Gute Kollegen, enttäuschende Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ganz klar die Kollegen. Der Zusammenhalt im Team und die gegenseitige Unterstützung waren für mich die größten Pluspunkte.
Auch das Unternehmen selbst hat aus meiner Sicht durchaus Potenzial, das mit der richtigen Führung und einer besseren Unternehmenskultur deutlich stärker ausgeschöpft werden könnte.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vor allem die Diskrepanz zwischen der Selbstdarstellung des Unternehmens und der tatsächlichen Realität.
Es wird einem regelmäßig vermittelt, wie hervorragend die Arbeitsbedingungen, die Vergütung und die Benefits seien. Schaut man sich jedoch vergleichbare Positionen auf dem Arbeitsmarkt an, stellt man fest, dass teilweise deutlich bessere Gehälter bei geringerer Arbeitsbelastung möglich sind.
Auch die beworbene Flexibilität hält aus meiner Sicht nicht ganz, was sie verspricht. Gleitzeit bedeutet in der Praxis, dass man spätestens um 9 Uhr beginnen und mindestens bis 15 Uhr anwesend sein muss. Die Homeoffice-Möglichkeit ist auf einen Tag pro Woche begrenzt.
Dazu kommen teilweise übertrieben dargestellte Benefits und alltägliche Probleme wie eine kaum regulierbare Klimaanlage, bei der man entweder friert oder schwitzt.
Am schwersten wiegt für mich jedoch das Verhalten der Führungsebene. Aussagen und Zusagen wurden teilweise im Nachhinein relativiert, und die Kommunikation war häufig weder transparent noch verbindlich. Mit der Zeit entstand bei mir der Eindruck, dass die Interessen der Mitarbeiter nicht den Stellenwert haben, den sie eigentlich haben sollten.
Besonders schade finde ich das, weil das Unternehmen durchaus Potenzial besitzt, dieses aus meiner Sicht aber durch die eigene Führungskultur ausbremst.
Verbesserungsvorschläge
Die Führungskultur grundlegend überdenken und die Interessen der Mitarbeiter stärker berücksichtigen. Zusagen und Vereinbarungen sollten verbindlich sein und nicht im Nachhinein relativiert werden.
Mehr Transparenz und Ehrlichkeit bei Gehalt, Entwicklungsmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen schaffen. Statt die eigenen Leistungen und Benefits regelmäßig als besonders attraktiv darzustellen, wäre ein realistischer Vergleich mit dem Arbeitsmarkt sinnvoll.
Kritik und Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter ernst nehmen und tatsächlich etwas verändern, anstatt Probleme lediglich anzusprechen, ohne konkrete Maßnahmen folgen zu lassen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war vor allem durch die Kollegen positiv geprägt. Allerdings haben die Kommunikation und das Verhalten der Führungsebene diesen Eindruck zunehmend verschlechtert.
Image
Zwischen der Außendarstellung des Unternehmens und meinen tatsächlichen Erfahrungen bestand für mich eine deutliche Diskrepanz. Die Arbeitsbedingungen, die Flexibilität und die Vergütung wurden aus meiner Sicht positiver dargestellt, als ich sie im Arbeitsalltag erlebt habe.
Work-Life-Balance
Die beworbene Flexibilität ist in der Praxis eingeschränkter, als es zunächst klingt. Trotz Gleitzeit wird erwartet, dass man spätestens um 9 Uhr beginnt und mindestens bis 15 Uhr anwesend ist. Homeoffice ist auf einen Tag pro Woche begrenzt. Für mich entspricht das nicht unbedingt einer besonders flexiblen Arbeitsgestaltung.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung wird intern als besonders attraktiv dargestellt. Vergleicht man jedoch ähnliche Positionen auf dem Arbeitsmarkt, zeigt sich aus meiner Sicht ein anderes Bild. Teilweise sind deutlich höhere Gehälter bei gleichzeitig geringerer Arbeitsbelastung möglich.
Auch die beworbenen Benefits wirken auf dem Papier umfangreicher, als ich sie im Alltag erlebt habe. Die kostenlosen Snacks und Getränke beschränkten sich im Wesentlichen auf Äpfel, Bananen, Kaffee und Wasser. Daran ist nichts grundsätzlich auszusetzen, allerdings halte ich die Darstellung als besonders attraktives Zusatzangebot für übertrieben.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen war einer der größten Pluspunkte. Die Zusammenarbeit war angenehm, hilfsbereit und kollegial.
Vorgesetztenverhalten
Aus meiner Sicht besteht hier der größte Verbesserungsbedarf. Mir fehlten insbesondere Verbindlichkeit, transparente Entscheidungen und ein ernsthaftes Eingehen auf die Anliegen der Mitarbeiter. Mit der Zeit entstand bei mir der Eindruck, dass die Interessen der Beschäftigten bei Entscheidungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt durchwachsen. Besonders die Klimaanlage im Büro war ein wiederkehrendes Ärgernis. Dass sie zuverlässig für eine angenehme Raumtemperatur sorgte, glich gefühlt einem Lottogewinn. Eine individuelle Regulierung war nicht möglich, sodass man je nach Situation entweder frieren oder schwitzen musste.
Kommunikation
Absprachen und Aussagen waren aus meiner Sicht nicht immer verlässlich. Was zunächst besprochen oder zugesagt wurde, wurde später teilweise relativiert oder als nicht umsetzbar dargestellt. Eine offene, frühzeitige und verbindliche Kommunikation habe ich häufig vermisst.