Nach fünf Jahren Kulturabbau, Verhaltenskodex reaktivieren, Ton verbessern, Vertrauen und Sicherheit stärken
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Verlust der früheren kundenorientierten und abteilungsübergreifenden Kultur. Rauer Ton und hohe Reibungsverluste im Tagesgeschäft. Wiederholte Hinweise ohne sichtbare Wirkung. Wahrnehmung, dass interne Wege entweder nicht sicher sind oder nichts bewirken und der einzige Ausweg dann diese Plattform wird.
Verbesserungsvorschläge
Klare Verantwortlichkeiten, konkrete Maßnahmen und transparente Fortschrittskommunikation statt reinem Gesprächsangebot. Verlässliche interne Kanäle für Kritik ohne Angst vor negativen Folgen inklusive Schutzmechanismen und Konsequenzen bei Verstößen. Verhaltenskodex verpflichtend verankern und im Onboarding für neue Mitarbeitende sowie durch Führungskräfte als Multiplikatoren aktiv leben. Abteilungsübergreifende Verantwortungslogik etablieren, damit Kritik nicht versandet, weil sich niemand zuständig fühlt.
Arbeitsatmosphäre
Die Firmenkultur hat sich in den letzten fünf Jahren deutlich zum Negativen verändert. Das frühere familiäre Klima und das gemeinsame Wir sind weitgehend verschwunden. Die von der Geschäftsführung propagierte Reibung führt im Alltag eher zu Verlustenergie als zu konstruktiver Verbesserung. Der Umgangston ist spürbar rauer geworden. Viele neue Mitarbeitende kennen den früheren Verhaltenskodex nicht und können ihn daher nicht leben. Es entsteht das Bild, dass Frust und Kritik auf dieser Plattform landen, weil interne Wege als unsicher oder wirkungslos wahrgenommen werden.
Kollegenzusammenhalt
Abteilungen agieren stärker isoliert, das Denken und Handeln fokussiert sich auf die eigene Einheit. Das gemeinsame abteilungsübergreifende Verständnis für die Arbeit der anderen Bereiche und somit dem Kunden ist deutlich zurückgegangen, was zusätzliche Reibungsverluste erzeugt.
Vorgesetztenverhalten
Offene Ansprache von Problemen wird als riskant empfunden, weil Repressalien oder negative Konsequenzen befürchtet werden. Der Eindruck entsteht, dass selbst wiederholt und konstruktiv vorgetragene Kritik nicht zu Veränderungen führt, unabhängig davon, ob der direkte Vorgesetzte die Schwachstellen erkennt.
Arbeitsbedingungen
Reibungsverluste binden dauerhaft Zeit und Energie, weil notwendige Inhalte und Abstimmungen nicht automatisch, planbar und verlässlich zur Verfügung stehen. Die gewollte Reibung wird dadurch als destruktiv erlebt, weil sie operative Effizienz und Kundenerfolg behindert.
Kommunikation
Abteilungsübergreifende Kommunikation funktioniert nicht mehr wie früher. Interne E-Mails an andere Abteilungen werden sehr häufig nur auf intensive Nachfrage beantwortet. Jede Abteilung schafft für sich.
Wenn HR hier mit allgemeinen Gesprächsangeboten wirbt, wirkt das angesichts der häufigen Kritik unglaubwürdig,
Konstruktive Kritik wird zwar aufgenommen, aber es ist keine sichtbare Bearbeitung oder nachhaltige Veränderung erkennbar.
