Der Titel "Familien-Unternehmen" zählt hier schon lange nicht mehr
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gut sind die tollen Kollegen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Leider wird man im Unternehmen nur als ersetzbare Nummer gesehen. Wer nicht spurt oder wer widerspricht, der hat sich unfreiwillig ins Aus gespielt.
Vernünftige Gespräche führen ist deutlich erschwert.
Kritik sollte am Besten nicht geäußert werden.
An einigen Stellen sitzen die falschen Personen, die der Firma nicht gut tun.
Gehaltsverhandlungen sind praktisch unmöglich.
Verbesserungsvorschläge
Ich kann nur einem Vorredner, dessen Anzeige auf mysteriöserweise verschwunden ist, zustimmen. Ein Schelm wer hier böses denkt.
-Lob und Anerkennung
-etwas mehr Gehalt
-Gespräche in denen man dem Mitarbeiter zuhört und auf diesen eingeht
-rechtzeitige Benachrichtigungen bei Events oder anderen Aktionen
-der alte Geschäftsführer soll das Ruder wieder übernehmen
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre lässt seit einigen Jahren stark zu wünschen übrig. Wie sagt man so schön: "Zu viele Köche verderben den Brei". Leider kann man hier ein Lied davon singen, oder (um das Sprichwort nochmal aufzugreifen) einen großen Topf versalzener Suppe kochen.
"Warum?", dass fragt sich jetzt wohl ein vielleicht baldiger Mitstreiter, der diese Zeilen liest. Ganz einfach: Das hängt mit dem ständigen Wechsel der Geschäftsführung zusammen, die jedes Mal auf Biegen und Brechen das Unternehmen komplett auf den Kopf stellen möchte. Dass das nicht so einfach bzw. schnell umzusetzen ist, interessiert erstmal nicht. Erst wenn es zu spät ist, wird gehandelt. Aber anstatt die verantwortlichen Personen zu ersetzen oder ein klärendes Gespräch zu führen, gibt man die Schuld gekonnt an andere Stellen weiter. Schließlich ist es immer einfacher anderen die Verantwortung zu übertragen, wenn etwas fehlgeschlagen ist. Vor der eigenen Haustüre kehrt man bekanntlich zuletzt.
Hinzu kommt das an manchen Stellen Leute sitzen, die von ihrer Arbeit keine Ahnung haben.
Einst konnte man die Firma noch als "Familien-Unternehmen" betiteln. Aber die Zeiten sind leider lange vorbei.
Image
Tja, einst stand man noch mit geschwollener Brust zu seinem Arbeitgeber. Und jetzt... Jetzt ist man froh, wenn man nicht darauf angesprochen wird, wo und bei wem man arbeitet. Denn wer in der Öffentlichkeit zu laut von der Firma spricht, der wird gleich auf die Seite genommen und darf sich diverse Beschwerden anhören.
Selbst die einstigen Stammkunden kommen nur noch selten ins Geschäft. Wenn sich dann doch einer zu uns verirrt, hört man auch hier nur Klagen über die lieblosen Neugestaltungen am Haupteingang. "Es sei nicht mehr kreativ, nicht anschaulich, viel zu eng und unübersichtlich hoch".
Work-Life-Balance
Typisch Einzelhandel. Man weiß schließlich worauf man sich einlässt, wenn man im Verkauf tätig sein will. Wer fleißig den Punkt "Kommunikation" gelesen hat, der wird sicher wissen worauf ich hinaus möchte.
Spontan geänderte Arbeitszeiten sind nicht sonderlich toll. Das kann sich sicher jeder vorstellen. Wenn man wenigstens einige Wochen vorher in Kenntnis gesetzt werden würde, dann wäre der Unmut unter den Arbeitskräften nicht so groß.
An sich arbeitet man jeden Samstag. Wer aber auch mal was vor hat, der kann einen freien Samstag bei den Abteilungs- oder der Hausleitung beantragen. In den meisten Fällen wird dieser Tag dann auch möglich gemacht.
Ansonsten hat jeder einen festen freien Tag in der Woche zur Verfügung. Dies ist an sich ziemlich praktisch. (Zwecks Terminen, etc.)
Überstunden können abgefeiert werden.
Beim Urlaub hat man das gesetzliche Minimum.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen sind möglich. Entweder man "opfert" seine Freizeit, um außerhalb an einer Schulung teilnehmen zu können, oder ein Vertreter kommt ins Haus.
