


Unser Kompass für eine nachhaltige Zukunft – Über den Wertekompass von MyPlace-SelfStorage
Gemeinsam mit allen Mitarbeiter*innen hat MyPlace-SelfStorage einen Wertekompass erarbeitet, der die Grundlage für interne und externe Verhaltensweisen im Unternehmen ist. Um mehr über diesen Wertekompass und seine Umsetzung im Unternehmen zu erfahren, haben wir den Coach und Berater Harry Lasser zum Interview eingeladen, der das Unternehmen bei der Entwicklung des Wertekompasses unterstützt hat.
Herr Lasser, wie kam es zur Idee, gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen einen Wertekompass für MyPlace zu erarbeiten?
Werte sind mit das WERTvollste im Leben eines jeden Menschen. Gleichzeitig ist man sich seiner Werte aber oft nicht bewusst. In den verschiedenen Trainings, die MyPlace anbietet, unterstütze ich die Mitarbeiter*innen bei der Definition der eigenen Werte. Diese können zum einen im Sales-Prozess helfen, sich mit den Kund*innen auf Augenhöhe zu bewegen: nämlich indem wir sie in ihren eignen Werten spiegeln und in ihrer Wertewelt abholen. Zum anderen sind Werte aber auch eine wichtige Basis, wenn es um Konflikte – also Werteverletzungen – und ihre Lösung geht. Gesammelt und priorisiert in einem Wertkompass sind Werte auch ein hilfreiches Instrument für das Employer Branding und das eigene Markenverständnis eines Unternehmens. Der Wertekompass ist also sowohl zwischenmenschliches als auch unternehmerisches Fundament. Zwar existiert in vielen großen Firmen ein solcher Wertekompass, er wird aber in den seltensten Fällen so professionell und authentisch gelebt, wie bei MyPlace.
Wie sind Sie bei der Entwicklung des Wertekompasses vorgegangen und welche Rolle spielten die Mitarbeiter*innen dabei?
Bereits 2018 haben wir alle MyPlace-Mitarbeiter*innen darum gebeten, ihre persönlichen Werte einzureichen. Wir haben uns gemeinsam Fragen gestellt wie: Welche Werte wünsche ich mir im Umgang miteinander? Wie stellen wir uns ein WERTvolles Arbeitsumfeld vor? Welche unangenehmen Situationen habe ich erlebt? Gab es dabei Werteverletzungen? Der gesamte Prozess der Wertefindung begann also aus den Mitarbeiter*innen – aus dem Inneren – heraus und wurde zum Abschluss auch von allen unterschrieben.
Die Priorisierung der Werte erfolgte dann im Führungskräfteteam. Dabei wurden auch antonyme Werte – also Werte, die auf den ersten Blick vielleicht widersprüchlich scheinen – diskutiert.
Welche antonymen Werte waren das beispielsweise?
Einer der wichtigsten Werte im MyPlace-Wertekompass ist das Vertrauen. Ein sehr wichtiger Wert, wenn man in einem Team zusammenarbeitet. Gleichzeitig gibt es bei MyPlace bei einem hoch entwickelten Reporting-System natürlich auch Kontrollinstrumente. Vertrauen und Kontrolle sind also zwei antonyme Werte. Wenn wir allerdings nur vertrauen, dann wäre das möglicherweise sehr naiv und zu risikobereit. Gleichzeitige Kontrolle drückt auch die Verantwortung aus, die ein Unternehmen wie MyPlace hat: Es geht um viele Menschen, ihren Job, ein Unternehmen, das erfolgreich sein will, Visionen hat. Und deswegen braucht es auch Kontrolle. Die Herausforderung ist dann „im Sinne des Unternehmens“ hier die richtige Balance zu finden.
Was sind noch weitere wichtige Werte, die im Wertekompass von MyPlace verankert sind?
Neben dem Vertrauen sind Professionalität, Respekt und Verantwortung die Kernwerte im MyPlace-Wertekompass.
Über den Wert „Professionalität“ habe ich persönlich mich sehr gefreut. Das ist ein sehr individueller Wert. „Wir sind professionell“ klingt vielleicht erst einmal etwas spießig und unauthentisch. Aber im Berufsleben ist Professionalität immer der bequemste und sicherste Weg. Denn jeder, der schon einmal unprofessionell war, hat es rückblickend meistens bereut. Wenn ich mich provozieren lasse, unprofessionell geworden bin, ist es unbequem und unsicher. Deswegen werden die Mitarbeiter*innen in dieser Hinsicht auch regelmäßig geschult – es werden zum Beispiel Verhaltensweisen und Formulierungen im Kundenkontakt definiert. Wenn Mitarbeiter*innen in Stresssituationen kommen, wissen sie, welches der professionelle Weg im Umgang mit dieser unangenehmen Situation ist. So sind sie sicher und bequem unterwegs.
Der Respekt zeigt sich bei MyPlace über alle Hierarchieebenen hinweg: Alle agieren auf Augenhöhe. Ich erlebe bei MyPlace immer einen unfassbar respektvollen Umgang miteinander – vom Geschäftsführer bis zu den Standort-Teams.
Und hier zeigt sich auch der Wert der Verantwortung. Pro Standort gibt es zum Beispiel zwei Mitarbeiter*innen, die wie Kleinunternehmen agieren: Sie sind verantwortlich für ihr Haus. Damit entsteht ein unglaublich unternehmerischer Spirit in den Köpfen aller.
Ich denke, diese vier Werte sind auch die Säulen des Erfolgs dieses Unternehmens.
