Image und Realität liegen leider weit auseinander.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Modernes Gebäude, Kantine, ausreichend Parkplätze, Soziales Engagement. Die Murr als Ausbilder würde ich als sehr gut bewerten, auch wenn die Ausbildungsleitung dazu null beiträgt, sind die Ausbilder in den Abteilungen vorbildlich. (Kaufmännisch)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Murrelektronik gibt sich nach außen als modernes Unternehmen, leider ist dies intern nicht wirklich gegeben. Oft sind Strukturen und Denkweisen vorhanden, die an einen 10-Mann-Betrieb aus den 80igern erinnern. Sowas sollte als Zukunftsorientiertes Unternehmen, das weltweit ca. 3000 Mitarbeiter beschäftigt, nicht passieren.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen hat sehr viel Potenzial, für jüngere Arbeitnehmer attraktiv zu sein. 1. faire Gehälter, vor allem Transparenz,
2. Home Office / Mobile Working nicht einschränken.
3. Nicht jede Stelle durch extern besetzte, interne Stellenausschreibungen ist oft unbekannt.
4. Frisch ausgebildeten Azubis bessere Chancen bieten und vor allem besser bezahlen. Der Großteil der ehemaligen Azubis sind innerhalb von 1-2 Jahren weg.
Der obligatorische Obstkorb und freie Getränke hat jeder, die Murr bewirbt, das als würden die Goldbarren verschenken.
Arbeitsatmosphäre
Gelobt wird kaum, Arbeitsverteilung oft nicht Fair, Stress ist an der Tagesordnung.
Image
Fast alle ehemalige Mitarbeiter die ich kenne können die Murr in ihrem jetzigen Zustand nicht empfehlen. Obwohl Potenzial besteht. Sehr Schade.
Work-Life-Balance
Dreimal pro Woche Homeoffice ist für ein modernes Unternehmen Standard, da die Murr leider immer wieder zu ihren Old-School-Gewohnheiten zurückkehren möchte, würde ich diese Regelung jedoch nicht für die Zukunft garantieren. Urlaub und vor allem längere Urlaube sind mit Absprache der Kollegen eigentlich immer möglich. Die Arbeitszeiten variieren je nach Abteilung. Im Vertrieb sind diese aufgrund des Telefondienstes etwas eingeschränkt, aber dennoch machbar. Freitags bis 15 oder 16 Uhr ist jedoch oft unnötig und man sitzt seine Zeit eher ab.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen engagiert sich Sozial in der Umgebung entweder mit Spenden oder Sponsorings.
Karriere/Weiterbildung
Höhere Stellen werden fast immer durch externe Besetzung besetzt. Weiterbildung und co. sind eigentlich nicht gegeben. Die Die Übernahme von Extra-Projekten bringt einen nur mehr Arbeit ein, am Ende wird für die geschaffene Stelle aber jemand von extern geholt. (Und mehr Geld gibt es erst recht nicht.)
Kollegenzusammenhalt
Im Großen und Ganzen hält das Team gut zusammen. Innendienst und Außendienst-Zusammenarbeit läuft sehr gut. Leider gab es im Inside Sales Team immer wieder ein paar Ausreißer. Starke Lästereien werden von ein paar Kolleginnen und Kollegen aufs Maximum getrieben. Vorgesetzte stehen oft auf der Seite der Verursacher und lassen diese Dinge untern Tisch fallen. Dass bis zu meinem Austritt niemand zum Betriebsrat ist, wundert mich stark, da können die Verursacher und Vorgesetzten von Glück reden.
Umgang mit älteren Kollegen
Die Murrelektronik hat zu meiner Zeit Jung und Alt eingestellt. Förderung von älteren Kollegen konnte ich kaum beobachten, höhere Stellen wurden fast immer durch externe besetzt.
Vorgesetztenverhalten
Entscheidungen werden eigentlich immer ohne Einfluss durch das Team getroffen. Wie bereits oben erwähnt, gibt es einige Vorgesetzte, die spaltende Kollegen lieber decken, als Probleme richtig anzugehen. Es ist auch üblich, dass Vorgesetzte ohne Vorwarnung rausgeworfen werden. Danach übernimmt immer ein Höherer, der null Ahnung vom Geschäft des Teams hat.
Arbeitsbedingungen
Modernes Gebäude, Technik eigentlich immer auf einem recht modernen Stand. Beleuchtung Top, Lärmpegel etwas höher ist aber im Vertrieb normal.
Kommunikation
Die Murrelektronik liebt Meetings, vor allem die unnötigen Arten. Es gibt wegen jeder Kleinigkeit Besprechungen und Nachbesprechungen. Entscheidungen werden darin meist nie getroffen. Der Flurfunk ist massiv und leider meist sogar zuverlässiger. Aussagen von Teamleitern und anderen Vorgesetzten am besten immer schriftlich anfordern, sonst wird da nichts draus.
Gehalt/Benefits
Gehalt ist hier ein dickes Minus, Gehaltserhöhungen waren in meiner Zeit nur durch den Betriebsrat zustande gekommen, diese lagen aber im Schnitt bei 1 / 2 %. Gehaltsgespräche werden erst nach wiederholten Anfragen gestartet, diese werden aber nach langem Hinhalten fast immer abgelehnt oder man bekommt einen obligatorischen 10ner mehr im Monat, Hauptsache man geht damit nicht mehr auf die Nerven. Für Neue Bewerber kann ich nur empfehlen, zu Beginn hoch anzusetzen, danach kann man es vergessen.
Interessante Aufgaben
Durch den Kundenkontakt hat man etwas Abwechslung, ansonsten wird’s schnell eintönig.