Aufstiegsmöglichkeiten hat man leider keine. Es wird lieber ein externer Kandidat gewählt, wenn ein solcher vorhanden ist. Bessere Chancen haben dann natürlich auch Personen mit einer guten Connection zu den oberen Reihen. Wer kein Vitamin B hat, der hat auch keine Erfolgsaussicht.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist lächerlich. (Im Vergleich zu anderen Arbeitgebern im Einzelhandel) Wer eine Familie zu ernähren hat, der kann sich noch einen Zweitjob suchen, sonst reicht es nicht.
VWL gibt es nach einem halben bis einem Jahr der Betriebszugehörigkeit. Zudem gibt es Betriebsrenten, etc.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Unternehmen wird der Müll getrennt, Batterien gesammelt und alte Möbel des Kunden mitgenommen. Seit einigen Jahren bekommt der Kunde Papiertüten mit. Das schließt schon auf einen gewissen Grad von Umweltbewusstsein.
Das Sozialbewusstsein ist eher im unteren Niveau angesiedelt. Es gibt weder Betriebsausflüge noch Grillfeste. Diese Zeiten sind schon lange vorbei.
Kollegenzusammenhalt
Ohne dieser besonderen Truppe wären diese ganzen Negativpunkte noch weniger auszuhalten. Schade, dass man aus so einem tollen Team nicht mehr macht oder zumindest versucht die Motivation etwas zu steigern. Ein Lob kostet nicht viel, außer vielleicht die ein oder andere Überwindung.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Kollegen, die schon länger im Unternehmen sind, bekommen keine Sonderbehandlung. Die Wertschätzung von oben fehlt leider komplett. Sehr schade bei teils 30 Jahren Zugehörigkeit.
Vorgesetztenverhalten
Durch wenige Ausnahmen vergebe ich hier noch zwei von fünf Sternen.
Einige Leute sind nicht in der Lage berufliches von privatem zu trennen. Deutlich schlimmer ist jedoch, dass nicht mit konstruktiver Kritik umgegangen werden kann. Schade, denn nur so kann ein Unternehmen wachsen und zu einem modernen, mitarbeiterfreundlichen Betrieb werden.
Arbeitsbedingungen
Im Sommer ist es so heiß in den oberen Stockwerken, dass das Arbeiten fast unmöglich ist. Es gibt nur einen Ort im Möbelhaus, der klimatisiert ist. Wer dort nicht arbeitet, der hat Pech gehabt.
Die Technik mit der gearbeitet wird, ist teilweise nicht mehr auf dem neusten Stand. Die Programme sind - mit wenigen Ausnahmen - von anno dazumal. Manche Arbeitsabläufe könnten deutlich verbessert werden, wenn man sich der heutigen Zeit anpassen würde.
Kommunikation
Die gute alte Kommunikation... Sie ist im Betrieb das reinste Trauerspiel.
In Zeiten von Corona hat sie besonders gelitten. Wer etwas wissen wollte, der musste direkt in der Zentrale anrufen. Lustigerweise wussten nicht einmal die arbeitenden Kollegen über weitere Schritte bzw. den Verbleib in der Kurzarbeit Bescheid, weswegen man weiterhin im Regen stehen gelassen wurde. Kein sonderlich tolles Gefühl.
Besonders erwähnenswert sind auch die spontan geänderten Arbeitszeiten. Drei Tage bevor die verlängerten Öffnungszeiten stattfinden sollten, hat man dann schnell per Mail Bescheid bekommen. Freundlicherweise durften wir untereinander besprechen wer welche Schichten übernimmt.
In Gesprächen mit manchen überstellten Personen hat man schnell das Gefühl nicht Ernst genommen zu werden. Die Worte werden einem im Mund umgedreht und dann eiskalt gegen einen verwendet. Wer hier nicht selbstbewusst genug ist, der wird untergehen.
Aber nicht alles ist schlecht. Es gibt einige wenige höher gestellte Menschen in dieser Firma, mit denen man ganz normal kommunizieren kann. Die zuhören, Verständnis aufbringen und Anerkennung zeigen.
Gleichberechtigung
Einige Leute werden leider bevorzugt. Diese haben dann auch Sonderrechte, wie z.B. spontanen Urlaub nehmen, andere Arbeitszeiten, etc.
Wer in den oberen Ebenen ein Stein im Brett hat, der tut sich deutlich leichter im Arbeitsleben. Da kann es auch einmal passieren, dass ein besserer Job dabei herausspringt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind jeden Tag gleich. Wirklich neue und herausfordernde Aufträge gibt es nicht. Dafür weiß man zumindest genau, was auf einen zukommt. Und das Tag für Tag, Woche für Woche.