Wie wird der Wertekompass bei MyPlace umgesetzt?
Das Wichtigste ist, dass Werte (vor-)gelebt werden! Ich als Trainer, aber vor allem auch die Geschäftsführung haben hier eine Vorbildfunktion. Werte und eine Unternehmenskultur zu etablieren, funktioniert nur, wenn die Menschen spüren, dass es auch authentisch ist. Und die Werte müssten präsent sein. Schon im Onboarding-Prozess wird der MyPlace-Wertekompass vorgestellt und wird von allen Mitarbeiter*innen unterschrieben. Auch während des gesamten Jahres werden die Werte immer wieder ins Bewusstsein geholt: Sie hängen prominent in der Firmenzentrale und an jedem einzelnen Standort. Sie sind essenzieller Bestandteil von Mitarbeitergesprächen, Jahrestreffen und Schulungen. Jeder kennt sie und wirklich alle wollen sich daran halten. So bietet der Wertekompass eine Orientierungshilfe für den gesamten Arbeitsalltag.
Herr Lasser, Sie haben ja auch die Rolle des Mediators bei MyPlace inne. Ziehen Sie den Wertekompass auch bei der Lösung von Konflikten zu Rate?
Ja genau, auch dafür ist der Wertekompass ein wunderbares Werkzeug! Wo so viele Menschen miteinander arbeiten, kommt es natürlich auch ungewollt zu Werteverletzungen und damit Konflikten. In Konfliktlösungsgesprächen stellen wir dann immer die Frage: Welcher Wert wurde möglichweise missachtet oder verletzt. Warum kränkt mich das so? Wichtig ist, dass man nach einer Werteverletzung Wege findet, wieder ein gutes Miteinander zu finden.
Was bringt der Kompass einem Unternehmen wie MyPlace?
Viele Unternehmen haben die Sinnhaftigkeit eines Wertekompasses leider noch nicht erkannt. Bei MyPlace wird er wirklich genutzt – und zwar sehr vorbildlich und konsequent.
Werte sind die Basis, wenn Unternehmen ihre Mission und Vision definieren. Werte beschreiben, wie der Weg dorthin gestaltet werden soll. Sie sind also unentbehrlich, wenn ich mir Ziele stecken möchte. Und Ziele sind wichtig, denn ohne sie können wir nie messen, wo wir stehen. Ohne dieses Wissen können wir uns auch nicht weiterentwickeln.
Natürlich spielt der Wertekompass auch eine wichtige Rolle beim Employer Branding. Wenn die Werte beim Vorstellungsgespräch bereits thematisiert werden, können Bewerber besser einschätzen, ob sie sich in diesem Unternehmen wohl fühlen würden. Und so sorgt der Wertekompass dafür, dass die Wertevorstellungen team- und hierarchieübergreifend gleich gelten und bestehen bleiben.

Vielfalt als Stärke - Ein Interview mit der Diversitätsbeauftragten von MyPlace-SelfStorage
MyPlace-SelfStorage setzt sich für eine vielfältige und inklusive Arbeitsumgebung ein und hat dafür eine Diversitätsbeauftragte ernannt, die sich um die Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung der Diversität und der Chancengleichheit im Unternehmen kümmert. Um mehr über ihre Arbeit zu erfahren, haben wir sie um ein Interview gebeten.
Wie divers ist MyPlace?
Diversität und Inklusion sind bei uns in der Belegschaft selbstverständlich. Werte wie Respekt und Professionalität im Umgang mit dem Team und auch der Kundschaft sind Kern des Wertekompasses von MyPlace-SelfStorage. Ich behaupte mal, dass wir, was die konkreten Zahlen angeht, auch schon sehr gut dastehen. Die Geschlechterverteilung liegt bei 56 Prozent Frauen und 44 Prozent Männern, wir haben einen Teilzeitanteil von 47 Prozent – 18 Prozent davon sind übrigens Männer – und es arbeiten Menschen aus 22 Nationen bei MyPlace. Auch was das Alter angeht, ist unser Team sehr divers aufgestellt: Etwas mehr als ein Drittel unserer Mitarbeiter*innen gehört zur Generation der Babyboomer (Jahrgänge 1944 bis 1964). Die Hälfte ist der Generation X (Jahrgänge 1965 bis 1980) zugehörig und 18 Prozent sind zwischen 28 und 41 Jahre alt (Generation Y).
Angaben zu Religionsangehörigkeit oder sexueller Orientierung – wie es in den USA oft üblich ist – erfassen wir allerdings gar nicht. Das ist für uns auch einfach irrelevant.
Aber so gut die Zahlen auch sein mögen, umso wichtiger ist es, sich nicht darauf auszuruhen. Wir müssen auch dafür sorgen, dass unser Team divers bleibt und sich die Menschen hier gut aufgehoben, respektiert und gerecht behandelt fühlen.
Luft nach oben gibt es aber immer, oder?
Natürlich. Zwar ist die Geschlechterverteilung auch bei den Führungskräften ausgeglichen mit 43 Prozent Frauen, allerdings sind alle vier Geschäftsführer männlich. Wobei man hinzufügen muss, dass zwei davon Mitgründer des Unternehmens sind. Auch die Generation Z (Jahrgänge 1995 bis 2015) ist mit einem Prozent noch schwach vertreten. Mit verbesserten Angeboten zur Vereinbarkeit von Ausbildung und Beruf arbeiten wir jedoch daran, auch bei der jüngsten Generation aufzuholen.
