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MSM.digital 
Agenturgruppe
Bewertung

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Tolles Team, aber das Management setzt auf Verschleiß

1,5
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich PR / Kommunikation bei MSM.digital Communications GmbH in Hamburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Das Team! Die Kolleg:innen sind die absolute Kernkompetenz und die größte Stärke des gesamten Unternehmens. Hier arbeiten so viele großartige, kompetente und hilfsbereite Menschen, die sich gegenseitig unterstützen. Dieses Teamgefüge hält den Laden aktuell zusammen – und das Management sollte alles daran setzen, diese wertvolle Basis nicht durch die hohe Fluktuation weiter zu gefährden.
Zudem haben wir wirklich tolle Kunden und hochinteressante Projekte. Wenn der kreative Freiraum hier mehr gefördert und geschätzt würde – statt primär auf generische, KI-generierte Standardkonzepte zu setzen –, könnte das Team qualitativ noch so viel mehr erreichen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die extreme Fluktuation: Der ständige Wechsel von geschätzten Kolleg:innen belastet die Teamdynamik und die Arbeitsatmosphäre massiv. Kaum hat man sich eingearbeitet, verlässt das nächste Teammitglied die Agentur.

Unterdurchschnittliche Vergütung & mangelnde Wertschätzung: Das Gehalt liegt spürbar unter dem Branchenniveau, und es fehlt an echter Anerkennung für die geleistete Arbeit. Bei Problemen wird die Schuld oft weitergeschoben, statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Enorme Arbeitsüberlastung: Durch die hohe Fluktuation wird die ohnehin schon sehr hohe Arbeitslast auf immer weniger Schultern verteilt. Einzelnen Personen wird hier strukturell viel zu viel aufgebürdet, was langfristig nicht tragbar ist.

Umgang mit mentaler Gesundheit: Warnsignale von Überlastung oder psychischem Druck im Team werden nicht ernst genommen. Statt konkrete Unterstützung oder strukturelle Entlastung zu bieten, wird von der Führungsebene erwartet, Belastungsgrenzen schlicht als „Chance“ umzuwerten.

Widersprüchliche Gesundheitsförderung (nilo.health): Es werden zwar Benefits wie der Zugang zu nilo.health angeboten, was prinzipiell positiv ist. Angesichts der strukturellen Überlastung im Alltag wirkt dies jedoch wie reine Symptombekämpfung: Man stellt eine Plattform für mentale Gesundheit bereit, anstatt die systemischen Ursachen für den enormen psychischen Druck im Unternehmen an der Wurzel zu packen.

Fehlende interne Investitionen: Es wird viel Budget in den Zukauf neuer Agenturen gesteckt, während Investitionen in das bestehende Team und die Infrastruktur ausbleiben. Es entsteht der Eindruck, dass rein finanzielle Wachstums- und Profitziele der obersten Führungsebene über das Wohl der eigenen Belegschaft gestellt werden.

Mangelndes Rückgrat bei sozialen Themen: Es fehlt der Mut, sich intern und extern klar für wichtige gesellschaftliche Werte wie Gleichberechtigung, Vielfalt oder LGBTQIA+-Rechte zu positionieren. Aus Sorge, potenzielle Kundengruppen zu verschrecken, wird hier lieber geschwiegen, statt der eigenen Belegschaft den Rücken zu stärken.

Verbesserungsvorschläge

Nachhaltigkeit vor Expansion: Erkennt bitte den Wert erfahrener und loyaler Mitarbeitender, anstatt auf eine hohe Fluktuation zu setzen. Es sollte dringend in den Erhalt und Ausbau des bestehenden Teams investiert werden, anstatt Ressourcen primär in den Expansionskurs und Zukäufe innerhalb der Agenturgruppe zu stecken.

Führungskompetenz stärken: Es besteht dringender Schulungsbedarf für Führungskräfte in den Bereichen Mitarbeiterführung, Empathie und moderner Führungskultur.

Mentale Gesundheit ernst nehmen: Wenn Mitarbeitende Signale von Überlastung senden, müssen diese ernst genommen werden. Zynische Rückmeldungen oder das Herunterspielen von Belastungsgrenzen dürfen in einer gesunden Unternehmenskultur keinen Platz haben.

Potenzial nutzen statt Druck abwälzen: Das Unternehmen besitzt enorm viel Potenzial – dieses wird jedoch durch das permanente Abwälzen von Druck nach unten und die dadurch entstehenden internen Konflikte im Team im Keim erstickt.

