswert. Diese Maßnahmen würden nicht nur die Motivation steigern, sondern auch dazu beitragen, dass sich die Mitarbeitenden langfristig stärker an das Unternehmen binden und das Arbeitsumfeld insgesamt professioneller und angenehmer gestalten.
Arbeitsatmosphäre
Die Einarbeitung war gründlich. Im Arbeitsalltag ist man meist alleine für den gesamten Laden zuständig, inklusive Kassieren, Ordnung, Sauberkeit sowie Auf- und Abbau von Aktionen. Bei hohem Kundenaufkommen kann das stressig werden. Bleiben Aufgaben liegen, stößt das auf wenig Verständnis.
Da man überwiegend alleine arbeitet, ist die Atmosphäre meist okay. Gleichzeitig gibt es aber häufige telefonische Nachfragen zum Arbeitsstand und Aufforderungen, schneller zu arbeiten, was zusätzlichen Druck erzeugt.
Kollegenzusammenhalt
Die Kolleg:innen sind insgesamt angenehm im Umgang. Die Zusammenarbeit funktioniert gut, auch wenn es gelegentlich Situationen gibt, in denen man gegeneinander ausgespielt wird – das möchte ich an dieser Stelle nur kurz erwähnen. Insgesamt schätze ich die Kolleg:innen und differenziere zwischen ihrer wirklichen Persönlichkeit und der Art, wie sie im Arbeitsalltag agieren.
Vorgesetztenverhalten
Die zuständige Filialleitung ist ein zentraler Belastungsfaktor im Arbeitsalltag! Trotz zahlreicher öffentlicher kritischer Bewertungen und Ankündigungen von Mister*Lady zeigen sich im Betrieb kaum Veränderungen. Anfangs sachlich, verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Mitarbeitenden und Filialleitung deutlich. Telefonate wirken regelmäßig unangemessen im Tonfall, mit herablassender Ansprache und unterschwelliger Einschüchterung.
Arbeitsweisen werden wiederholt hinterfragt. Nach Schichtende erfolgen Kontrollen, bei denen Fotos gemacht werden, die anschließend hinter dem Rücken der Betroffenen mit allen Teammitgliedern besprochen werden, ohne dass konstruktives Feedback erfolgt. Wie soll so Besserung entstehen? Zudem werden regelmäßig Personen aus dem Umfeld der Filialleitung eingesetzt, um Abläufe in den Filialen zu beobachten.
Insgesamt vermittelt das Verhalten der Filialleitung geringe Wertschätzung, übermäßige Kontrolle und langfristige Belastung. Strenge Vorgaben sollten konsequent, aber stets respektvoll, sachlich und auf Augenhöhe kommuniziert werden, um ein professionelles Arbeitsumfeld zu gewährleisten. Die Professionalität geht auf diese Weise vollständig verloren.
Kommunikation
Aus meiner Wahrnehmung ist die Kommunikation insgesamt problematisch. Dies bezieht sich nicht auf Mister*Lady als Unternehmen, sondern auf die zuständige Filialleitung. Arbeitspläne kommen häufig verspätet, sodass zu Monatsbeginn oft noch unklar ist, wann man in den kommenden Wochen arbeitet. Verzögerungen werden regelmäßig den Mitarbeitenden zugeschrieben.
Abgegebene Wünsche und Termine werden meist berücksichtigt, gleichzeitig wird jedoch ein hohes Maß an Spontanität und ständiger Erreichbarkeit erwartet, ohne dass dies auf Gegenseitigkeit geschieht.
Besonders problematisch ist die Kommunikation im Krankheitsfall. Telefonische Krankmeldungen werden laut meiner Erfahrung genervt aufgenommen, unterbrochen und die Gründe enorm infrage gestellt. Aus mehreren Berichten von Kolleg:innen sowie eigenen Eindrücken weiß ich, dass dies auch bei schwerwiegenden persönlichen Situationen, wie familiären Todesfällen, vorkommt. Die Gründe werden abgewertet oder miteinander verglichen, was wenig respektvoll ist und die Arbeitsatmosphäre belastet.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben im Arbeitsalltag sind abwechslungsreich und umfassen Kassiertätigkeiten, das Aufräumen, Putzen und Sauberhalten des Ladens, das Zusammenlegen von Kleidung sowie den Auf- und Abbau von Aktionen. In gewisser Weise übernimmt man dabei auch Aufgaben, die man sonst bei einer Reinigungskraft erwarten würde. Insgesamt bietet der Job ein breites Spektrum an Tätigkeiten, allerdings ist bei allen Aufgaben ein hohes Arbeitstempo erforderlich.