Entsprechend beobachte ich diese Zahlen genau, um zu sehen, ob wir unserer Linie auch treu bleiben bzw. wo es Verbesserungspotential gibt.
Was ist Ihre Linie und welche Maßnahmen ergreifen Sie, um sie umzusetzen?
Unser Wertekompass, den wir gemeinsam mit dem Coach Harry Lasser entwickelt haben, spielt eine wichtige Rolle: Darin sind unsere Kernwerte Vertrauen, Professionalität, Respekt und Verantwortung festgehalten. Ich achte darauf, dass der Kompass bei allen und überall präsent ist: Er hängt prominent im Headoffice sowie in allen Filialen und ist immer wieder Element unserer Teamseminare. Kürzlich war der Kompass auch wieder Bestandteil eines Workshops für unsere Trainer, die den Onboarding-Prozess für neue Mitarbeiter*innen begleiten.
Warum ist die Förderung der Diversität und Chancengleichheit für ein Unternehmen wie MyPlace wichtig?
Wie viele andere Unternehmen stehen auch wir aktuell vor den Herausforderungen des Arbeitnehmermarktes. Viele Bewerber*innen äußern den Wunsch nach verschiedenen Teilzeitmodellen – seien es 18 Arbeitsstunden über die Woche verteilt oder eine 3-Tage-Woche. Bisher konnten wir hier jeden Wunsch erfüllen – ganz egal ob in den Stores oder in der Verwaltung. Gleiches gilt natürlich nicht nur für neue Mitarbeiter*innen, sondern auch für unser bestehendes Team. Unsere Fluktuationsrate ist mit sieben Prozent unterdurchschnittlich. Das bedeutet natürlich, dass viele unserer Mitarbeiter*innen jahrelang bei uns beschäftigt sind – 30 Prozent sind bereits seit über zehn Jahren Teil des Teams. Währenddessen ergeben sich immer neue Lebensumstände und Prioritäten. Denen wollen wir gerecht werden und die Arbeitsmodelle laufend an ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen. Beispielsweise arbeiten bei uns auch Menschen mit Behinderung, die wir unter anderem mit individuellen Teilzeitmodellen und der bedarfsgerechten Anpassung der Tätigkeit unterstützen.
Und auch unsere Kundschaft ist so divers wie unsere Gesellschaft. Je diverser unser eigenes Team ist, umso einfacher können wir uns auf unsere Kund*innen einstellen – seien es Sprache, kulturelle Gewohnheiten oder Behinderungen. Diversität im Team führt fast schon automatisch dazu, dass Diversität und Inklusion auch gelebt werden – intern und extern.

Bienen schützen: das "Projekt 2028" von Hektar Nektar
Ein besonderes Herzensprojekt von MyPlace startete im Juni 2021 auf dem Dach des Headoffices in Wien Döbling. Im Rahmen der Bienenschutzinitiative „Projekt 2028“ von Hektar Nektar siedelte der Imker Dantcho Nikolov fünf Bienenvölker mit insgesamt 250.000 Bienen an, die fortan die Biodiversität stärken und parallel hochwertigen Honig produzieren. Dantcho und Miriam Walch, Geschäftsführerin bei Hektar Nektar, standen uns Rede und Antwort.
Die Imker:innen tragen heute maßgeblich dazu bei, dass die Bienen in Europa erhalten bleiben. Oft wird aber auch davon gesprochen, dass die Honigbienen, wie sie es bei MyPlace auf dem Dach gibt, den Wildbienen den Lebensraum streitig machen. Was tut Hektar Nektar, damit das nicht passiert?
Miriam: Es kommt immer wieder einmal vor, dass der Schutz der Honigbiene (fälschlicherweise) als nicht oder weniger wichtig und in Konkurrenz zum Schutz der Wildbiene angesehen wird. Die Honigbiene als gezüchtetes “Nutztier”, das vom Menschen gepflegt und vermehrt wird, ist zwar nicht vom Aussterben bedroht, jedoch auf die Arbeit von Imker*innen angewiesen, um zu überleben. Wildbienen kommen ohne imkerliche Hilfe aus. Beide Arten spielen für Natur und Mensch als wichtige Bestäuberinnen eine zentrale Rolle. Das Zusammenspiel aller Bienenarten führt zur Gesamtbestäubung von 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen. So stellt sich die Frage nicht, wer „schützenswerter“ ist, wenn es um die Bestäubungsleistung geht. Gerade im urbanen Raum kommt es auch zu keiner Futterkonkurrenz zwischen den unterschiedlichen Arten. Darüber hinaus muss man sagen, dass in etlichen Gegenden, in denen Wildbienen bedroht oder bereits extrem dezimiert sind, Honigbienen die Bestäubung ihrer wilden Kolleginnen kompensieren müssen.
Mit PROJEKT 2028 hat Hektar Nektar die größte digitale Bienenschutzinitiative ins Leben gerufen. Das erklärte Ziel ist nicht nur die messbare Steigerung der Bienenpopulation. Sondern auch die Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft für die Bedeutung von Insekten für unser Ökosystem. Die Honigbiene steht dabei stellvertretend für ihre Artgenossen im Mittelpunkt. In ihrem Fahrwasser – oder besser in ihrem Windschatten – erhalten folglich auch die Wildbienen mehr Beachtung. Generell gilt: Werden für Honigbienen gute Lebensbedingungen (Sicherstellung der Blütenvielfalt, Verzicht auf Pestizide, Bekämpfung des Klimawandels etc.) geschaffen, profitieren auch Wildbienen und andere Insektenarten davon. Das größte Problem für Wildbienen, von denen ein Großteil im Boden nistet, ist auf jeden Fall der unaufhörliche Flächenfraß in Österreich. Wir sind Europameister in der Bodenversiegelung und zerstören damit wichtige Habitate für Wildbiene und Co. Hier muss es zu einem politischen Umdenken kommen und zu einer einheitlichen bundesweiten Flächenwidmung, um dieser Naturzerstörung ein Ende zu setzen.