Arbeitsatmosphäre

Aufgrund der Präsenzpflicht an vier Tagen pro Woche ist es im Großraumbüro oft sehr laut. Die Stimmung ist durch die spürbar hohe Personalfluktuation und die enorme Arbeitsauslastung meistens sehr bedrückt. Seinem Unmut kann man zudem selten Luft machen, da die Feedbackkultur aus meiner Sicht mehr Schein als Sein ist und Kritik nicht wirklich ernst genommen wird.

Image

Der Ruf innerhalb der Agenturgruppe und des Managements ist unter den Mitarbeitenden spürbar angeschlagen. Es wird nach außen hin viel kommuniziert, doch den Worten folgen leider selten konkrete Taten. Wer Prozesse effizienter gestalten möchte, muss dies oft in Eigenregie anpacken – eine strukturierte Unterstützung von oben fehlt hier weitgehend.

Zudem spiegelt das Image der Führungsebene die Defizite im Alltag wider: Es mangelt aus meiner Sicht an fundierten Kompetenzen in den Bereichen Mitarbeiterführung und Sozialkenntnis, was dem internen Ansehen massiv schadet.

Work-Life-Balance

Eine gesunde Work-Life-Balance ist leider kaum realisierbar. Im Arbeitsvertrag sind bereits zehn Überstunden pro Monat pauschal abgegolten. Ein Zeitausgleich oder eine Vergütung für diese exzessiven Extrastunden findet daher nicht statt.

Es herrscht eine Erwartungshaltung, bei der die Erreichbarkeit und Einsatzbereitschaft – phasenweise auch an Wochenenden oder Feiertagen – klar über dem Privatleben der Mitarbeitenden stehen. Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit verschwimmen hier stark zuungunsten der Angestellten.

Karriere/Weiterbildung

Echte Karrierechancen oder transparente Aufstiegsmöglichkeiten sind kaum vorhanden. Es entsteht der Eindruck, dass Beförderungen (wie beispielsweise die Entwicklung vom Manager zum Senior) strukturell ausgebremst werden und langjährige Perspektiven auf höheren Ebenen selten realisiert werden können.

Auch das Thema Weiterbildung wird nicht proaktiv gefördert. Budget für Fortbildungen gibt es meist nur nach Verhandlungsaufwand und Rechtfertigung. Eine systematische, individuelle Personalentwicklung findet leider nicht statt. Das zeigt sich auch im Umgang mit der Stammbelegschaft: Selbst bei langjährigen Mitarbeitenden wird scheinbar lieber eine Trennung in Kauf genommen, als proaktiv in deren Fortbildung und Anpassung an neue Gegebenheiten zu investieren. Potenziale werden hier eher extern gesucht, statt die eigene, loyale Belegschaft zukunftsfähig aufzustellen.

Gehalt/Benefits

Das Gehaltsgefüge liegt nach meiner Wahrnehmung spürbar unter dem üblichen Branchen- und Agenturschnitt. Zudem entsteht der Eindruck, dass Gehaltsanpassungen weniger auf objektiven Leistungen basieren, sondern stark von persönlicher Sympathie abhängen. Konstruktive Gehaltsverhandlungen sind kaum möglich, da es hier an Verhandlungsbereitschaft und transparenten Kriterien der Geschäftsführung fehlt.

Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld gibt es nicht. Positiv hervorzuheben sind jedoch die angebotenen Benefits wie EGYM Wellpass und eine betriebliche Altersvorsorge. Der Zugang zu nilo.health ist zwar positiv, wirkt angesichts des extremen Drucks im Alltag aber wie das absolute Mindestmaß an Schadensbegrenzung.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ein echtes Umweltbewusstsein ist kaum erkennbar. Durch die strikte Präsenzpflicht an vier Tagen pro Woche werden unnötige Pendelwege (oft mit dem Auto) erzwungen. Zudem wird intern ein extrem hoher, teils unkritischer KI-Einsatz forciert, dessen enormer Ressourcen- und Energieverbrauch in der internen Nachhaltigkeitsbilanz völlig ignoriert wird. Die Technologie wird teilweise so unreflektiert genutzt, dass selbst grundlegende, eigenständige Arbeitsweisen verloren gehen.

Auch im sozialen Bereich zeigt das Unternehmen wenig Rückgrat: Wichtige gesellschaftliche Werte wie Vielfalt, Gleichberechtigung oder LGBTQIA+-Rechte werden öffentlich nicht klar positioniert – offenbar aus Sorge, potenzielle Kundengruppen zu verschrecken. Hier würde ich mir deutlich mehr Haltung und echtes Einstehen für Werte wünschen, die der Belegschaft am Herzen liegen.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt bröckelt leider zunehmend, da der 'harte Kern' durch die hohe Auslastung und die anhaltende Fluktuation immer kleiner wird. Es entsteht im Team leider der Eindruck, dass eine kritische oder hinterfragende Haltung nicht gern gesehen ist, was zu spürbarer Verunsicherung führt.

