Ein Unternehmen, das dringend über Führung, Kultur und Respekt gegenüber Mitarbeitern nachdenken muss.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Digitalbereich ist enorm angespannt. Was fehlt, ist eine gelebte Führungskultur, in der Unternehmenswerte im Alltag zählen. Wo stattdessen mit Angst und Respektlosigkeit geführt wird, leidet nicht nur das Klima, sondern auch die Leistungsfähigkeit. Das zeigt sich nicht zuletzt an steigenden Abwesenheitsraten.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance hängt stark vom Bereich ab. In manchen Teams ist sie kein Problem. In anderen wird man schnell selbst zum Problem, wenn man sich neben dem Beruf auch um die Familie kümmern muss oder möchte.
Karriere/Weiterbildung
Karriere nur, wenn man keine Familie hat oder jemand anders sich darum kümmert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Der Nachhaltigkeitsbereich wurde kürzlich zugunsten von mehr Lobbyarbeit abgebaut.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war einmal unser größter Vorteil. In den letzten Monaten haben gezielte Desinformation, Neid und Günstlingswirtschaft ihn bis auf ein Minimum zerfressen.
Vorgesetztenverhalten
Früher habe ich Vorgesetzte überwiegend als vernünftig und fair erlebt. Dieser Maßstab gerät zunehmend unter Druck, im Digitalbereich am stärksten. Gute Führung braucht klare Grenzen und den Mut, Konsequenzen zum Schutz von Geschäft und Mitarbeitenden zu ziehen, wenn Verhalten dauerhaft nicht tragbar ist. Die aktuelle Umstrukturierung betraf einen vergleichsweise kleinen Teil der Belegschaft. Ihre stümperhafte Umsetzung und katastrophale (Nicht-)Kommunikation hat jedoch das Vertrauen weit über die direkt Betroffenen hinaus nachhaltig beschädigt. Dass sich große Teile der Belegschaft von der Führung abgewandt haben und nur noch das Nötigste leisten, ist die direkte Folge. Ich sehe darin eine ernsthafte Gefährdung für die Handlungsfähigkeit einzelner Bereiche und frage mich, wie sie aus dieser Situation wieder herausfinden wollen.
Arbeitsbedingungen
Ein schickes Büro ist leider nicht alles.
Kommunikation
Kommunikation wird nicht als Führungsaufgabe verstanden. Auch konstruktive Kritik gilt schnell als Störung und hat in letzter Zeit nicht nur eine Karriere beendet.
Gleichberechtigung
Gerade in Führungspositionen kommen immer mehr globale Kollegen dazu, und mit ihnen Ansichten zu Führung, Kommunikation, Vereinbarkeit etc., die weder zeitgemäß sind noch zu unserer Kultur passen. Je mehr Aufgaben KI übernimmt, desto wichtiger werden Menschlichkeit, Menschsein und Empathie. Gerade deshalb sollten wir diese Eigenschaften bewusst pflegen und in unsere Führungs- und Arbeitskultur zurückholen, statt sie immer weiter abzubauen.
Interessante Aufgaben
An interessanten Themen mangelt es in der aktuellen Zeit nicht. Was in der Unternehmensführung oft nicht verstanden wird: Für all diese digitalen Projekte braucht es motivierte und fähige Menschen.