Warum sind Imker:innen so wichtig für das Überleben der Biene?
Dantcho: Beginnen wir bei der Frage, warum die Biene so wichtig ist für die Natur und für den Menschen. Einstein sagte mal: „Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen“. Durch ihre Bestäubungsleistung ist die Biene – Wild- und Honigbiene – unentbehrlich für unser gesamtes Ökosystem. Das ist unumstritten. Und mit der beste Bienenschutz ist meiner Meinung nach die Unterstützung von Imker*innen, denn sie sind maßgeblich dafür verantwortlich, die Bienen zu vermehren.
Durch die Globalisierung sind die Bienen heute mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert: So wurde vor einigen Jahren zum Beispiel die Varroamilbe aus Asien eingeschleppt. Die asiatischen Bienen erkennen den Parasiten und entfernen ihn einfach. Die europäischen Bienen hingegen erkennen die Milbe nicht als Fremdkörper und bekämpfen ihn daher nicht. Seit wenigen Jahren breitet sich auch der afrikanische Beutenkäfer in den europäischen Bienenstöcken aus. Die Imker*innen kümmern sich darum und entfernen die Parasiten.
Miriam: Genau, würde man Honigbienen sich selbst überlassen, käme es zur natürlichen Selektion. Nur die Bienen, die sich rasch genug an die veränderte Situation anpassen können, überleben. Imker*innen sorgen mit dem nötigen Fachwissen und gezielten Handgriffen, die an den natürlichen Rhythmus und Zyklus der Bienen angepasst sind, für deren Fortbestand und Vermehrung. Doch nur ein Prozent aller Imker*innen sind Erwerbsimker*innen. Zwar ist die Imkerei in den letzten Jahren unter jungen Menschen immer populärer geworden. Die meisten halten jedoch deutlich weniger Bienenvölker als die Vorgängergenerationen. Daraus ergibt sich: Die Population der Honigbiene würde drastisch zurückgehen, wenn Jungimker*innen ihre Tätigkeit bald wieder aufgeben – mit dramatischen Folgen für die Lebensmittelversorgung und das Ökosystem.
PROJEKT 2028 unterstützt Hobbyimker*innen, um einerseits das teure Hobby Imkerei leistbarer zu machen. Andererseits sind Imker*innen in ihrer Tätigkeit naturverbunden und vermitteln ihrem Umfeld die Bedeutung des Artenschutzes. Damit sind sie nicht nur Multiplikator*innen der Bienen, sondern auch wichtige Botschafter*innen.
Dantcho: Hinzu kommt noch, dass wenige große Imker*innen, die hunderte oder sogar tausende Bienenvölker besitzen, nicht ausreichen, um die notwendigen Bestäubungsleistungen zu erfüllen. Die von Hektar Nektar unterstützten Hobbyimker*innen, die nur eine Handvoll Bienenvölker betreuen, verteilen sich über den ganzen deutschsprachigen Raum. Je besser die Honigbienen verteilt sind, umso flächendeckender können sie natürlich bestäuben und stellen keine Konkurrenz zu den Wildbienen dar.
Immer mehr Unternehmen beteiligen sich am "Projekt 2028" und beherbergen Bienenvölker. Miriam, bist du zufrieden mit der Aufmerksamkeit, die der Biene zuteil wird? Was muss sich noch dringend tun, damit die Biene in Europa eine Zukunft hat?
Miriam: Über 200 Unternehmen von klein bis groß aus den unterschiedlichsten Branchen sind mittlerweile an Bord von PROJEKT 2028. Sie eint das Bewusstsein für die soziale Verantwortung und den Bildungsauftrag als wirtschaftlich agierende Unternehmen. Ein Engagement im Rahmen von PROJEKT 2028 trägt nicht nur dazu bei, die Honigbiene zu schützen. Durch umfassende Kommunikationsmaßnahmen leisten die Partner*innen einen maßgeblichen Beitrag zur Sensibilisierung und verstärkten Aufmerksamkeit für die Themen Biodiversität, Arten- und Umweltschutz.
“Jede Biene zählt!” - mit diesem Grundsatz freuen wir uns über alle Unternehmen, die bereits aktiv sind. Je mehr Aufmerksamkeit der Biene zuteilwird, desto besser, um nachhaltig und langfristig eine Veränderung zu bewirken. Entscheidend für die Zukunft der Biene sind, wie bereits erwähnt, die geeigneten Rahmenbedingungen für ihr Überleben. Das schließt politische und (land-)wirtschaftliche Vorkehrungen, aber auch Einzelinitiativen von Privatpersonen mit ein. PROJEKT 2028 verfolgt einen holistischen Ansatz und vereint alle Stakeholder, die es zum Bienen- und Insektenschutz benötigt.
Welche Voraussetzungen sollte ein Unternehmen erfüllen, um beim Projekt 2028 mitmachen zu können?
Miriam: Jedes Unternehmen kann bei PROJEKT 2028 mitmachen und aktiv zum Insektenschutz beitragen - wir finden für alle eine Möglichkeit, dabei zu sein. Ob die Firmenbienen direkt am Standort summen oder bei ausgewählten Imker*innen im Home Office, jede Biene zählt.