Menschlich ist das Team dennoch ein großer Pluspunkt: Die verbleibenden Kolleg:innen haben fast immer ein offenes Ohr, unterstützen sich gegenseitig bei Problemen und teilen die Sorgen über die aktuelle Entwicklung des Unternehmens. Der Wille zum Zusammenhalt ist da, wird aber durch die Rahmenbedingungen stark strapaziert.

Umgang mit älteren Kollegen

Ältere Kolleg:innen sind im Unternehmen so gut wie gar nicht vertreten. Die Belegschaft ist auffallend jung, da erfahrenere Mitarbeitende das Unternehmen aufgrund der Rahmenbedingungen meist frühzeitig wieder verlassen oder langfristig nicht gehalten werden können. Ein Wissenstransfer zwischen den Generationen findet dadurch leider nicht statt.

Vorgesetztenverhalten

Das Verhalten der Führungsebene ist leider von mangelnder Rückendeckung für die Angestellten geprägt. Es fehlt an echter Transparenz und Loyalität gegenüber dem Team: Selbst nach langjähriger Zusammenarbeit wird die Trennung von Mitarbeitenden sehr distanziert und ohne spürbare Wertschätzung vollzogen, was das Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt.

Zudem findet die Delegation von Aufgaben meist rein willkürlich statt. Komplexe oder ungeliebte Projekte werden nach unten weitergegeben, ohne dass im Vorfeld die tatsächlichen Kapazitäten oder die nötigen Fachkompetenzen der Betroffenen berücksichtigt werden.

Die psychische Belastungsgrenze im Team wird leider regelmäßig überschritten. Es ist im Kollegenkreis kein Einzelfall mehr, dass der hohe Druck zu gesundheitlichen Überlastungssymptomen und langfristigen Ausfällen führt.
Besonders kritisch nehme ich hierbei die Reaktion der Führungsebene wahr: Statt bei Überlastungsanzeigen strukturelle Entlastung zu schaffen, wird den Betroffenen gespiegelt, sie sollten die enorme Auslastung positiv bewerten oder als "Chance" betrachten. Ein empathischer oder gesundheitsfördernder Umgang mit den Mitarbeitenden sieht anders aus.

Arbeitsbedingungen

Die Räumlichkeiten stehen in keinem Verhältnis mehr zur geschrumpften Teamgröße. Statt an repräsentativen und kostenintensiven Büroflächen oder prestigeträchtigen Management-Events festzuhalten, sollte das Budget lieber in die Mitarbeitenden investiert werden.

Leider mangelt es selbst an grundlegender Ausstattung: Einheitliche Arbeitsmittel wie Tastaturen, Mäuse oder Headsets für den Alltag fehlen oder müssen mühsam organisiert werden. Die Prioritäten liegen hier aus meiner Sicht falsch – an der Basis und der Ausstattung der verbleibenden Belegschaft wird gespart, während an anderer Stelle das Prestige im Vordergrund steht.

Kommunikation

Veränderungen werden von der Führungsebene meist rein top-down („von oben herab“) und mit sehr kurzem Vorlauf kommuniziert. Eine echte Wertschätzung für geleistete Extraarbeit oder Überstunden fehlt in der täglichen Kommunikation leider fast vollständig.

Zudem gibt es intern kaum eine direkte Konfliktlösung: Häufig werden Kleinigkeiten sofort an die Geschäftsführung eskaliert, statt den direkten Dialog auf Augenhöhe zu suchen. Gerade von Führungskräften und Rollen mit Kommunikationsverantwortung würde ich mir hier ein deutlich professionelleres und deeskalierendes Verhalten wünschen.

Gleichberechtigung

Was genderspezifische Gleichberechtigung angeht, würde ich sagen, dass diese durchaus vorhanden ist. Dennoch sind einige Mitarbeiter:innen nun mal gleicher als andere. Entscheidungen und Beförderungen wirken leider oft nicht leistungsbasiert, sondern stark von persönlichen Beziehungen und Sympathien geprägt. Es fehlt an objektiven Kriterien für den beruflichen Aufstieg.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben an sich sind meistens sehr vielfältig und abwechslungsreich. Es gibt, wie in dieser Branche üblich, sowohl sehr spannende als auch weniger spannende Kundenprojekte. Das Tätigkeitsfeld und die Branche wären insgesamt hochinteressant, wenn die aktuelle wirtschaftliche Gesamtlage und der spürbare Druck im Unternehmen das Potenzial nicht so stark ausbremsen würden.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.