Dantcho, noch eine Frage zum Abschluss: Wie geht es den MyPlace-Bienen auf dem Dach der Filiale in Döbling? Entwickeln sie sich gut und finden sie ausreichend Nahrung?
Dantcho: In der Regel kann man erst nach rund zwei Jahren einschätzen, ob der Standort für die Bienenvölker gut passt. Im vergangenen Jahr haben wir auf dem MyPlace-Dach fünf Jungvölker aufgestellt. Heute leben dort rund 250.000 Bienen. Aufgrund einer Baustelle mussten wir die Bienenstöcke im Frühjahr dieses Jahres leider umziehen. Diese Störung führte natürlich dazu, dass sich die Völker in diesem Frühjahr/Sommer nicht uneingeschränkt entwickeln konnten. Sie finden aber ausreichend Nahrung im nahegelegenen Park. Dennoch wird der Honigertrag wegen des Umzugs dieses Jahr eher gering ausfallen. Aber ich gebe gerne im kommenden Jahr nochmal eine Einschätzung ab.
Interviewpartner:
Dantcho Nikolov ist ausgebildeter Imkerfacharbeiter und widmet sich seit 2010 der Imkerei. Vor vier Jahren machte er sein Hobby zum Beruf und wurde Erwerbsimker. Heute betreut er fast 170 Bienenvölker und ist einer der größten Honigbienenzüchter in Niederösterreich. Im Auftrag von Hektar Nektar kümmert er sich auch um die Bienen auf dem Dach der MyPlace-Filiale in Wien Döbling.
Miriam Walch ist Geschäftsführerin bei Hektar Nektar. Dabei beschäftigt sie sich tagtäglich mit dem Bienenschutz und unterstützt Imker*innen bei ihrer Arbeit.

Wie steigert ein Unternehmen die Mitarbeiterzufriedenheit?
Trainer Harald „Harry“ Lasser von wollen.at ist als Ombudsmann Teil des Trainingsteams von MyPlace. Jede*r Mitarbeiter*in bei MyPlace hat einmal im Jahr ein Gespräch mit ihm. Darüber hinaus hat der Coach stets ein offenes Ohr für die Belegschaft, greift bei Konflikten ein und liefert vierteljährlich Berichte an die Unternehmensführung. Arbeitsmethoden, die Rolle des Unternehmens und der Mitarbeitenden sowie Herausforderungen in der Praxis beleuchten wir in diesem Interview genauer. Denn es lohnt sich, auf das Engagement für die Mitarbeiterzufriedenheit und das Wirken von Trainer*innen wie Herrn Lasser aufmerksam zu machen.
Herr Lasser, Sie wirken wesentlich auf die positive Unternehmenskultur bei MyPlace ein. Doch wie verbessert ein Coach wie Sie die Mitarbeiterzufriedenheit eigentlich ganz konkret?
Hier liegt das Augenmerk auf der Fragen nach der KONKRETEN Veränderung. Denn Vieles passiert bei meiner Arbeit ja oftmals unterbewusst und damit auch langfristig. Meine Theorie ist: Das erste, das wir Menschen tun, nachdem wir das Licht der Welt erblicken, ist schreien. Daher erreicht man meiner Meinung nach schon sehr viel, indem man zuhört. Wenn man den Mitarbeitenden das ehrliche Gefühl gibt, gehört zu werden – respekt- und vor Allem vertrauensvoll – erreichen wir schon sehr viel an Mitarbeiterzufriedenheit. Darüber hinaus ist es meine Rolle, die Mitarbeitenden dabei zu unterstützen, sich und ihr Tun immer wieder zu hinterfragen. Sie lernen dabei zum Beispiel, ihre eigene Position in einem Konflikt zu hinterfragen: Wer bin ich gerade – Täter, Opfer oder Retter? Und ganz wichtig: Ich helfe dabei, Werkzeuge und Techniken zu finden, die Zufriedenheit auch aufrecht zu erhalten. Eine große Rolle spielt die Einhaltung der persönlichen Werte. Diese Werte definieren wir zunächst gemeinsam und ich unterstütze dabei, dass sie geschützt und erhalten werden.
Dazu führe ich Gespräche mit allen Mitarbeitenden: Einmal im Jahr während der MyPlace-Teamtage immer im Herbst. Zusätzlich führe ich mit jedem noch ein jährliches Telefon-Coaching durch. Und natürlich bin ich auch immer da, wenn darüber hinaus Gesprächsbedarf herrscht.
Gespräche führen – auf den ersten Blick klingt Ihr Job recht einfach. Welche Herausforderungen müssen Sie dabei als Coach bewältigen?
Ja, man könnte meine, ich verdiene mein Geld mit ein bissl Plaudern. Fast! Aber auch in meinem Beruf gibt es die ein oder anderen Herausforderung: Einerseits werde ich natürlich vom Unternehmen beziehungsweise von der Geschäftsführung beauftragt und bezahlt – handle also natürlich im Sinne des Unternehmens. Andererseits möchte ich ja auch eine vertrauensvolle Beziehung für meine Gespräche mit den Mitarbeitenden aufbauen. Daher ist Ehrlichkeit und Transparenz gegenüber den Mitarbeitenden besonders wichtig. Sowohl von meiner Seite, als auch von Seiten der Geschäftsführung. Natürlich geht es um das große Ganze: das Unternehmen. Die Zufriedenheit eines jeden Einzelnen zahlt dabei allerdings in einem nicht unerheblichen Teil darauf ein. Es müssen also Geschäftsführung und Mitarbeiter zufrieden sein, damit es dem Unternehmen gut geht. Das ist das Ziel.
Welche Weichen muss das Unternehmen dafür stellen?
Ich komme ja in das Unternehmen und beginne, Dinge zu hinterfragen. Besonders wichtig ist dabei das Vertrauen. Und zwar nicht nur in mich, sondern in erster Linie das Vertrauen des Unternehmens in sich selbst und in die Mitarbeitenden. Der Eintritt und Einblick von jemandem Externen muss erst einmal zugelassen werden.
Alles reden hilft aber nichts, wenn keine Bereitschaft zu Veränderung da ist. Das heißt, das Unternehmen muss den Raum bieten, Dinge auch umzusetzen und Werte vorzuleben. Nur durch Kontinuität und Konsequenz ist meine Arbeit auch nachhaltig.
Doch nicht nur Sie und das Unternehmen sind gefragt. Was müssen die Mitarbeiter*innen tun, damit Ihre Arbeit Erfolg hat.
Die Mitarbeitenden müssen wollen! Für Veränderungen braucht es Mut, Kraft, Resilienz und Beharrlichkeit. Ich nennen es geistige Selbstdisziplin. Sie sollen sich – eigenständig oder im Team – immer wieder hinterfragen und selbst coachen. Kommuniziere ich auf Erwachsenenebene? Kommuniziere ich konstruktiv? Welche Dynamiken gibt es gerade im Team? In welcher Form beeinflusse ich diese Dynamiken?
Gibt es besondere Momente, von denen Sie (natürlich anonym) erzählen möchten?
Ich arbeite seit 14 Jahren gemeinsam mit MyPlace. Da gibt es natürlich ganz viele tolle Momente! Das Schönste ist, am Ende eines Trainings zu sehen und auch zu spüren, dass es dem Team gut geht; dass sie Freude haben an ihren Kolleg:innen und an ihrer Aufgabe. Dass sie stolz sind, ein Teil von MyPlace zu sein.
Es freut mich immer wieder, wenn es mir gelungen ist, manchen negativen Gedanken zu löschen oder zumindest zu schwächen und ich den Blick für das Gute wieder stärken kann. Mein Ziel ist es, das Wollen zu erhalten: Wenn wir gemeinsam Projekte implementieren, auch wenn es zu Beginn vielleicht den ein oder anderen Widerstand gab. Denn oft hat man Angst vor Neuem. Dann ist es schön, auf dem Weg raus aus der Komfortzone unterstützen zu können. Wenn das Neue dann zur Komfortzone wird, habe ich mein Ziel erreicht.
Interviewpartner:
Harald „Harry“ Lasser wurde 1972 als Steirer geboren, ist eigenen Angaben zufolge 187,5 cm groß und verfügt über 25 Jahre Vertriebserfahrung in Österreich, Deutschland und Großbritannien. Seit 2000 arbeitet er als Trainer im Verkauf und hat seither mehr als 15.000 Teilnehmer gecoacht und über 1.500 Trainingstage abgehalten

Herzensprojekte verwirklichen - MyPlace-SelfStorage unterstützt mit seinem Sozialfonds Projekte und Privatpersonen mit insgesamt 30.000 Euro
Aufgrund der sehr belastenden Zeiten von Pandemie, Krieg und Energie-Krise benötigen viele Menschen Unterstützung. Einzelpersonen, ganze Familien und zahlreiche Unternehmen kommen an ihre finanzielle Grenze. MyPlace-SelfStorage möchte erneut mit dem Sozialfonds helfen.
Wie in den vergangenen Jahren verwendet MyPlace-SelfStorage den 2020 erschaffenen Sozialfonds, um von den Mitarbeiter*innen vorgeschlagene soziale Projekte in verschiedenen MyPlace-Regionen zu unterstützen. Das gesamte MyPlace-Team in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde persönlich aufgerufen, passende Projekte aus dem eigenen Umfeld, beispielsweise im Bekanntenkreis, Fußball- und Gesangsverein oder Schule, für eine Spende vorzuschlagen.
Unterstützung für 14 individuelle Herzensprojekte
Aus den in diesem Jahr vorgeschlagenen Herzensprojekten der Mitarbeiter*innen entschied sich die Geschäftsleitung, 14 dieser individuellen Projekte mit insgesamt 30.000 Euro finanziell zu unterstützen.
Darunter fiel die Übernahme der Therapiekosten für drei verschiedene Krankenfälle von Familienmitgliedern. Auch wurde mehreren Familien geholfen, die durch unterschiedliche Schicksalsschläge wie Flucht, Krankheit oder Verlust von Familienangehörigen einen finanziellen Engpass erleiden mussten. Eine finanzielle Spende bekamen zudem Frauen, welche Opfer häuslicher Gewalt geworden sind und sich nun ein neues Leben, fernab von der gewaltgeprägten Vergangenheit, aufbauen möchten. Auch das Tierwohl wurde dieses Jahr finanziell unterstützt. Eine Familie, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, kranke und ältere Tiere in München durch den Winter zu bringen, erhält ebenfalls eine Spendensumme aus dem Sozialfonds.
MyPlace-SelfStorage engagiert sich seit Jahren mit sozialen Projekten
Mit dem ins Leben gerufenen MyPlace-Sozialfonds wurde 2020 ein Vorschlag der Mitarbeiter*innen umgesetzt. Durch den engen Kundenkontakt bekommen diese oft Einblicke in das Leben ihrer Kund*innen, welche teilweise mit schweren Schicksalen zu kämpfen haben. Das Sozialprojekt entstand also direkt aus den täglichen Erfahrungen der Mitarbeiter*innen und ermöglicht diesen, hilfsbedürftige Menschen finanziell zu unterstützen und so die Not etwas lindern zu können. Mit dem Sozialfonds knüpfte MyPlace-SelfStorage an sein jahrelanges soziales Engagement an. Denn dies ist nicht das einzige soziale Projekt des Unternehmens. Die Spendenaktion “Weihnachtsfreude weitergeben” führt das Unternehmen seit 2010 in Kooperation mit den lokalen Tafelorganisationen in allen Städten, in denen MyPlace vertreten ist, durch. Darüber hinaus stellt MyPlace den örtlichen Tafeln und zahlreichen anderen karitativen Vereinen sowie sozialen Institutionen das ganze Jahr über kostenfreie Lagerräume zur Verfügung.

MyPlace-SelfStorage setzt sich als Mitglied der VEA-Klimainitiative für eine nachhaltige Unternehmensführung ein
Durch die Mitgliedschaft im Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (kurz VEA) ist MyPlace-SelfStorage Teil der VEA-Klimainitiative geworden. Sie unterstützt mittelständische Unternehmen dabei, klimafreundlicher zu agieren, ohne dass dabei die Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt wird. Um mehr über die Hintergründe, Ziele und die Unterstützung der Klimainitiative zu erfahren, sprachen wir mit Frederik Richau, Projektleiter der VEA-Initiative "Klimafreundlicher Mittelstand".
Was sind die größten Herausforderungen für kleinere und mittelständische Unternehmen (KMUs) auf dem Weg zur Klimaneutralität?
Frederik Richau: Das ist nicht pauschal zu beantworten, es kommt auf die Branche an. Energieintensive Branchen müssen sich anderen Herausforderungen stellen als zum Beispiel ein Unternehmen im Einzelhandel: In energieintensiven Branchen wie der Glasverarbeitung und -veredelung müssen Temperaturniveaus von 1.000 °C aufwärts erreicht werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es technisch und wirtschaftlich nicht möglich, auf emissionsärmere Energieträger als Gas umzusteigen, um diese Temperaturen zu erreichen. Die Herausforderung ist hier der Weg der Substitution von fossilem Gas hin zu Strom.
Wie unterstützen Sie Ihre Mitglieder darin, Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität zu meistern?
Frederik Richau: Anhand von Praxisbeispielen zeigen wir auf, wie KMUs Emissionen einsparen können, ohne wirtschaftlich zu stark zu leiden. Zusammen mit einer ganzheitlichen Klimastrategie zeigen wir den Firmen, wie sie das Thema Nachhaltigkeit konkret in ihre Unternehmensstrategie integrieren können. Außerdem setzen wir uns auch für die Unternehmen in der Politik ein. So geben wir den Personen in Arbeitskreisen auf der Entscheidungsebene Impulse und legen dar, wo die Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität liegen. Uns ist es jedoch sehr wichtig, nicht nur Probleme aufzuzeigen, sondern auch Lösungsansätze anzubieten.
Bei der erwähnten Herausforderung der Prozesswärme holen wir dann zum Beispiel auch die Wissenschaft mit ins Boot und kooperieren mit dem Energieforschungszentrum Niedersachsen, um Lösungen für klimaneutraleres Wirtschaften zu finden. Dadurch können wir unseren Mitgliedern auch Eckpfeiler zur Planung geben, mit ausführlichen Erklärungen zum aktuellen Stand der Technik, was in zwei bis drei Jahren möglich sein wird, welche Maßnahmen noch nicht wirtschaftlich umsetzbar sind, etc.
Der Grundbaustein, den die KMUs herausfinden müssen, ist der eigene CO2-Fußabdruck. Er ist der Ansatzpunkt, anhand dessen herausgefunden werden kann, wo das jeweilige Unternehmen eine Möglichkeit zur Verbesserung hat.
Ein passendes Beispiel hierfür: Bei einem Logistikunternehmen sind die größten CO2-Emittenten aufgrund des Dieselausstoßes im Fuhrpark zu finden. Durch diese Erkenntnis können sich die Unternehmen dann die Frage stellen, welche Teile der Flotte auf E-Mobilität oder Wasserstoff umgestellt werden können.
Nudelhersteller*innen hingegen vermerken die meisten Emissionen in der Produktion oder in vorgelagerten Rohstoffen. Hier stellt sich dann eher die Frage, ob es möglich ist, auf einen emissionsärmeren Rohstoff umzustellen.
Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA), Gründer der Klimainitiative, unterteilt die Arbeit in drei Arbeitsfelder: Ersparnis, Effizienz und Recht & Regulierung. Was sind die Unterschiede in diesen Bereichen?
Frederik Richau: Der Bereich Ersparnis ist wirtschaftlich zu sehen. Wir unterstützen unsere Mitglieder zum Beispiel bei der marktgerechten Strom- und Erdgasbeschaffung. Über den Bundesverband können Unternehmen an Ausschreibungen teilnehmen, bei deren Antragstellung wir unterstützen. Wir fragen zudem verschiedene Energielieferant*innen für beispielsweise Ökostrom an und vergleichen deren Angebote. Dieser Service ist besonders für die KMUs interessant, da deren Marktmacht nicht groß genug ist, um Verhandlungen selbst zu bestreiten.
Ein Steckenpferd unserer Arbeit im Bereich Ersparnis ist zudem das Erstellen von Rechnungsprognosen. Nicht selten werden Rechnungen falsch ausgestellt. Mithilfe der Prognose bezahlen die Firmen am Ende des Abgleichs nur das, was sie wirklich verbraucht haben.
Um die Energieeffizienz eines Unternehmens zu verbessern, unterstützen wir bei der Auditierung und Etablierung von Management- und Nachhaltigkeitssystemen. Wir zeigen Unternehmen, wie sie ihre Produktionsprozesse effizienter aufstellen können. Daraus resultiert eine langfristige Energie- und natürlich auch Kostenersparnis.
Des Weiteren unterstützen wir bei der Beantragung von Fördermitteln. Den Unternehmen fehlt bei diesen bürokratischen Prozessen oft das Know-how, um Meldepflichten einzuhalten und Rückerstattungen richtig zu beantragen.
Das sind die drei Kernarbeitsbereiche des Bundesverbands. Mit der Klimainitiative wollen wir dann noch den vierten Bereich abdecken: die Nachhaltigkeit.
MyPlace ist Mitglied der Initiative und wird dabei unterstützt, so klimaneutral wie möglich zu wirtschaften. Konnten Sie feststellen, ab welchem Zeitpunkt Unternehmen diese Hilfe benötigen?
Frederik Richau: Ende 2020 bis Mitte 2021 war das Thema Nachhaltigkeit durch die Klimaberichte sehr präsent in den Medien. Es wurde vorausgesagt, dass Deutschland zusammen mit den anderen Nationen dieser Welt die Klimaneutralität bis zum vorgegebenen Jahresziel 2050 nicht erreichen wird und sich der Klimawandel dadurch nicht mehr stoppen lässt. Sobald ein solches Thema medial aufgegriffen wird, suchen die Unternehmen nach Lösungen. Das passiert erfahrungsgemäß in Wellenbewegungen. Momentan wird es aber auch durch die steigenden Energiepreise wirtschaftlich relevant, Energie einzusparen. Dementsprechend steigt die Nachfrage nach Beratungsleistungen und Unterstützung durch unsere Initiative. Das zentrale Ziel der Unternehmen ist es letztendlich, Kosten zu sparen.
Wo sehen Sie die Herausforderungen im Bereich Klimaneutralität für Selfstorage-Anbieter*innen?
Frederick Richau: Die größte Herausforderung ist wahrscheinlich die Gebäudehülle. Die Frage, die sich Selfstorage-Anbieter*innen wie MyPlace stellen müssen, ist: Wie kann ich die Wärme im Gebäude behalten? Lösungen können hier Isolationssysteme für wärmegeführte Leitungen sowie Dämmungen sein.
MyPlace-SelfStorage arbeitet zusammen mit dem VEA daran, den eigenen CO2-Abdruck bestmöglich zu verkleinern und so das Klima zu schützen. Zum Beispiel bezieht der Lagerraumanbieter automatisierte Berichte des VEA, über die MyPlace in Deutschland zentralisiert seinen CO2 neutralen Strom erhält. Zudem nehmen einige der Mitarbeiter*innen an diversen Webinaren, Workshops und Weiterbildungen des VEA teil, um jeweils die jüngsten Entwicklungen am Energiemarkt zu kennen und nachvollziehen zu können.
Wie funktioniert es konkret, klimafreundlich zu handeln und gleichzeitig Kosten einzusparen?
Frederik Richau: Wir als Bundesverband setzen uns politisch dafür ein, dass klimafreundliches Wirtschaften nicht teurer ist als emissionshöheres Wirtschaften. Der Impuls und der Anreiz müssen von der Politik kommen. Es gibt immer mehr Fördermöglichkeiten, auf die wir unsere Mitglieder aufmerksam machen, aber da ist auf jeden Fall noch viel Luft nach oben.
Die Kommunikation der Fördermaßnahmen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ausbaufähig und viele KMUs sind sich der vielfältigen Optionen nicht bewusst. Zudem sind die Anträge mit sehr viel Bürokratie verbunden und bei dem kleinsten Fehler kann es passieren, dass das jeweilige Vorhaben nicht bezuschusst wird. Dabei unterstützen wir tatkräftig, damit die Fördermittel auch tatsächlich bewilligt werden.
Auf welche Erfolge blicken Sie zurück?
Frederik Richau: Ich sehe jedes neue Mitglied in der Initiative als Erfolg, da es ein weiteres Unternehmen ist, das sich dem Thema annimmt und sich damit auseinandersetzt.
Ein konkreter Erfolg ist auf jeden Fall unser Maßnahmenkatalog mit rund siebzig sofort umsetzbaren Maßnahmen, den wir aufgrund der Energiekrise und der aktuellen politischen Ereignisse erstellt haben. In diesem Umfang und in der von uns gebotenen Ausführlichkeit ist dieses Angebot bundesweit einmalig. Die Übersicht an Praxisbeispielen samt Checkliste kann auf unserer Website www.klimafreundlicher-mittelstand.de kostenfrei heruntergeladen werden. Der Maßnahmenkatalog wird stark nachgefragt, zudem stelle ich ihn regelmäßig auf Veranstaltungen vor.
Interviewpartner:
Frederik Richau
Der Betriebswirt mit Schwerpunkt Energiemanagement unterstützt seit 2020 mit seiner Expertise aus dem Energieversorgungssektor die VEA-Klimainitiative, indem er strategische Partnerschaften und die Mitglieder der Initiative betreut. Außerdem hat Frederik Richau den Maßnahmenkatalog für die kurzfristigen Maßnahmen zur Energieeinsparung und damit mehr Klimaneutralität erstellt.